Wie viel Vorsorge für die Prostata? Männer sollten sich gut über das Für und Wider der Früherkennung informieren

Männer ab 45 Jahren sollten sich überlegen, ob und welche Früherkennungsuntersuchungen für die Prostata sie wahrnehmen möchten.
Männer ab 45 Jahren sollten sich überlegen, ob und welche Früherkennungsuntersuchungen für die Prostata sie wahrnehmen möchten.
© djd/DKFZ

(djd). Prostatakrebs ist mit mehr als 57.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland. Allerdings verläuft Prostatakrebs häufig nicht tödlich, die Fünf-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit ist mit 91 Prozent hoch. Das liegt unter anderem daran, dass die Tumoren in der auch Vorsteherdrüse genannten Prostata bei einem Teil der Patienten nur sehr langsam wachsen. Prostatakrebs tritt im Mittel in einem Alter von über 70 Jahren auf, vor dem 50. Lebensjahr ist Prostatakrebs dagegen sehr unwahrscheinlich.

Jährliche Tastuntersuchung von der Kasse

Das gesetzliche Früherkennungsprogramm wird für Männer ab 45 Jahren angeboten. Es umfasst eine jährliche Untersuchung, bei der die Genitalien und die Lymphknoten in der Leiste sowie die Prostata selbst vom Enddarm aus abgetastet werden. Außerdem fragt der Arzt nach der Vorgeschichte und eventuellen Beschwerden. Als Ergänzung zum gesetzlichen Früherkennungsprogramm wird häufig der sogenannte PSA-Test angeboten, den die gesetzlichen Krankenkassen allerdings nur in Ausnahmefällen bezahlen. Bei diesem Test wird im Blut das "Prostata-spezifische Antigen" gemessen, das bei Krebserkrankungen oft erhöhte Werte aufweist. Allerdings ist der Nutzen des Tests unter Fachleuten umstritten. Männer sollten sich deshalb im Vorfeld gut informieren. Kompetente Beratung erhalten sie zum Beispiel bei ihrem behandelnden Arzt, aber auch beim Krebsinformationsdienst unter www.krebsinformationsdienst.de oder unter der kostenfreien Rufnummer 0800-4203040.

Vor- und Nachteile des PSA-Tests

Für den PSA-Test spricht etwa, dass mit seiner Hilfe Prostatakrebs früher erkannt und so die Sterblichkeit zumindest geringfügig gesenkt werden kann. Das gilt vor allem für Patienten mit aggressiven, schnell wachsenden Tumoren, die allerdings nur eine kleine Untergruppe ausmachen.

Gegen den Test spricht, dass er relativ unspezifisch ist und oft zu unnötigen Behandlungen führt. Denn wegen des meist langsamen Wachstums und häufig höheren Alters der Betroffenen verringert Prostatakrebs in vielen Fällen gar nicht die Lebenserwartung. Trotzdem werden die Betroffenen durch die Diagnose beunruhigt und belastenden Behandlungen ausgesetzt, die zu Inkontinenz oder Impotenz führen können. Die Entscheidung muss deshalb je nach Einstellung und bestehenden Risiken ganz persönlich getroffen werden.

Diagnose Prostatakrebs - was nun?

(djd). Wird ein "örtlich begrenzter Prostatakrebs" diagnostiziert, so bedeutet das, dass der Krebs noch kein benachbartes Gewebe befallen oder Metastasen gebildet hat. Dann gibt es mehrere Möglichkeiten: Bei Patienten mit noch kleinen, wenig aggressiven Tumoren und niedrigem PSA-Wert kann eine "aktive Überwachung" in Frage kommen. Dabei wird zunächst nicht behandelt, aber der Verlauf durch regelmäßige Tests und Untersuchungen verfolgt. Meist wird Prostatakrebs jedoch durch eine Operation oder Bestrahlung entfernt, mit guten Heilungschancen, aber auch Nebenwirkungen. Die Broschüre "Örtlich begrenzter Prostatakrebs" klärt umfassend auf, sie kann unter 06221-422890 bzw. www.krebsinformationsdienst.de kostenfrei bestellt oder heruntergeladen werden.


