Ödemtherapie: Die manuelle Lymphdrainage setzt auf sanfte Hilfe

Eine Lymphdrainage beginnt immer am Hals und am Schlüsselbein, wo sich viele Lymphknoten sowie der Venenwinkel befinden.
Eine Lymphdrainage beginnt immer am Hals und am Schlüsselbein, wo sich viele Lymphknoten sowie der Venenwinkel befinden.
© djd/medi

(djd). Ödeme können Anzeichen verschiedener Erkrankungen sein. Dazu zählt eine angeborene oder im Lauf des Lebens erworbene Schädigung des Lymphgefäßsystems. Sie kann etwa durch eine Brustkrebsoperation entstehen, bei der Lymphknoten entfernt werden müssen. Schwere Verletzungen wie ein Knochenbruch oder Operationen sind weitere mögliche Ursachen. Kommt das Lymphgefäßsystem dem Abtransport von Gewebewasser nicht ausreichend nach, lagert sich eiweißreiche Flüssigkeit ein und es entsteht ein Lymphödem. Hier kann die manuelle Lymphdrainage (MLD) helfen.

Therapeutenhände sind wichtigstes Werkzeug

Die Lymphdrainage beginnt immer im Bereich des Halses. Danach wird der Rumpf behandelt und danach das betroffene Bein oder der Arm. Alles durch die Hände des Therapeuten. Dadurch werden die Abflusswege systematisch freigemacht. Um das Therapieergebnis der manuellen Lymphdrainage - die Ödemreduktion - zu erhalten, muss das Bein oder der Arm bandagiert oder mit einem medizinischen Kompressionsstrumpf wie etwa "mediven 550" versorgt werden. Der Arzt kann bei medizinischer Notwendigkeit Lymphdrainage und medizinische Kompressionsstrümpfe verordnen. Im Ratgeber "Stau im Gewebe - Lymphödeme, Lipödeme" gibt es weitere Infos. Dieser kann unter Telefon 0921-912750 und per E-Mail unter verbraucherservice@medi.de angefordert werden.

Kreisen, pumpen, drehen, schöpfen

Mit speziellen Handgriffen regt der Physiotherapeut bei der Lymphdrainage die Aufnahme von gestauter Flüssigkeit aus dem Gewebe ins Lymphgefäßsystem an. Dabei werden die Pump-, Dreh- und Schöpfgriffe den unterschiedlichen Körperregionen angepasst. Schwellungen sowie dadurch bedingte Schmerzen und Spannungsgefühle klingen ab. Im Unterschied zur klassischen Massage wird dabei nicht "geknetet", sondern es werden sanft kreisende, pumpende und rhythmische Bewegungen mit geringem Druck ausgeführt. Dadurch wird die Transportfunktion des Lymphgefäßsystems aktiviert und die Flüssigkeit in die Lymphbahnen geleitet.

In Bewegung bleiben

Durch die gleichmäßigen und sanften Bewegungen wird die Behandlung als wohltuend und entspannend empfunden. Die Lymphdrainage ist neben Hautpflege, Kompression und Bewegung ein Baustein der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) zur Behandlung von Lymphödempatienten. Nach Aufklärung und Schulungen kann der Patient die Therapie selbst zielgerichtet unterstützen. Bewegung mit Kompression regt den Lymphfluss effektiv an. Ob Spaziergang, Nordic Walking, Radfahren oder moderates Krafttraining - der Therapeut kann ein individuelles Übungsprogramm zusammenstellen.

Hintergrund: das Lymphsystem

(djd). Das Lymphsystem gehört zum Immunsystem. Es besteht aus den lymphatischen Organen wie Milz, Mandeln und dem Lymphgefäßsystem. Wie ein Netz überzieht es den Körper unter der Haut und sammelt, transportiert und filtert die eiweißreiche Gewebsflüssigkeit - die Lymphe. Dazu zählen Bluteiweiße, Stoffwechsel- und Entzündungsprodukte. So befreit das Lymphgefäßsystem den Körper von Viren, Bakterien und abgestorbenen Zellen. Staut sich die Lymphe, kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe - es entstehen Schwellungen, die Lymphödeme. Hier hat sich die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie bewährt. Ihre Bestandteile sind: Hautpflege, manuelle Lymphdrainage, Kompressionstherapie, Bewegung und Selbstmanagement. Mehr Infos gibt es unter www.medi.de.


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