Gutes Handwerk braucht Zeit: So entsteht aus Kakaobohnen eine vollmundige Schokolade

Hier werden die Kakaobohnen geröstet.
Hier werden die Kakaobohnen geröstet.
© djd/www.edelmond.de

(djd). Die Deutschen lieben Schokolade. Nach Angaben der "Welt" isst der Bundesbürger im Durchschnitt jedes Jahr mehr als neun Kilogramm davon. Doch wie wird eine hochwertige, handwerklich produzierte Schokolade überhaupt hergestellt und wo liegt der Unterschied zu industriell gefertigter Massenware? Schließlich zeigt sich beim Blick auf die Zutatenliste, dass die meisten Schokomarken sehr ähnliche Zutaten und Kakaomasse verwenden.

Melangieren von ganzen Kakaobohnen

"Wenn man eine zart schmelzende Schokolade mit vielschichtigen Aromen erhalten möchte, ist die wichtigste Zutat genügend Zeit", erklärt Thomas Michel, Inhaber von Edelmond Chocolatiers. "Es ist wie bei einem preiswerten Brot: Was schnell und auf Masse produziert wird, lässt beim Geschmack oft zu wünschen übrig." Auch die Schokolade braucht Zeit, um ihre vollen Aromen entfalten zu können. Der erste Schritt auf dem langen Weg zur Schokolade ist der Einkauf von Edelkakaobohnen, die erst mal gesäubert und geschält werden. Dann wird das erste von zwei Herzstücken der handwerklichen Schokoladenherstellung erreicht: Beim Melangieren in der Walzmaschine zerreiben große, langsam rotierende Mahlwerke die vollen Kakaobohnen immer weiter, bis sie sich in eine geschmeidige warme Masse verwandelt haben. Je länger die Bohnen in der Maschine zum perfekten Geschmack geführt werden, umso mehr Zeit haben die Naturaromen, ihr volles Potenzial zu entfalten. 45 Stunden kann dieser Prozess schon einmal dauern, bis aus dem warmen Kakaomus eine besondere Edelschokolade oder sogar eine rohe vegane Bio-Schokolade wird. Dann geht es weiter zum Temperieren, also dem Erwärmen und Vermischen aller Komponenten. Hier wird abgeschmeckt und entschieden, welche Veredelung die Sorte erfährt. Nur bei dieser Machart spricht man von langzeitgeführter Schokolade, wo sich der verborgene Reichtum an kakaoeigenen Aromen Stufe um Stufe entwickelt. Unter www.edelmond.de beispielsweise findet man eine Auswahl solcher geführten Schokoladen. Das behutsame Verarbeiten erfordert viel Fingerspitzengefühl. Verkürzt man es mittels chemischer Alkalisierung auf wenige Minuten - wie oft bei industriell hergestellten Schokoladen der Fall -, gehen die ursprünglichen Charakteristika und viele Inhaltsstoffe des Kakaos verloren.

Vorzüglicher Genuss oder süße Nascherei

Zu guter Letzt entscheiden die Chocolatiers, ob eine liebliche Milchschokolade, eine rohe mit 82 Prozent Kakaoanteil oder sogar eine der bittersten Schokoladen der Welt aus 100 Prozent Kakao zur Tafel gegossen wird. Die enthaltenen Antioxidantien, Polyphenole und Flavanoide machen Kakao zur Superfrucht. Wie Thomas Michel schmunzelnd meint: "Kakao ist (m)ein Gemüse."


Das könnte Sie auch interessieren

Es gibt Filme, die ihrer Zeit so weit voraus waren, dass sie erst Jahrzehnte später ihre volle Wirkung entfalten. „Wanda“, das einzige Regiewerk der Schauspielerin Barbara Loden, ist ein solches Juwel. Ab dem 9. April 2026 kehrt dieses raue, ehrliche Stück Filmgeschichte zurück auf die große Leinwand – eine Einladung, eine der eigenwilligsten... weiterlesen

