Es muss nicht immer Plastik sein: Technik für Kinder kann auch aus Holz bestehen

Trend-Teil: Der hölzerne MP3-Player "Hörbert" besteht aus nachhaltigen Rohstoffen.
Trend-Teil: Der hölzerne MP3-Player "Hörbert" besteht aus nachhaltigen Rohstoffen.
© djd/WINZKI GmbH&Co. KG/Ruediger Schestag

(djd). Wenn Verbraucherschützer Kinderspielzeug unter die Lupe nehmen, sind die Ergebnisse oft erschreckend: Weichmacher in Kunststoffen, gefährliche Kleinteile, Farben, die nicht speichelfest sind. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Produkte nicht mehr darauf ausgelegt ist, möglichst lange Freude zu bereiten und damit nachhaltig zu sein. Vieles landet schon nach kurzer Zeit auf dem Müll, weil es kaputtgeht.

Auch Technik kann "öko" sein

Doch es gibt auch den Gegentrend - kleine Hersteller, die sich mit ökologisch durchdachtem und sinnvollem Spielzeug gegen Wegwerfware behaupten können. Und das nicht nur mit Bauklötzen oder Kuscheltieren, sondern auch mit technischen Geräten. Tüftler und Familienvater Rainer Brang aus Nürtingen hat zum Beispiel einen MP3-Player aus Holz entwickelt. Bereits seit 2011 gibt es "Hörbert", ein Abspielgerät ohne Schnickschnack, aber mit den für Kinder wichtigsten Funktionen. Das Abspielgerät ist langlebig und im Fall des Falles zu reparieren. "Wir verwenden heimische Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft, recycelbaren Kunststoff für die Tasten und Edelstahl", erklärt Softwareentwickler Brang. Die Geräte sind so einfach konzipiert, dass schon Zweijährige sie intuitiv bedienen können, und so robust, dass sie überall mit hin dürfen. Unter www.hoerbert.com gibt es nicht nur fertige Player zum Bestellen, sondern auch Bausätze für Hobbybastler und viele nützliche Tipps, etwa zu lizenzfreien Hörinhalten für die Speicherkarte und Einblicke in die Manufaktur.

Augen auf beim Spielzeugkauf

Die Verbraucherzentralen raten Eltern generell, Spielzeug sorgfältig zu prüfen, bevor es in Kinderhände gelangt. Die Experten raten:

  • Bei Spielzeug aus Plastik, das unangenehm oder auffällig riecht, ist die Gefahr der Schadstoffbelastung hoch. Daher erst schnuppern, dann kaufen.
  • Spielzeug für Kleinkinder darf keine Teile enthalten, die sich leicht ablösen lassen (Teddy-Augen, Reifen an Mini-Fahrzeugen).
  • Bei Plüschtieren dürfen sich keine Fasern aus dem Kunstfell lösen.
  • Lackierungen dürfen beim Reiben oder Kontakt mit Wasser nicht abfärben.
  • Secondhand sind auch hochwertige Spielzeuge günstig zu bekommen. Haben sie ausgedient, können sie wiederum weitergegeben werden und leisten so auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit.

 

Unbekannte Moleküle

(djd). Bereits seit 2015 untersuchen Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts unterschiedliche Spielwaren auf ihre Schadstoffbelastung und stoßen immer wieder auf unbekannte Moleküle in Plastikfiguren, Schwimmflügeln oder Kopfhörern. Sie entstehen unter anderem, wenn unterschiedliche Materialien miteinander reagieren - vorhersehbar sind diese Reaktionen selten. Für den Nürtinger Unternehmer Rainer Brang eine Bestätigung, ausschließlich unbedenkliche Bauteile bei seinem hölzernen MP3-Player zu verwenden, erhältlich unter www.hoerbert.com.


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