Vom Herz ins Hirn? Kleines Loch im Herz als Risikofaktor für Schlaganfall - das rät der Experte

Schlaganfall vermeiden: Ist das PFO die Ursache für einen Schlaganfall, kann diese Öffnung zwischen den Vorhöfen durch einen Eingriff verschlossen werden.
Schlaganfall vermeiden: Ist das PFO die Ursache für einen Schlaganfall, kann diese Öffnung zwischen den Vorhöfen durch einen Eingriff verschlossen werden.
© djd/Abbott

(djd). Ein Schlaganfall kann jeden Menschen treffen. Häufig ist eine verschlossene Arterie der Auslöser. Jedoch kann die Ursache auch in einem PFO, einem persistierenden Foramen ovale, liegen. Dabei handelt es sich um eine angeborene lappenförmige Öffnung zwischen den beiden Vorhöfen des Herzens, die jeder menschliche Embryo hat. Allerdings verschließt sich dieses Loch bei etwa 25 Prozent der Menschen nicht ganz.

Ungeklärte Schlaganfälle

In der Regel verursacht ein PFO kaum Probleme und bleibt oft unentdeckt. "Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass bei ungeklärten Schlaganfällen überproportional häufig ein PFO vorliegt", erklärt Chefarzt Professor Dr. Heyder Omran, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie am St.-Marien-Hospital in Bonn. Durch das kleine Loch kann ein Blutgerinnsel, das sich beispielsweise in der Becken- oder Beinvene gebildet hat, direkt an der Lunge vorbei in den linken Vorhof gelangen und von dort aus über die Aorta ins Gehirn, wo es die Gefäße verstopft. "Ein Gefäßverschluss ist für circa 80 Prozent der Schlaganfälle verantwortlich", so Professor Omran. Während Herzrhythmusstörungen oder Verengungen der Halsschlagader zu den häufigsten Ursachen eines durch einen Gefäßverschluss ausgelösten Schlaganfalls zählen, sind etwa 40 Prozent davon ungeklärt. Mediziner sprechen dann von einem kryptogenen Schlaganfall. Bei vielen dieser Patienten lässt sich ein PFO nachweisen.

Rettungsschirm spannen

Um bei diesen Patienten einen erneuten Infarkt zu vermeiden, gibt es verschiedene Therapieoptionen - sowohl medikamentöse als auch interventionelle, das heißt durch einen katheterbasierten Eingriff. Die Wahl des Vorgehens sollte immer individuell abgestimmt werden. Bei einer Behandlung mit Medikamenten kommen Blutgerinnungshemmer zum Einsatz, die der Entstehung von Gerinnseln vorbeugen. "Seit mehr als 20 Jahren stehen darüber hinaus Systeme zum Verschluss des PFOs zur Verfügung. Sie haben gemeinsam, dass sie über einen Herzkatheter eingeführt und das Loch mit einem Schirmchen-Implantat wie dem Amplatzer PFO-Okkluder von Abbott verschließen", so der Chefarzt aus Bonn. Dieser Eingriff werde heute fast immer unter Sedierung durchgeführt und sei extrem sicher. Zudem konnten in den letzten Jahren mehrere Studien beweisen, dass diese Therapie insbesondere bei jüngeren Patienten und bei Patienten mit Risikomerkmalen der medikamentösen Therapie überlegen ist. "Daher empfehlen medizinische Fachgesellschaften gerade bei diesen Patienten eine interventionelle Therapie", erklärt Professor Dr. Omran. Weitere Informationen über Risikofaktoren und Behandlungsoptionen finden Betroffene auf www.vermeide-schlaganfall.de.


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