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Mit spitzem Bleistift rechnen: So können Haushalte auf steigende Preise für Energie und Lebensmittel reagieren

Montag, 05.12.2022 |
Die stark gestiegenen Energiekosten belasten viele Haushalte. Umso wichtiger ist es, sich mehr Transparenz über die eigenen Finanzen zu verschaffen.
Die stark gestiegenen Energiekosten belasten viele Haushalte. Umso wichtiger ist es, sich mehr Transparenz über die eigenen Finanzen zu verschaffen.
© djd/Geld und Haushalt

(djd). Die enorm gestiegenen Preise für Gas, Strom, Benzin und Lebensmittel belasten viele Haushalte. Immerhin 39 Prozent der Menschen in Deutschland befürchten, ihre Energierechnung nicht oder nur noch schwer zahlen zu können. Das hat laut Statista eine Umfrage im September 2022 ergeben. Da sich die Einnahmen bei den meisten nicht beliebig steigern lassen, wächst die Sorge, dass einem die laufenden Ausgaben über den Kopf wachsen. Umso wichtiger ist es, sich einen umfassenden Überblick über die eigenen Finanzen zu verschaffen.

Zwischen notwendig und überflüssig unterscheiden

Ein einfaches und effektives Frühwarnzeichen ist der Kontostand des Girokontos jeweils am Monatsende: Wenn dieser über mehrere Monate immer tiefer fällt, wird es Zeit zu handeln. Mit einem Kassensturz lässt sich der persönliche finanzielle Spielraum noch exakter ermitteln: Dazu werden die regelmäßigen Einnahmen wie Gehalt, Kindergeld oder Unterhalt allen wiederkehrenden Kosten wie Miete, Energie und Versicherungen gegenüber gestellt. Die Differenz ergibt das monatliche Budget, das für laufende Ausgaben verwendet werden kann. Diese laufenden Ausgaben, etwa für Lebensmittel und Kleidung, sollte man ebenfalls schriftlich festhalten. Eine praktische Vorlage zum Ausfüllen ist beispielsweise "Das einfache Haushaltsbuch". Die Broschüre ist unter www.geld-und-haushalt.de oder telefonisch unter 030/20455818 kostenfrei erhältlich. Nach dem Aufschreiben ist es hilfreich, zwischen notwendigen, angenehmen und überflüssigen Ausgaben zu unterscheiden. "So zeigt sich schnell, wo man den Sparstift ansetzen kann - zum Beispiel bei verzichtbaren Autofahrten oder Abos, die man nur selten nutzt", erklärt Korina Dörr vom Beratungsdienst Geld und Haushalt. Um die hohe Heizkostenabrechnung bezahlen zu können, ist idealerweise ein Notgroschen vorhanden. "Als Orientierungswert gelten zwei bis drei Monatsnettoeinkommen, aber auch weniger ist besser als gar nichts", so Dörr weiter.

Die eigene Ausgabenkontrolle verbessern

Wenn es richtig eng wird: Sparraten lassen sich vorübergehend heruntersetzen oder zeitweise aussetzen, um zusätzlichen Spielraum für Nachzahlungen oder neue Rücklagen zu schaffen. Bei niedrigem Einkommen besteht zudem häufig ein Anspruch auf Wohngeld, Kinderzuschlag oder Grundsicherung. "In diesem Fall sollten Betroffene prüfen, ob sie berechtigt sind und ob sich ein Antrag lohnt", erklärt Dörr. Bei anhaltenden Zahlungsschwierigkeiten ist es darüber hinaus empfehlenswert, sich möglichst bald an eine Schuldnerberatungsstelle zu wenden. Die Beratung ist kostenlos und auch online möglich.


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