• Ratgeberbox
  • Geld & Recht
  • Finanzielle Hilfen bei unerfülltem Kinderwunsch: Auch Paare ohne Trauschein sollten Zuschüsse bekommen können

Finanzielle Hilfen bei unerfülltem Kinderwunsch: Auch Paare ohne Trauschein sollten Zuschüsse bekommen können

51 Prozent aller Befragten zwischen 20 und 50 Jahren würden bei unerfülltem Kinderwunsch eine künstliche Befruchtung in Erwägung ziehen. Bei den 26- bis 30-jährigen Frauen wären fast drei Viertel dafür.
51 Prozent aller Befragten zwischen 20 und 50 Jahren würden bei unerfülltem Kinderwunsch eine künstliche Befruchtung in Erwägung ziehen. Bei den 26- bis 30-jährigen Frauen wären fast drei Viertel dafür.
© djd/IKK classic

(djd). Bisher sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen, unter denen sich die Krankenkassen an den Kosten für eine künstliche Befruchtung beteiligen, in Deutschland relativ eng. So müssen Paare beispielsweise noch immer verheiratet sein, um eine Zuzahlung zu bekommen. Eine aktuelle, repräsentative Online-Umfrage der IKK classic zeigt, dass sich vor allem hier ein Großteil der 1.000 Befragten Lockerungen wünscht.

Was die Krankenkassen leisten

Schätzungen zufolge sind in Deutschland rund sechs Millionen Männer und Frauen ungewollt kinderlos, jährlich werden über 100.000 Kinderwunschbehandlungen durchgeführt. Anrecht auf Unterstützung durch die gesetzlichen Krankenkassen haben Ehepaare, die den Altersgrenzen entsprechen: Beide müssen über 25 Jahre alt sein, Frauen dürfen höchstens 40 und Männer maximal 50 Jahre alt sein. Zudem muss zuvor ärztlich festgestellt werden, dass die Behandlung Aussicht auf Erfolg hat. Dann übernehmen die Kassen 50 Prozent der Kosten für die ersten drei Versuche einer künstlichen Befruchtung. Der aktuellen Umfrage zufolge wünschen sich 54 Prozent vor allem Lockerungen in der Trauschein-Frage, auch für unverheiratete Paare sollten die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen gelten. Dass beide Partner dafür zuvor eine gewisse Zeit zusammengelebt haben sollten, befürworten 30 Prozent. "Ein unerfüllter Kinderwunsch ist ein sehr sensibles Thema", so Maren Soehring von der IKK classic. "Schon jetzt unterstützen wir betroffene Paare über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus. Bei den Rahmenbedingungen ist jedoch die Politik gefragt."

Auch aktuell: Das Thema "Social Freezing"

Sofern sich die Karriereplanung mit dem Kinderwunsch nicht vereinbaren lässt, wäre für mehr als 40 Prozent der Befragten "Social Freezing" eine Alternative. Dabei werden Eizellen entnommen und eingefroren, um sie später für eine künstliche Befruchtung zu nutzen. Die Kosten liegen pro Eingriff bei etwa 3.000 Euro zuzüglich 300 bis 600 Euro pro Jahr für die Konservierung. "Für junge Erwachsene, die an Krebs erkrankt sind, werden die Kosten für eine Kryokonservierung ab Mai 2019 von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Durch die Konservierung von Keimzellgewebe, Ei- und Samenzellen kann diese Patientengruppe auch nach einer Krebsbehandlung noch Kinder bekommen", erklärt Maren Soehring. Neun von zehn Befragten begrüßen diese Regelung grundsätzlich. Allerdings sind 60 Prozent der Ansicht, dass auch Frauen ohne Krebserkrankung beim "Social Freezing" finanziell unterstützt werden sollten. Mehr als ein Drittel der Befragten wiederum lehnt "Social Freezing" für sich persönlich ab. Mehr Infos sowie die komplette Studie gibt es unter www.ikk-classic.de/studien.

