Wie sicher sind die Daten im Smart Home? Infos über die eigenen vier Wände nicht leichtfertig aus der Hand geben

Wer bei der Elektroinstallation im Neubau Leerrohre vorsieht, kann Smart-Home-Funktionen leichter nachrüsten.
Wer bei der Elektroinstallation im Neubau Leerrohre vorsieht, kann Smart-Home-Funktionen leichter nachrüsten.
© djd/Bauherren-Schutzbund

(djd). Jeder Sechste benutzt bereits Smart-Home-Anwendungen, in der Altersgruppe 35 bis 44 Jahre ist es sogar ein Viertel. Und bis 2022 erwartet das Statistische Bundesamt eine jährliche Umsatzsteigerung von 20 Prozent in diesem Bereich. Trotz der zunehmenden Verbreitung smarter Anwendungen begegnen viele Verbraucher der Technik mit Skepsis. Laut aktueller Umfrage der dena beklagen 60 Prozent der Befragten unzureichende Anbieterinformationen zu Datenschutz und IT-Sicherheit. Befürchtungen hegen viele zum Beispiel wegen der Gefahr von Datendiebstahl oder Fernsteuerung von Geräten durch Hackerangriffe. Ihre Daten mit Smart-Home-Anbietern uneingeschränkt zu teilen, können sich nur 14 Prozent der Verbraucher vorstellen. 

Vorsicht - Datenklau kann für die Planung von Einbrüchen genutzt werden

"Bei allen Anwendungen sollten sich Verbraucher immer fragen, wie sie ihre Daten gegen fremden Zugriff sichern können", empfiehlt Florian Becker, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbund e.V, der sich als Mitglied im Bundesverband Verbraucherzentralen für die Rechte von Bauherren, Hauskäufern und Modernisieren einsetzt. Mehr Infos und Verbrauchertipps unter www.bsb-ev.de. Er weist darauf hin, dass beispielsweise Verbrauchsdaten Rückschlüsse auf An- und Abwesenheiten oder Nutzungsverhalten bieten. Sie können dann zum Beispiel für die Planung von Einbrüchen genutzt werden, bei denen die entstehenden Schäden weitaus gravierender ausfallen als der immaterielle Datenklau.

Keine dauerhafte Internetverbindungen zum Smart Home

Die meisten Smart-Home-Komponenten benötigen bei Anwendungen in den eigenen vier Wänden keine dauerhafte Internetverbindung. Deshalb sollte das System nur dann online gehen, wenn es tatsächlich notwendig ist, etwa zum Datenaustausch oder für Updates. So ist man gegen Angriffe von außen wesentlich besser geschützt. Wenn mobile Endgeräten wie Tablets oder Smartphones von unterwegs aus auf das Heimnetz zugreifen sollen, dann ist die Verbindung über ein virtuelles privates Netzwerk, ein sogenanntes VPN, empfehlenswert. Für einen lückenlosen Schutz müssen alle Komponenten einschließlich Router, Smartphone und Tablet auf dem aktuellsten Software-Stand sein und alle Sicherheitsupdates auch installiert werden. Und neben allen technischen Komponenten darf nicht vergessen werden, dass auch nachgelagerte Dienstleister wie Sicherheits-, Pflege- und Serviceanbieter einen umfassenden Datenschutz gewährleisten.

Tipps zur Sicherheit im Smart Home

Der Geschäftsführer der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) gibt Tipps zur Datensicherheit mit Smart-Home-Systemen. 

  • Der datentechnische Zugang und die Schnittstellen sind am besten mittels Verschlüsselung und Authentifizierung zu sichern. Außerdem sollten alle Geräte verschlüsselte Kommunikation unterstützen.
  • Hardware-Komponenten sollten dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und langfristig Sicherheitsupdates erhalten.
  • Anwendungen und Geräte sollten eine lokale Nutzung ohne permanente Cloud- oder Internetverbindung erlauben.
  • Es empfiehlt sich zu klären, welche Anwenderdaten an den Hersteller übertragen werden und was damit geschieht.
  • Fallen Antworten oder Nutzerbedingungen nicht zufriedenstellend aus, sollte man weitere Anbieter prüfen.

 

Mehr Infos gibt es unter www.bsb-ev.de.


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