Die zehn häufigsten Baufehler: Mängel rechtzeitig erkennen, Folgeschäden vermeiden

Bereits während der Bauphase sollten Bauherren die Arbeiten von einem unabhängigen Berater überwachen lassen, um Mängel und teure Folgeschäden zu vermeiden.
Bereits während der Bauphase sollten Bauherren die Arbeiten von einem unabhängigen Berater überwachen lassen, um Mängel und teure Folgeschäden zu vermeiden.
© djd/Bauherren-Schutzbund

(djd). Baumängel sind im Neubau von Eigenheimen an der Tagesordnung. Das bestätigt eine aktuelle Langzeitstudie des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) und des Instituts für Bauforschung (IFB). Die Studie steht unter www.bsb-ev.de zum Download bereit. Sie gibt Tipps zur Vorbeugung sowie Mängelbeseitigung und nennt Beispiele für die zehn häufigsten Mängel:

  1. Mangelhafte Kellerabdichtung: Feuchteschäden im Keller können teure Abdichtungs- und Sanierungsarbeiten erforderlich machen.
  2. Luftdichtheitsebene: Mängel in der Luftdichtheit steigern die Heizkosten und verschlechtern das Raumklima. Zudem kann es zur Durchfeuchtung der Dämmung kommen.
  3. Schallbrücken: Wird der Schallschutzstandard etwa bei Doppel- oder Reihenhäusern nicht eingehalten, ist mit dauerhaften Lärmbelästigungen zu rechnen. Nachträgliche Verbesserungen sind meist nicht mehr möglich.
  4. Feuchter Estrich: Wenn der Bodenbelag über einem noch nicht getrockneten Estrich verlegt wird, kann er langfristig Schaden nehmen.
  5. Fehlender Ringanker: Fehlen in der Dachkonstruktion Ringanker oder Ringbalken zur Aufnahme von Zug- und Druckkräften, kann es zu Rissen im Mauerwerk kommen.
  6. Falsch dimensionierte Fußbodenheizung: Wenn die Fußbodenheizung zu klein dimensioniert ist, weil beispielsweise die vorgeschriebene Heizlastberechnung nicht erstellt oder beachtet wurde, wird das Haus nicht warm.
  7. Nicht fachgerechtes WDVS: Kreuzfugen, also nicht fachgerecht gesetzte Elemente eines Wärmedämmverbundsystems aus Polystyrol, können Risse im Putz verursachen. Das ist nicht nur ein optischer Mangel, eindringendes Wasser minimiert die Dämmwirkung und birgt die Gefahr von Folgeschäden.
  8. Mangelhafte Sockelabdichtung: Wenn sich Sockelabdichtungen etwa wegen nicht kompatibler Materialien lösen, kann es zu Feuchteschäden in den angrenzenden Bereichen kommen.
  9. Gefährdete Trinkwasserhygiene: Eine nicht fachgerecht ausgeführte Stichleitung zu einer selten genutzten Wasserentnahmestelle beispielsweise im Garten kann Stillständen und Verkeimungen im Trinkwasser auslösen.
  10. Bauabdichtung im Bad: Falsch ausgeführte Abdichtungen etwa im Bereich der Dusche können zur Durchfeuchtung der darunter liegenden Bauteile führen.

 

"Mängel werden vor allem dann zum Problem, wenn sie nicht frühzeitig erkannt werden", warnt Florian Becker, Geschäftsführer des BSB. Baubegleitende Qualitätskontrollen durch einen unabhängigen Bauherrenberater decken Baumängel frühzeitig auf, bevor sie teure Folgeschäden nach sich ziehen können. Becker betont: "Bauherren sind keine Bittsteller. Jeder hat das Recht auf ein mangelfreies Werk, das vom Auftragnehmer erbracht werden muss."


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