Wenn Mama kapituliert - Stress durch Doppelbelastung kann krank machen

Viele berufstätige Mütter managen parallel die Kindererziehung, den Haushalt und den Einkauf. Die Ruhepausen kommen oft zu kurz.
Viele berufstätige Mütter managen parallel die Kindererziehung, den Haushalt und den Einkauf. Die Ruhepausen kommen oft zu kurz.
© djd/IMZIG

(djd). Familie und Job unter einen Hut zu bekommen, ist keine leichte Sache. Parallel zu ihrem oft anspruchsvollen Beruf managen viele berufstätige Mütter die Kindererziehung, den Haushalt und den Einkauf. Mama ist für den Nachwuchs Event-Planerin und Taxi zugleich, überwacht die Hausaufgaben, geht zum Elternabend und tröstet bei Liebeskummer. Der Rest der Zeit und Energie wird auf Ehemann, Freunde oder pflegebedürftige Verwandte verteilt. Nicht ohne Risiko, denn wenn kaum noch Raum zur Erholung bleibt, droht irgendwann der Zusammenbruch. Die wichtigsten Anzeichen für einen Burnout bei Frauen sind laut Stressexpertin Nathalie Mong (Psychologische Psychotherapeutin) Schlafstörungen, anhaltendes Grübeln, eine starke Erschöpfung in Ruhephasen oder körperliche Schmerzen ohne erkennbare gesundheitliche Ursache.

Mut zur Selbsthilfe

Viele Frauen verharmlosen ihr Leid und wollen nicht wahrhaben, wie schlecht es ihnen geht. Dabei lässt sich der persönliche Stresslevel ganze leicht herausfinden, etwa mit dem Online-Fragebogen unter www.imzig.de. Wer ihn abschickt, erhält auf dem Postweg oder per E-Mail eine kostenlose, individuelle Auswertung von Fachärzten inklusive Handlungsempfehlungen für die eigene Situation. Mit dem Alltag überfordert zu sein, bedeutet übrigens keineswegs, versagt zu haben. "Betroffene sollten den Mut aufbringen, sich einer nahe stehenden Person oder einem Arzt anzuvertrauen und sich notfalls krankschreiben lassen", so Mong. Zudem sei es wichtig, sich Unterstützung zu holen, für das eigene Wohlbefinden zu sorgen und auf ausreichenden Schlaf, gute Ernährung und regelmäßige Bewegung zu achten.

Destruktives Verhalten erkennen und ändern

Alleine aus dem "Hamsterrad der Verpflichtungen" herauszukommen, fällt verständlicherweise schwer. Zwar können warme Wannenbäder, Meditationsmusik oder Saunabesuche für kurze Entspannungsphasen sorgen, jedoch erlernt man dabei weder das "Nein"-Sagen, noch lassen sich eigene destruktive Verhaltensweisen entlarven. Gezielte Burnout-Kuren wie etwa das Präventionsprogramm "Im Moor zum inneren Gleichgewicht" in Bad Aibling, entwickelt von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) zusammen mit Kliniken, Ärzten und Therapeuten, können mehr. Das Angebot beinhaltet vielfältige Ansätze, wie man den Ursachen der Erschöpfung auf den Grund gehen und anhand alltagstauglicher Techniken gegen Stressoren vorgehen kann. Interessierte, die erst einmal "reinschnuppern" möchten, können dies beispielsweise bei einem Achtsamkeits-Wochenende oder der Auszeit-Woche.

Das Präventionsprogramm "Im Moor zum inneren Gleichgewicht"

Im Stressmanagementseminar lernen die Teilnehmer die Frühwarnsymptome eines Burnouts kennen. Sie erlernen individuell zur Persönlichkeit passende Techniken zum Schutz vor Stressoren. Es gibt Tipps zu Schlafhygiene, Achtsamkeit und Regenerationsfähigkeit. Entspannungstechniken, Ausdaueraktivitäten und alltagstaugliche Rückengymnastik sorgen für Wohlbefinden und Stressabbau. Einzigartig wird das Programm durch das Bad Aiblinger Moor: Entspannende und durchblutungsfördernde Naturmooranwendungen und Massagen tragen zur Gesundung und zur inneren Balance bei


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