Macht Bier dick? 500 Jahre Reinheitsgebot: Rund um den Gerstensaft halten sich einige Mythen

Samstag, 20.02.2016 |
Die Bundesbürger sind stolz auf "ihr" Reinheitsgebot: In einer Umfrage verbinden 83 Prozent damit eine bestimmte Qualität des Bieres und 80 Prozent die traditionelle Herstellung.
Die Bundesbürger sind stolz auf "ihr" Reinheitsgebot: In einer Umfrage verbinden 83 Prozent damit eine bestimmte Qualität des Bieres und 80 Prozent die traditionelle Herstellung.
© djd/Brauerei C. & A. Veltins

(djd). Vor 500 Jahren, am 23. April 1516, wurde das Reinheitsgebot proklamiert: In Bier gehört nur Wasser, Hopfen und Gerste, später kam noch die Hefe als zulässiger Bestandteil hinzu. Die Bundesbürger sind stolz auf "ihr" Reinheitsgebot: In einer TNS-Emnid-Umfrage für die Brauerei C. & A. Veltins verbinden 83 Prozent der Befragten damit eine bestimmte Qualität des Bieres und 80 Prozent die traditionelle Herstellung. Untrennbar mit der langen Biertradition verbunden sind aber auch viele Mythen rund um den Gerstensaft.

Legende Nummer 1: Bier sorgt für den Bierbauch

100 Milliliter Pils bringen es auf 43 Kalorien - die gleiche Menge Apfelsaft enthält 57 Kalorien, Sekt kommt sogar auf 83 Kalorien. So schafft Bier natürlich keinen Bierbauch! Allerdings kann Bier tatsächlich eine appetitanregende Wirkung haben, denn Kohlensäure und Alkohol verlocken dazu, dem Hunger nachzugeben. "Wer Bier ganz bewusst genießt, kann wegen des Biers eigentlich keine Probleme mit der Figur bekommen", meint Ulrich Biene von Veltins.

Legende Nummer 2: "Bier auf Wein, das lass sein"

Eine Weisheit, die keine ist, aber sich hartnäckig hält. "Wissenschaftlich gesehen haben diese Sprüche keine Grundlage", so Ulrich Biene. Ihren Ursprung hätten sie stattdessen im Mittelalter, wo damit soziale Unterschiede benannt wurden: Bier galt als Getränk der einfachen Leute, Wein war der "besseren" Gesellschaft vorbehalten.

Legende Nummer 3: Das perfekte Pils braucht sieben Minuten

Tatsächlich sollte ein frisches Bier in drei Minuten und drei Zügen gezapft werden. "Durch zu ausgiebiges Zapfen büßt Bier viel Kohlensäure ein", erklärt Ulrich Biene. Ein Bier gelinge perfekt, wenn man ein kalt gereinigtes Glas schräg halte und zunächst zu etwa zwei Dritteln anzapfe. Nachdem sich der erste kräftige Schaum abgesetzt hat, könne direkt nachgezapft werden. Beim dritten Mal wird das Glas nur noch mit einer ansprechenden Schaumkrone versehen. Mehr zu Bräuchen und Mythen rund um das Bier findet man unter www.reinheitsgebot.de.

Bier - ein reines Männergetränk?

Bier ist längst kein "Männergetränk" mehr. Einer Studie des Max-Rubner-Instituts (MRI) zufolge - dies ist das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel - trinken 48 Prozent der deutschen Frauen lieber Bier als Wein. Gerade bei den 19- bis 24-Jährigen gibt es keine "Geschlechterunterschiede" mehr: In dieser Altersgruppe konsumieren sowohl Männer als auch Frauen am liebsten Bier, wenn sie alkoholische Getränke genießen. Mehr Informationen gibt es beim Deutschen Brauer-Bund unter www.reinheitsgebot.de.


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