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Eine Stadt zwischen Kirche und Krone: Wo Zeugnisse geistlicher und weltlicher Macht erlebbar sind

Samstag, 05.07.2025 |
Ein Fürstpropst hat die Wallfahrtskirche Schönenberg erbauen lassen.
Ein Fürstpropst hat die Wallfahrtskirche Schönenberg erbauen lassen.
© DJD/Stadt Ellwangen/Andi Schmid

(DJD). In den Ausläufern der Ostalb liegt ein Ort mit einer besonderen kirchlich-weltlichen Doppelrolle: die Stadt Ellwangen. Sie war die erste von nur drei Fürstpropsteien im Heiligen Römischen Reich. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten zeugen heute noch von der Geschichte – vom Schloss bis zur Basilika. Wer nach dem Stadtrundgang Erholung sucht, findet sie im umliegenden Seenland.

Herrscher über zwei Welten

Die Fürstpropstei Ellwangen wurde von einem sogenannten Fürstpropst regiert. Genau wie ein Fürstbischof hatte der Fürstpropst geistliche und weltliche Macht über ein Territorium, dem er als Landesherr vorstand. Der Abt von Ellwangen wurde 1460 zu einem Fürstpropst erhoben und bekam dadurch zusätzlich zu seiner kirchlichen Macht die weltliche Macht zugesprochen. Er und seine Nachfolger lebten damals im Schloss ob Ellwangen, ihrem Wohn- und Herrschaftssitz. Das Schloss gibt es heute noch, es beheimatet unter anderem sakrale Kunstgegenstände, Schrezheimer Fayencen, fürstliches und königliches Mobiliar sowie eine umfangreiche Puppenstubensammlung. Besonders spannend ist die Sonderführung auf dem Schloss zur Hexenverfolgung, die die Geschichte eines 16-jährigen Mädchens behandelt. Ein Mahnmal im Galgenwald erinnert ebenfalls an diese Zeit. Die Fürstpropstei bestand fast 350 Jahre, bis sie 1802 säkularisiert wurde.

Historie in der ganzen Stadt erleben

Über das Schloss hinaus gibt es weitere Gebäude, die mit der ehemaligen Fürstpropstei zusammenhängen. So hat der Fürstpropst Johann Christoph Adelmann die Wallfahrtskirche Schönenberg erbauen lassen, die zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart zählt. Im Palais Adelmann in der Innenstadt wohnten viele Freiherren und Grafen, die als Stiftsherren und adelige Beamte im Dienst der Fürstpropstei standen. Und in der Basilika St. Vitus, einer spätromanischen Kirche aus dem 13. Jahrhundert, hängen an einer Wand Gemälde von allen Fürstpröpsten. Für alle, die mehr über die Zeit rund um die weltliche und geistliche Herrschaft erfahren möchten, empfiehlt die Touristen-Information auf ihrer Website www.tourismus-ellwangen.de die Führung "Den Fürstpröpsten auf der Spur". Bei dieser Stadtführung erkunden die Teilnehmenden die historische Altstadt, besichtigen die Basilika St. Vitus, die evangelische Stadtkirche und den Marktplatz mit den barocken Stiftsherrenhäusern.

Extra-Tipp: Entspannen im Seenland

Wem nach der ganzen Geschichte der Kopf raucht, der kann sich im umliegenden Seenland erholen. Zahlreiche Wander- und Radwege führen unter anderem zu mehreren Badeseen – ideal für eine Pause im Grünen.


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