Das könnte Sie auch interessieren

Wir müssen uns auf die längste Tatort-Sommerpause einstellen, die es jemals in der ARD gab. Tatort-Fans werden dafür heute (10.05.2026) um 20:15 Uhr aber gleich zu Beginn mit der Wiederholung des Münster-Tatorts "Man stirbt nur zweimal" belohnt. Der Fall beginnt mit einer Szenerie, die absurder kaum sein könnte und sofort die Handschrift dieser beliebten Krimireihe... weiterlesen

Das sonnige Idyll zwischen Obstbäumen und Deichen weicht heute (10.05.2026) um 20:15 Uhr einer beklemmenden Dunkelheit, wenn das ZDF mit der Folge "Licht aus!" ein packendes Staffelfinale der Reihe "Neuer Wind im Alten Land" präsentiert. Dieser Herzkino-Film wagt ein Experiment, das die sonst so beschauliche Welt der Journalistin Beke Rieper (Felicitas Woll) in ihren Grundfesten... weiterlesen

Große Aufregung bei der beliebtesten Blondschopf-Heldin Deutschlands! Am 14. Mai 2026 kehrt Conni Klawitter mit ihrem zweiten großen Animationsfilm Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus auf die Leinwand zurück. Nach dem Erfolg von Geheimnis um Kater Mau wartet nun eine tierische Rettungsaktion auf die jungen Kinofans, bei der Teamwork und Tierliebe an... weiterlesen

Nur noch eine Woche läuft die Quizshow "Wer weiß denn sowas?" im ARD Vorabendprogramm, dann geht es in die Sommerpause. Weil am kommenden Samstag der "Eurovision Song Contest" läuft, strahlt die ARD schon heute (09.05.2026) um 20:15 Uhr die abschließende XXL-Ausgabe "Wer weiß denn sowas?" aus. Auch bei "Wer weiß denn sowas XXL" konfrontiert Kai Pflaume sechs... weiterlesen

Vier prominente Frauen lassen am heutigen Samstagabend ab 20:15 Uhr die Funken sprühen, wenn eine neue Ausgabe der Erfolgsshow "Schlag den Star" live auf ProSieben ausgestrahlt wird. In einem nervenaufreibenden Duell treten die "Let’s Dance"-Legenden Ekaterina Leonova und Isabel Edvardsson gegen die Sängerin Vanessa Mai und die Moderatorin Lola Weippert an. Es geht um nicht... weiterlesen

Das ZDF schickt mit dem Havelland-Krimi heute (09.05.2026) um 20:15 Uhr ein neues Ermittlerteam ins Rennen, das zum Auftakt in der Folge "Hinter der Fassade" einen mysteriösen Mord in Potsdam aufklären muss. Im Mittelpunkt dieses Formats steht die enge Verzahnung von juristischer Führung und polizeilicher Detailarbeit. Als eine Studentin der Baudenkmalpflege leblos am... weiterlesen

Klaus Manns zeitloser Roman über die unheilvolle Allianz von Kunst und Opportunismus findet heute (09.05.2026) um 20:15 Uhr den Weg ins Fernsehen, wenn 3sat die gefeierte Inszenierung "Mephisto" aus den Münchner Kammerspielen ausstrahlt. Im Zentrum dieses kraftvollen Theaterabends steht der Schauspieler Hendrik Höfgen (Thomas Schmauser), der im politischen Umbruch der... weiterlesen

Der MDR feiert heute (09.05.2026) um 20:15 Uhr mit der spektakulären Live-Show "MDR Frühlingserwachen 2026" vom Marktplatz der thüringischen Siegerstadt Zeulenroda-Triebes. In einem spannenden Wettbewerb zwischen drei Bundesländern setzten sich die engagierten Bewohner gegen die Konkurrenz aus dem Sülzetal und aus Brandis durch. Mit einer beispiellosen Aktionswoche... weiterlesen