Studieren ohne Abi: Wie beruflich Qualifizierte den nächsten Karriereschritt gehen können

Donnerstag, 19.02.2026 |
Immer mehr Hochschulen ermöglichen es, über alternative Wege eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung zu machen.
Immer mehr Hochschulen ermöglichen es, über alternative Wege eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung zu machen.
© DJD/www.rh-koeln.de

(DJD). Ohne Abitur studieren – was wie ein unerfüllbarer Wunsch klingt, ist heute vielerorts möglich. Immer mehr Hochschulen bieten an, über alternative Wege ein Studium aufzunehmen. Vor allem für beruflich Qualifizierte mit entsprechender Fachkenntnis war es nie einfacher, ihre Praxiserfahrung durch eine akademische Ausbildung zu erweitern. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt.

Weg 1: Mit beruflicher Aufstiegsfortbildung

Wer einen Meister- oder Fachwirtabschluss erworben hat, erhält dadurch in der Regel Zugang zu allen Studiengängen. Das Gleiche gilt für staatliche geprüfte Techniker, Betriebswirte und vergleichbare Qualifikationen. Sie ersetzen sozusagen die Hochschulreife. In den meisten Bundesländern gilt die Qualifikation für jeden Studiengang, das Studium muss also nicht mit der beruflichen Fachrichtung zusammenhängen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man vor der Bewerbung dennoch die jeweiligen Bestimmungen prüfen.

Weg 2: Mit abgeschlossener Berufsausbildung und Berufserfahrung

In vielen Bundesländern ist ein Studium auch ohne Aufstiegsfortbildung möglich. Hierfür muss man eine mindestens zweijährige Berufsausbildung absolviert und anschließend drei Jahre in diesem Beruf gearbeitet haben. Eine Einschränkung gibt es: Das Studium muss fachtreu sein, also an die Ausbildung anschließen. An der Rheinischen Hochschule Köln beispielsweise kann eine Industriekauffrau BWL studieren, ein Mediengestalter darf sich für Marketing- und Medienmanagement einschreiben, und eine Biologisch-Technische Assistentin kann Molekulare Biomedizin belegen.

Weg 3: Mit Probestudium

Für alle, die nicht fachtreu studieren möchten und keine berufliche Aufstiegsfortbildung abgeschlossen haben, bieten manche Hochschulen besondere Programme an. An der Rheinischen Hochschule Köln können Interessierte mit Berufsausbildung und dreijähriger Berufserfahrung ein Probestudium im Fach ihrer Wahl absolvieren. Das Probestudium dauert zwei Semester, mehr Informationen dazu unter www.rh-koeln.de. Wer pro Semester im Schnitt 20 ECTS-Punkte erwirbt, darf das Studium anschließend regulär fortsetzen. In Einzelfällen können auch berufliche Leistungen angerechnet werden.

Günstige Ausgangslage in NRW

Schon gewusst? Nordrhein-Westfalen hat von G8 zurück auf G9 umgestellt. Dadurch werden im Jahr 2026 deutlich weniger Schülerinnen und Schüler mit Abitur die Gymnasien verlassen, die Konkurrenz um begehrte Studienplätze sinkt. Das ist der perfekte Zeitpunkt für beruflich Qualifizierte, um an der Hochschule durchzustarten.


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