So schützt ein Gründach vor Unwetterschäden: Erste Regenwasseragentur Deutschlands berät Bauherren

Spielplatz oder Rückzugsort: Ein Flachdach schafft in Städten zusätzliche Nutzflächen, kann aber durch eine Begrünung auch das Regenwasser auffangen.
Spielplatz oder Rückzugsort: Ein Flachdach schafft in Städten zusätzliche Nutzflächen, kann aber durch eine Begrünung auch das Regenwasser auffangen.
© djd/www.xps-spezialdaemmstoff.de/Optigrün

(djd). Die Auswirkung der Unwetter haben viele Hausbesitzer in Deutschland im vergangenen Sommer selbst zu spüren bekommen: Ob vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume oder sprudelnde Bäche aus der Kanalisation, es herrschte mehrfach Ausnahmezustand, allein zweimal in der Hauptstadt. Das Tief Rasmund beispielsweise bescherte Berlin-Tegel am 29. Juni 2017 so viel Regen, wie dort sonst im ganzen Jahr fällt. Immense Versicherungsschäden waren die Folge. Doch es gibt eine Lösung, die zunehmende Versiegelung der Flächen, vor allen in Städten zu vermeiden: Mehr gezielte Bepflanzung am und auf dem eigenen Haus.

Erste Regenwasseragentur Deutschlands gegründet

Die bundesweit erste Regenwasseragentur ist im Mai in Berlin gegründet worden. Ihr Ziel: Es soll mit bepflanzten Dächern, Versickerungsanlagen und Zisternen jährlich ein Prozent weniger Wasser ins Abwassersystem gelangen. Angeboten wird eine Beratung für Bauherren und Architekten - der Anreiz zur Begrünung soll durch Fördermöglichkeiten geschaffen werden. Dazu werden konkrete Maßnahmen für das jeweilige Grundstück empfohlen. Die Palette reicht von direkten finanziellen Zuschüssen bis zu zinsgünstigen Krediten. Wer ökologische Maßnahmen ergreift, kann sich die jährlichen Gebühren für die Regenwasserentsorgung in Abwasserkanäle sparen. Viele weitere Kommunen wie Hamburg, Stuttgart, Frankfurt, München und Leipzig haben ebenfalls einschlägige Förderprogramme installiert oder stehen kurz vor deren Verabschiedung. 

Ein grünes Dach punktet mehrfach

Es gibt kaum eine weniger genutzte Fläche in Städten als das Dach: Ist es begrünt, hält es, je nach Art und Schichtaufbau, etwa 40 bis 90 Prozent des jährlichen Niederschlags zurück. Ein großer Teil davon verdunstet, es verbessert die Luftbefeuchtung und bewirkt einen Kühleffekt in unmittelbarer Umgebung. Eine Extensivbegrünung des Daches mit Gras und kleineren Sträuchern bis etwa 20 Zentimeter Aufbaudicke speichert zwischen 20 und 40 Liter, eine Intensivbegrünung mit einer Aufbaudicke von 25 bis 70 Zentimetern zwischen 50 und 100 Liter Wasser pro Quadratmeter. Mit einem Retentionsdach werden sogar bis zu 150 Liter Wasser gespeichert. Mehr Details zu den Systemen gibt es unter www.optigruen.de. Wird ein Gründach als Umkehrdach ausgeführt, ergeben sich weitere Vorteile: Die Dämmung liegt auf dem Dach und schützt dieses sowie die Abdichtung vor Verwitterung und UV-Strahlung. Dadurch hält es etwa doppelt so lange. Außerdem wird das typische Aufheizen des Dachgeschosses im Sommer vermieden. Alle Maßnahmen und Einsparungen zusammengenommen, hat sich die Mehrinvestition für ein Gründach von 20-40 Euro pro Quadratmeter bereits nach fünf bis zehn Jahren amortisiert.

