Wintereinbruch: Mehr Zeit für den Weg zur Arbeit einplanen

Dienstag, 03.02.2015 | Tags: Praxistipps
Schnee und Eis: Abends den Wetterbericht hören oder früher aufstehen
Schnee und Eis: Abends den Wetterbericht hören oder früher aufstehen
© dpp-AutoReporter

Schnee und Eis hat vielerorts Straßen wieder in Rutschbahnen verwandelt - man kommt oft nur im Schneckentempo voran. Natürlich betrifft er auch Busse, Straßen- oder Eisenbahnen. Was passiert, wenn ein Arbeitnehmer wegen solcher "Verkehrshindernisse" zu spät oder gar nicht am Arbeitsplatz erscheint?

Auch unpünktliche öffentliche Verkehrsmittel sind oft Ursache dafür, dass die Firma erst nach Dienstbeginn erreicht wird. Muss für die dadurch ausfallende Arbeitszeit der Arbeitgeber gerade stehen? Nein. Nach dem Gesetz haben die Betriebe nur dann das Arbeitsentgelt ohne Gegenleistung ihrer Mitarbeiter weiterzuzahlen, wenn sie aus einem "in ihrer Person liegenden Grund" nicht arbeiten können.

Solche Gründe liegen zum Beispiel vor, wenn eine Krankheit oder ein Unfall zur Arbeitsunfähigkeit führen. Verstopfte Straßen durch Unfälle oder Nebel, Schnee und Eis, die ursächlich dafür sind, dass Beschäftigte nicht zur gewohnten Stunde mit der Arbeit beginnen können, gehören nicht zu den "persönlichen Gründen" einer Arbeitsverhinderung. Mit anderen Worten: Das "Zeit-Risiko" des Anfahrtsweges zum Betrieb trägt der Arbeitnehmer.

Natürlich ist kein Arbeitgeber daran gehindert, kulant zu verfahren - was oft auch geschieht. Außerdem sehen für kurzfristige Verspätungen wegen schlechter Straßenverhältnisse vielfach Tarifverträge beziehungsweise Betriebsvereinbarungen Regelungen zugunsten der Arbeitnehmer vor. Überdies gilt für einen Großteil der Arbeitnehmer die "gleitende Arbeitszeit", die einen Ausgleich über die Woche oder einen Monat zulässt, wenn es zu Verspätungen gekommen ist.

Wo all dies nicht der Fall ist - weder Vertrag, Betriebsvereinbarung, Gleitzeitmöglichkeit oder Großzügigkeit des Chefs -, heißt es deshalb: Wer morgens im Schnee stecken bleibt, der muss abends oder zu einer anderen Zeit länger arbeiten oder hat, wenn das nicht möglich ist, weniger Geld auf der Lohnabrechnung. Da kann nur empfohlen werden: "Wenn es schneit: früher aufstehen!"

Andererseits muss der Arbeitgeber Lohn oder Gehalt weiterzahlen, wenn in seinem Betrieb nicht gearbeitet werden kann, etwa weil die Heizung ausgefallen ist. Das Bundesarbeitsgericht stellte vor Jahren schon fest, dass dieser Fall vom Betriebsrisiko der Firma erfasst werde. (AZ: 4 AZR 301/80)

Übrigens: Auch wenn ein Arbeitnehmer mehrfach zu spät zur Arbeit kommt, weil der Wettergott ihm nicht gut gesonnen war: Hals über Kopf darf ihm deshalb nicht gekündigt werden, sondern allenfalls nach einer Abmahnung. Übertreiben sollten es die Mitarbeiter aber nicht. Denn kommt zum wetterbedingten Fehlen hinzu, dass der Arbeitgeber gleich mehrere Male erst mit erheblicher Verspätung erfährt, dass der Job verspätet (oder gar nicht) aufgenommen werden kann, dann dauert es nicht lange bis zur Kündigung. Das Bundesarbeitsgericht: Dafür kommt es dann nicht einmal darauf an, ob der Betriebsablauf durch die mehrfachen Fehlzeiten erheblich gestört wurde; denn wäre das nicht der Fall gewesen, dann sei der betreffende Arbeitnehmer ja wohl "überflüssig"... (AZ: 2 AZR 147/00)

In diesem Zusammenhang interessiert: Passiert auf einem der Wege zur oder von der Arbeitsstelle ein Unfall, und das ist ja jahreszeitunabhängig, so tritt für die gesundheitlichen Folgen die gesetzliche Unfallversicherung ein. Denn bei solchen "Wegeunfällen" handelt es sich - wie bei einem Malheur, das während der Arbeitszeit passiert ist - um einen Arbeitsunfall. Das Leistungsspektrum der Berufsgenossenschaft ist weitergehender als das der gesetzlichen Krankenkassen.