Was macht man, wenn man plötzlich von einem Geist heimgesucht wird, den außer einem selbst niemand sehen kann – und der obendrein ziemlich zynisch ist? Vor dieser Herausforderung steht die Schülerin Elli in der emotionalen Dramedy „Ghost Bastard“, die am 9. April 2026 in den Kinos in Deutschland, Österreich und der Schweiz startet. Regisseur Erkan Acar... weiterlesen

Das Opernereignis des Jahres findet heute (04.04.2026) um 20:15 Uhr auf 3sat seinen Weg auf die Bildschirme, wenn die Aufzeichnung von Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier" aus dem Opernhaus Zürich ausgestrahlt wird. Wer bei diesem Werk an prunkvolle Reifröcke, vergoldete Säle und die übliche Wiener Rokoko-Seligkeit denkt, wird hier eines Besseren belehrt. Regisseur... weiterlesen

Das Warten hat ein Ende, denn der Samstagskrimi-Sendeplatz im ZDF gehört heute (04.04.2026) um 20:15 Uhr endlich wieder dem kauzigen Privatdetektiv Georg Wilsberg (Leonard Lansink) aus dem Antiquariat. Im neuen Münsterkrimi "Mogelpackung" taucht er tief in den Sumpf des Münsteraner Wohnungsmarktes ein, wo Sanierungsdruck und skrupellose Immobilienfirmen das Stadtbild... weiterlesen

Eine eingeschränkte Nasenatmung ist weit mehr als nur ein kleines Ärgernis. Sie zwingt den Körper zur Mundatmung, was häufig zu Schnarchen, trockenem Mund und einer deutlich reduzierten Schlafqualität führt. Das Gründer-Trio von VENTICROSS aus Stuttgart hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine diskrete und komfortable Lösung für dieses mechanische... weiterlesen

Millionen Menschen leiden unter den kleinen, rauen Erhebungen an Oberarmen und Beinen, die medizinisch als Keratosis Pilaris bekannt sind. Obwohl etwa jeder Dritte betroffen ist, wurde das Thema lange Zeit stiefmütterlich behandelt. Das Berliner Start-up Tanera Skin tritt nun an, um spezialisierte Lösungen für dieses weit verbreitete Hautproblem zu bieten und Betroffenen ihr... weiterlesen

Was würdest du tun, wenn du den Mörder deines Kindes nicht nur einmal, sondern immer und immer wieder bestrafen könntest? Am 9. April 2026 erscheint mit „REDUX REDUX“ ein Thriller-Highlight digital, das bereits auf dem Fantasy Filmfest 2025 für Aufsehen gesorgt hat. Der Titel ist hierbei Programm: In einer scheinbar endlosen Schleife aus Vergeltung verliert... weiterlesen

Mit der 50. Staffel meldet sich heute (03.04.2026) um 20:15 Uhr im ZDF eine der langlebigsten Freitagskrimi-Reihen zurück und schlägt zum Jubiläum sofort Töne an, die unter die Haut gehen. In acht neuen Folgen dürfen sich die Zuschauer auf das gewohnt stabile Ermittlerteam verlassen, denn Thomas Heinze, Stephanie Stumph und Yun Huang bleiben als festes Ensemble... weiterlesen

NS-Befehlshaber Meckerle (Devid Striesow) setzt Buback (Nicholas Ofzcarek) unter Druck: Der Gestapomann muss ihn als Abendbegleiter seiner heimlichen Geliebten, der Schauspielerin Marleen Baumann vertreten.
© ARD Degeto Film/NDR/Servus TV/Canal+Austria/HR/Zeitgeist Filmproduktion/EPO-Film/Petro Domenigg

Abgrund im Angesicht des Untergangs: Die vierteilige Miniserie "Sternstunde der Mörder" heute (03.04.2026) in der ARD

Mit einer Wucht, die weit über herkömmliche Historienkrimis hinausgeht, zeigt die ARD heute am Karfreitag (03.04.2026) um 20:15 Uhr die vierteilige Miniserie "Sternstunde der Mörder" am Stück. Basierend auf der Vorlage des tschechischen Humanisten Pavel Kohout entwirft Regisseur Christopher Schier ein beklemmendes Panorama der letzten Kriegstage im okkupierten Prag von... weiterlesen