Beziehungsfähig oder nicht? Diese vier Verhaltensweisen zeigen, wie reif man selbst ist

In einer liebevollen Beziehung haben beide Partner geichberechtigt ihren Platz.
In einer liebevollen Beziehung haben beide Partner geichberechtigt ihren Platz.
© djd/LoveScout24

(djd). Flirten, Daten, Liebe, Sex: diese Themen sind oft überladen mit Wünschen, Erwartungen, Klischees und Vorurteilen. "Häufig glauben wir an ein Idealbild, das mit der Realität und nachhaltigem Glück wenig zu tun hat", so LoveScout24-Beziehungsexpertin und Tiefenpsychologin Dr. Katharina Ohana. Die Partnersuche sei zunehmend "eingeklemmt" zwischen den eigenen Erfahrungen und einem offiziellen Idealbild. Ob es gelinge, eine glückliche Partnerschaft zu führen, hänge von der Beziehungsfähigkeit ab.

Vier reife/gesunde und vier unreife Verhaltensweisen bei der Partnersuche

Wer etwa im Internet seinen Partner sucht, kann sich dabei nach Ansicht von Ohana in Sachen Beziehungsfähigkeit "unreif" oder "reif/gesund" verhalten. Der Begriff "unreif" sei keine Verurteilung, sondern nur eine Beschreibung der Realität. An vier Verhaltensweisen werden die Unterschiede deutlich:

Erwartungen an den Partner

  • Unreif: Man hat hohe Ansprüche, denn man hat seinen Marktwert in Sachen Körper, Bildung, Verdienst und Status maximiert. Auf einer Liste muss der Traumpartner mindestens 90 Prozent der Punkte erfüllen.
  • Gesund: Man hätte gerne eine liebevolle Beziehung, in der jeder gleichberechtigt seinen Platz hat und man eine schöne Zeit zusammen verbringt, gibt und nimmt, aber auch Grenzen setzt.

 

Dating-Profil

  • Unreif: Man stellt alte Fotos ein, auf denen man ein paar Jahre oder Pfunde weniger hat. Kinder oder Kinderwunsch werden nicht erwähnt, obwohl vorhanden. Hobbys und Interessen werden aufgehübscht. Wenn jemand Tolles angebissen hat, rückt man langsam mit der Wahrheit raus.
  • Gesund: Man kennt sich selbst, weiß, was einem wichtig ist und was wichtig ist für eine dauerhafte Beziehung. Dazu erstellt man ein möglichst genaues, humorvolles Profil. Es gibt wichtige Dinge wie Werte, Lebensgewohnheiten, Respekt und ein gesundes Nähe-Distanz-Empfinden sowie weniger wichtige Dinge wie etwa gleiche Hobbys und Interessen.

 

Verliebt sein

  • Unreif: So soll und wird es immer bleiben, am besten heiratet man morgen, dann hat man das Glück vertraglich verpflichtet.
  • Gesund: Ich genieße die Zeit, weiß aber, dass ich den anderen nicht realistisch wahrnehme (hormonelle Verblendung). Man versucht, diese rosarote Sicht auf den anderen ein Stück weit zu bewahren. Es wird sich schon alles finden.

 

Absagen/Abmelden

  • Unreif: Man meldet sich einfach nicht mehr. Oder reagiert auf eine Absage beleidigend. Oder hat sich verliebt und bleibt angemeldet.
  • Gesund: Man bedankt sich höflich für den netten Kontakt oder das Treffen und sagt freundlich, dass es doch nicht so gut passt. Oder: Man hat sich verliebt und lässt sich auf den Menschen ein, löscht sein Profil und meldet sich ab.

 

Erste Bezugspersonen prägen grundlegend

(djd). "Wie wir lieben, lernen wir in unserer Kindheit", so LoveScout24-Beziehungsexpertin Dr. Katharina Ohana. Die ersten Beziehungen seien prägend und würden entscheiden, ob man auf Anhieb beziehungsfähig sei oder ob man sich dies später erst erarbeiten müsse. "Wer als Kind um seiner selbst willen geliebt wurde, den eigenen Selbstwert in der Liebe der Eltern gesund gelernt hat und in ausgewogener Weise Anerkennung und Zuwendung erfahren hat, wird sehr wahrscheinlich später gute Beziehungen führen", so Ohana. Würden Beziehungen immer wieder scheitern, könne man davon ausgehen, dass mit der Liebe der Eltern etwas schiefgelaufen sei. Allerdings könne man vieles selbst verändern: "Die Reife unserer Erwartungen ist der Schlüssel zum Glück."


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