Kinderwunschbehandlung: So gibt es weitere Zuschüsse

(djd). Eine Kinderwunschbehandlung kostet je nach Methode zwischen 1.000 und 4.000 Euro pro Versuch. Manche Krankenkassen gewähren ihren Mitgliedern zusätzliche Unterstützung. So reduziert etwa die IKK classic den Eigenanteil der Behandlungskosten ihrer Mitglieder pro Versuch um bis zu 500 Euro. In einigen Bundesländern gibt es weitere Zuschüsse von Bund und Land. Die Richtlinien dafür sind unter www.informationsportal-kinderwunsch.de zu finden. Mehr Informationen gibt es auch unter www.ikk-classic.de.


Das könnte Sie auch interessieren

(djd). Die enorm gestiegenen Energiepreise erreichen viele Mieter erst mit Verzögerung - in Form hoher Nachzahlungen bei der Nebenkostenabrechnung für 2022. Laut Statista ist mehr als jede vierte Person in Deutschland (27 Prozent) in Sorge, diese anstehenden Kosten nicht zahlen zu können. Weitere 36 Prozent gaben in der Umfrage an, eher besorgt zu sein. Zwar versucht der... weiterlesen

(djd). Welche Auswirkungen haben die stark gestiegenen Energiepreise der vergangenen Monate auf die eigene Familie? Diese Frage bewegt aktuell viele Menschen in Deutschland. In einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag von BMI Deutschland für Braas gaben acht von zehn Hauseigentümern an, dass sie sich intensiv mit der Preisentwicklung für Strom und die... weiterlesen

Der Singer/Songwriter Sascha Bendiks pfeift auf stilistische Grenzen und erzählt vom Leben - vom Leben, wie es ist, und vom Leben, wie es sein sollte. Und pfeift dabei ganz bewusst auf stilistische Grenzen. Mit "Heimatmief" veröffentlicht Sascha Bendiks nun die erste Single aus seinem am 24. März erscheinenden Album "Leichtes Gepäck". Jetzt das... weiterlesen

Das Wort "Feel"- fühlen - steht in feinen Buchstaben auf Joel Brandensteins Hals tätowiert. Tief unter seiner Haut; genau da, wo der Sänger und Songwriter seit fast einer Dekade auch sein Publikum mit seinen Songs berührt. Mit seinem gefühlvollen Trademark-Stil aus bittersüßen Pianoklängen und seinen markanten Vocals hat sich der Thirty-Something in... weiterlesen

Als der österreichische Autor Marc Elsberg im Jahr 2012 seinen präzise recherchierten Thriller "Blackout - Morgen ist es zu spät" veröffentlichte, war noch nicht absehbar, wie aktuell das Thema eines flächendeckenden Stromausfalls jemals werden würde. Mit mehr als 2 Millionen verkauften Exemplaren, einem Verkauf des Buches in weitere 22 Länder und dank... weiterlesen

(djd). Verglichen mit anderen Altersgruppen schauen Menschen im Rentenalter sehr viel fern: Während die Deutschen durchschnittlich für dreieinhalb Stunden am Tag das TV-Gerät einschalten, tut dies die Generation 65 plus für mehr als sechs Stunden. Das geht aus einer Erhebung der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) hervor. Die beliebtesten Fernsehformate von... weiterlesen

(djd). Ob leichtes Abendessen oder Fingerfood für das Treffen mit Freunden: Vegetarische und vegane Snacks und Gerichte stehen ganz hoch im Kurs. Herzhaft und fantasievoll zubereitet, schmecken sie auch Fleischfans und machen so alle Gäste glücklich. Besonders knusprige Köstlichkeiten gelingen mit veganen Chips auf der Basis von Linsen, Hummus oder Quinoa –... weiterlesen

Das Drama "Aus meiner Haut" läuft ab 02.02.2023 in den deutschen Kinos.
© HappySpots / Filmplakat: X Verleih

Ab 02.02.2023 im Kino: "Aus meiner Haut"

Auf den ersten Blick wirken Leyla (Mala Emde) und Tristan (Jonas Dassler) wie ein glückliches Paar. Gemeinsam reisen sie zu einer abgelegenen Insel, auf die Leylas Jugendfreundin Stella (Edgar Selge) sie eingeladen hat. Schon bei der Ankunft zeigt sich: Hier finden rätselhafte Dinge statt. Zahlreiche Paare kommen in den letzten Sommertagen zusammen, um die Welt... weiterlesen