• Ratgeberbox
  • Geld & Recht
  • Viele MS-Betroffene leiden unter gestiegenen Pflegekosten: Höhere Eigenanteile an den Pflegekosten belasten Pflegebedürftige und Angehörige

Viele MS-Betroffene leiden unter gestiegenen Pflegekosten: Höhere Eigenanteile an den Pflegekosten belasten Pflegebedürftige und Angehörige

Mittwoch, 23.11.2022 |
Viele MS-Erkrankte und ihre Angehörigen leiden unter den gestiegenen Pflegekosten.
Viele MS-Erkrankte und ihre Angehörigen leiden unter den gestiegenen Pflegekosten.
© djd/Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft

(djd). Multiple Sklerose (MS) beginnt meist im jungen Erwachsenenalter und begleitet Erkrankte ihr ganzes Leben lang. Durch chronische Entzündungen schädigt die Erkrankung das zentrale Nervensystem. Zwar kann MS heutzutage meist gut behandelt werden und über viele Jahre keine nennenswerten Behinderungen verursachen, doch der Verlauf ist sehr individuell. Bei manchen Patienten kommt es in kürzester Zeit zu starken Beeinträchtigungen, bei anderen summieren sich die Schäden mit zunehmendem Alter. Menschen mit MS haben deshalb ein erhöhtes Risiko, pflegebedürftig zu werden.

Fast jeder Vierte benötigt Unterstützung

So nahmen laut dem Deutschen MS-Register 2021 4,1 Prozent der MS-Erkrankten ambulante Pflegehilfen in Anspruch. Fast jeder Vierte benötigt Unterstützung im häuslichen Umfeld, die überwiegend von Angehörigen geleistet wird. Mit dem Alter steigt der Pflegebedarf deutlich an, bei MS-Erkrankten über 60 beträgt der Anteil fast 50 Prozent. Durch die häufigere und oft schon früh einsetzende Pflegebedürftigkeit sind Menschen mit MS besonders stark von den Defiziten des Pflegesystems betroffen. Denn wie die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) kritisiert, hat die letzte Pflegereform gerade bei den Angehörigen und in der häuslichen Versorgung kaum für finanzielle Entlastung gesorgt. Das zuletzt 2017 angehobene Pflegegeld wurde nicht erhöht und kann aufgrund der galoppierenden Inflation seinen Zweck kaum noch erfüllen. Ein Beispiel: Für das Pflegegeld bei Pflegegrad 3 von derzeit 545 Euro pro Monat wird allein für 2022 und 2023 ein Kaufkraftverlust von fast 75 Euro prognostiziert. Die Pflegesachleistungen wurden Anfang des Jahres zwar um fünf Prozent erhöht, aber auch diese sind durch die Inflation schon wieder aufgezehrt. Das bedeutet weniger Hilfe durch den Pflegedienst oder mehr Zuzahlung aus der eigenen Tasche.

Die DMSG setzt sich für Verbesserungen ein

Angesichts dieser Probleme fordert die DMSG eine schnelle und dauerhafte Entlastung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen – mehr Informationen dazu gibt es beispielsweise unter www.dmsg.de. Um die Kostensteigerungen auszugleichen, müsse das Pflegegeld noch in diesem Jahr erhöht und jährlich an die Preisentwicklung angepasst werden. Dringend nötig ist nach Ansicht der Fachgesellschaft auch ein einheitliches Budget für die Kurzzeit- und Verhinderungspflege, eine pauschale Auszahlung des Entlastungsbetrags von 125 Euro monatlich ohne Nachweise sowie mehr Geld für Pflegeheimbewohner. Nur so könne verhindert werden, dass sich die Lage von Pflegebedürftigen immer weiter verschlechtert.


Das könnte Sie auch interessieren

Ein seltener Glücksmoment im Antiquariat schlägt für den Privatdetektiv Georg Wilsberg (Leonard Lansink) innerhalb kürzester Zeit in ein handfestes Desaster um. ZDFneo wiederholt heute (03.06.2026) um 20:15 Uhr den Wilsberg-Krimi "Das Geld der Anderen" und wirft die Hauptfiguren in ein clever konstruiertes Geflecht aus Diebstahl, Korruptionsvorwürfen und Mord in... weiterlesen

Ein runder Geburtstag endet in einer Berliner Wohnung mit einem tödlichen Schuss und hinterlässt ein politisch aufgeladenes Rätsel. Der WDR wiederholt heute um 20:15 Uhr den Berlin-Tatort "Ein paar Worte nach Mitternacht" und führt das Publikum mitten in ein tiefgründiges Vergangenheitsdrama. Am helllichten Tag stehen die Kommissare vor einer bizarren Inszenierung:... weiterlesen

Das ZDF zeigt heute (01.06.2026) um 20:15 Uhr den Thriller "Requiem für einen Freund" nach dem gleichnamigen Roman von Elisabeth Herrmann und konfrontiert die Hauptfigur mit einer mörderischen Steuerprüfung. Eigentlich läuft im Büro des Berliner Rechtsanwalts Joachim Vernau (Jan Josef Liefers) ein ganz normaler bürokratischer Vorgang, bis sich der Finanzbeamte... weiterlesen

Die Jagst schlängelt sich durch die Landschaft. Hier findet dieses Jahr die Landesgartenschau statt.
© DJD/Stadt Ellwangen/Landesgartenschau Ellwangen 2026 GmbH

Wo die Jagst das Tempo vorgibt: Genussradeln im Herzen der Schwäbischen Ostalb

(DJD). Wer einmal durch das Jagsttal geradelt ist, weiß, warum es viele Radfahrer nicht bei einem einzigen Besuch belassen. Die Region rund um Ellwangen verbindet Natur mit Kultur – auf eine entspannte, unaufgeregte Art, die perfekt zu einem erholsamen Aktivurlaub passt. Wie gemacht für Radfans Ellwangen liegt auf der Schwäbischen Ostalb, direkt am... weiterlesen

Was wäre, wenn man die Welt buchstäblich durch die Augen eines Tieres sehen könnte? Disney und Pixar machen diesen Traum im neuesten Animations-Abenteuer Hoppers wahr. Ab dem 19. Juni 2026 galoppiert, schwimmt und hüpft der Film auf DVD, Blu-ray und in einem exklusiven limitierten Blu-ray Steelbook® direkt in unsere Wohnzimmer. Die Geschichte dreht sich um das... weiterlesen

Die Tatort-Sommerpause geht weiter und wird heute (31.05.2026) um 20:15 Uhr in der ARD mit dem Köln-Tatort "Diesmal ist es anders" überbrückt. Ein grausamer Fund unter einer Brücke konfrontiert die Ermittler in Köln mit einem Verbrechen, das tief in die dortige Prominenz hineinreicht. Das Opfer ist der arbeitslose Journalist Peer Schwarz, der mehrfach brutal... weiterlesen