Erleben, wie Pflanzen kommunizieren: Der Frankfurter Palmengarten feiert 150-jähriges Jubiläum

Palmengarten-Direktorin Katja Heubach an einer historischen Sichtachse.
Palmengarten-Direktorin Katja Heubach an einer historischen Sichtachse.
© djd/PalmenGarten Frankfurt a.M./Salome Roessler

(djd). Natur mitten in der Großstadt: Im Frankfurter Palmengarten ist der Trubel der Mainmetropole schnell abgelegt. Auf 22 Hektar wachsen rund 13.000 Pflanzenarten. In diesem Jahr feiert die Stadt das 150-jährige Bestehen des Gartens. Im Zuge dessen haben sich verschiedene kreative Köpfe Besonderes ausgedacht.

Soundinstallationen

Der Klangkünstler Lasse-Marc Riek etwa verwandelt den Palmengarten noch bis Ende Oktober an acht Plätzen in eine subtile Klanglandschaft. Das gelingt durch seine Installationen, den sogenannten "Transformationen". Der Künstler überträgt normalerweise Unhörbares im Palmengarten in hörbare Klangspuren. Dabei geht er der Frage nach, ob Pflanzen eigentlich Geräusche oder sogar Musik machen und ob der Palmengarten ein akustisches Gedächtnis aus vergangenen Jahrzehnten hat.

Pflanzen und Menschen begegnen sich

Auf der großen Spielwiese des Parks haben Studierende des Instituts für Materialdesign der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach zudem einen besonderen, mit Pflanzen bewachsenen Pavillon als Raumgebilde entworfen und installiert. Entstanden ist ein Begegnungsort zwischen Pflanze, Natur und Mensch. Eine am Pavillon angebrachte Sensorik misst Impulse, die durch äußere Einflüsse entstehen. Die Interaktionen und Reaktionen der Gewächse mit der Umgebung werden dann in ein Licht- und Soundbild transformiert. Jede Störung, sei es ein eintretender Gast, ein Tier oder auch nur ein Windhauch, erzeugt Spannung in den Pflanzen. Die Klang- und Lichtinstallationen machen diese sicht- und hörbar, indem sich die Farbe verändert oder ein anderer Klang zu hören ist. "Mit unserem ´imd_plant transistor´ veranschaulichen wir das von Kommunikation und Reaktion geprägte verborgene Netzwerk der Pflanzen und deren Übertragbarkeit auf die gebaute Umwelt", erklärt Markus Holzbach, Leiter des Instituts für Materialdesign an der HfG.

Die Zeitebenen treffen sich

Nicht zuletzt können die Besucher des Palmengartens auch eine Reise in die Vergangenheit unternehmen. Beim Spaziergang durch den Park treffen sie an 14 Orten auf fuchsiarote Sichtachsen. Das sind Stelen, die jeweils mit zwei Rahmen versehen sind. Einer davon zeigt die historische Aufnahme des Standortes, der andere ist durchlässig für Blicke auf die heutige Ansicht. Unter www.palmengarten.de kann man vorab schon einige Stellen kennenlernen. Kurze historische Abrisse geben einen Überblick darüber, wie sich der Palmengarten in den vergangenen 150 Jahren gewandelt hat.


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