So spart man sich die Abwassergebühr

  •  Schotterrasen, Kies-Splitt-Decken, Holzroste und -pflaster - oder Rasengittersteine statt versiegelter Betonfläche vor der Garage: Diese einfachen Maßnahmen ermöglichen dem Wasser, in die Erde einzusickern.
  • Eine Zisterne zum Auffangen des Regenwassers im Garten dient an trockenen Tagen der Bewässerung des Grundstückes, kann das ganze Jahr Wasser speichern oder sogar für Toilette und Waschmaschine genutzt werden.
  • Rasenflächen rund um das Haus halten Regenwasser auf und geben es langsam in das Erdreich ab.
  • Ein installiertes Gründach senkt die Abwassergebühr in vielen Städten um bis zu 50 Prozent.

 


Das könnte Sie auch interessieren

Zur Wochenmitte läuft im ARD Vorabendprogramm heute (27.10.2021) eine weitere Ausgabe des Quizes "Wer weiß denn sowas?". Die beiden Teamchefs Bernhard Hoëcker und Elton müssen wieder knifflige Fragen beantworten. Unterstützung bekommen sie von zwei prominenten Studiogästen: Ulrike und Alexander von der Groeben. Rateteam-Kapitän Bernhard Hoëcker und... weiterlesen

Rick Latimer (James Belushi) ist ein geschiedener High-School Lehrer mit Alkohol- und Aggressionsproblemen. Nachdem er eines Abends das Auto des neuen Lovers seiner Ex-Frau demoliert hat, wird er vom wenig erfreuten Schulministerium an die "Brandel High" strafversetzt - eine von Gangs terrorisierte Schule mit extrem hoher Kriminalitätsrate, an der er sofort zum neuen... weiterlesen

(djd). Heimische Zecken können in Deutschland aufgrund des Klimawandels mittlerweile ganzjährig aktiv sein. Eine zusätzliche Gefahr droht inzwischen aber auch von neuen Zeckenarten, wie insbesondere von der Auwaldzecke. Hierzulande wurde sie erstmals 2019 nachgewiesen, mittlerweile ist sie bundesweit zu finden. Ihre Verbreitung konnte in einer groß angelegten gemeinsamen... weiterlesen

(djd). Klimaschutz ist in aller Munde, denn die derzeitigen Prognosen der Experten sind dramatisch: Wenn der Treibhausgasausstoß nicht deutlich gesenkt wird, könnte die Durchschnittstemperatur auf der Erde bis zum Jahr 2100 um weitere fünf Grad steigen - mit fatalen Folgen. Nicht nur Staaten sind dabei gefordert, sondern jeder einzelne Haushalt. Vor allem im... weiterlesen

Im Los Angeles des Jahres 1974 muss der passionierte Hollywood-Produzent Max Barber nach seinem letzten gefloppten Film dingend eine Möglichkeit finden, seine Schulden beim Kredithai Reggie Fontaine abzubezahlen. Für schnelles Geld scheint Versicherungsbetrug die ideale Lösung zu sein, weshalb der gealterte Western-Darsteller Duke Montana angeheuert wird. Er soll bei einem... weiterlesen

(djd). Wer ein Eigenheim neu bauen oder modernisieren möchte, sieht sich heute mit hohen Kosten konfrontiert. Das belegt eine repräsentative Forsa-Umfrage, die der Bauherren-Schutzbund e. V. (BSB) unter Eigenheimbesitzern und bauwilligen Mietern hat durchführen lassen. Fast 90 Prozent beklagen steigende finanzielle Belastungen, die Zufriedenheit mit den staatlichen... weiterlesen

(djd). Abwechslung tut Familien gut. Miteinander essen gehen, zusammen shoppen und dazu noch Freizeit- und Spaßangebote besuchen - dabei kommen alle auf ihre Kosten. Bei der Suche nach lohnenden Ausflugszielen steht nicht nur bei Menschen aus Nordrhein-Westfalen das "Centro" in Oberhausen mit seinen über 250 Einzelhandelsgeschäften hoch im Kurs. Mit rund 20 Millionen... weiterlesen