Schließlich: Kommt es ausnahmsweise - zum Beispiel wegen schwieriger Wetterverhältnisse - dazu, dass ein Arbeitgeber seinen (im Regelfall wohl kleinen) Betrieb nicht beziehungsweise nicht rechtzeitig öffnen kann, so dass die Mitarbeiter keinen "Zugang" haben, dann gilt natürlich auch hier: Wer den Anlass setzt, dass nicht gearbeitet werden kann, der hat dafür aufzukommen...(Wolfgang Büser und Maik Heitmann/dpp-AutoReporter)


Das könnte Sie auch interessieren

Heute (23.07.2021) erreicht uns die traurige Nachricht vom Tod Alfred Bioleks. Er begeisterte bei seinem Haussender, dem WDR, Millionen Zuschauer mit erfolgreichen Formaten wie "Bios Bahnhof", "Boulevard Bio" oder "alfredissimo!". Aus diesem Anlass ändert die ARD heute das Programm. Ab 23:55 Uhr läuft der Film "Tschüss Bio!" von Oliver Schwabe. Im Anschluss ab... weiterlesen

Am Freitagabend (23.07.2021) ändern die ARD und alle Dritten Programme ihr Abendprogramm. Ab 20:15 Uhr läuft die Benefizgala "Wir halten zusammen!". Die Live-Sendung wird aus Köln und Leipzig übertragen. Ingo Zamperoni meldet sich aus Köln, während Sarah von Neuburg die Showteile aus Leipzig moderiert. Gemeinsam mit "Aktion Deutschland hilft - Bündnis... weiterlesen

RTL präsentiert heute (23.07.2021) ab 22:15 Uhr zum ersten Mal die neue Quizshow "The Wheel - Promis drehen am Rad" mit Chris Tall. Im Mittelpunkt der Show steht das kolossale, rotierende Rad - genannt "The Wheel". Bei Chris Tall treten drei Kandidaten an, welche von sieben Promi-Beratern unterstützt werden. Diese decken Spezialgebiete wie Rockmusik, Tiere oder Fußball... weiterlesen

"Top Dog Germany" ist der Titel der neuen Physical Dogshow auf RTL. Ausgestrahlt wird die sechsteilige Hundeshow ab heute (23.06.2021). Das Ganze ist eine Mischung aus "Deutschland sucht den Superstar" und "Ninja Warrior Germany", denn hier absolvieren Hunde einen Parcours und kämpfen um den Titel "Der beste Hund Deutschlands". Moderiert und kommentiert wird... weiterlesen

Im ZDF läuft heute (23.07.2021) wieder der Freitagskrimi. Ausgestrahlt wird ab 20:15 Uhr die Episode "Die Kunst des Scheiterns" aus der Krimireihe "Der Alte". Es handelt sich bei diesem Krimi um eine Wiederholung. Die Mordkommission München mit Hauptkommissar Richard Voss (Jan-Gregor Kremp), Kommissarin Annabell Lorenz (Stephanie Stumph), Kommissar Tom Kupfer (Ludwig Blochberger)... weiterlesen

1996 in Island geboren, aufgewachsen in Österreich, kann der Singer/Songwriter Thorsteinn Einarsson schon auf einige Erfolge zurückblicken: Für seine erste Hitsingle "Leya" räumte er im Jahr 2015 einen Amadeus Austrian Music Award in der Kategorie "Songwriter des Jahres" ab, sein Anfang 2016 erschienenes Album "1;" erreichte auf Anhieb Platz #6 der österreichischen... weiterlesen

Das gut ausgebaute Radwegenetz rund um Karlstadt hat von einfachen Touren wie hier direkt am Main bis hin zu anspruchsvollen Strecken alles zu bieten.
© djd/Stadt Karlstadt/Andreas Hub-TVF Franken-Fränkisches Weinland

Aktivurlaub am Main - Karlstadt: Wandern und Radeln im Fränkischen Weinland

(djd). Warum in die Ferne schweifen? Die schönste und bequemste Abwechslung vom Alltag kann ein Kurzurlaub im eigenen Land sein. Mitten in Deutschland und damit von überall gut erreichbar findet man das Fränkische Weinland mit seiner sanften, romantischen Hügellandschaft. Ein attraktiver Ausgangspunkt für Aktivurlauber ist etwa Karlstadt, gut 25 Kilometer... weiterlesen

RTL ändert heute (22.07.2021) sein Programm zur Primetime. Statt der Doku "stern TV Spezial - 22. Juli - Eine Stadt in Angst" mit Steffen Hallaschka läuft ab 20:15 Uhr zunächst eine Wiederholung von "Undercover Boss". Ab 22:15 Uhr wird dann das "stern TV Spezial - 22. Juli - Eine Stadt in Angst" ausgestrahlt. Das für 23 Uhr angekündigte "Spiegel TV Spezial: Die Macht... weiterlesen