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Mit der Klimabilanz geht´s los: Milchbauern wie Gerd Horsink aus Niedersachsen verkleinern ihren CO2-Fußabdruck

Um einschätzen zu können, wo Einsparpotenzial vorhanden ist und wie gut er im Vergleich zu anderen Betrieben in puncto Nachhaltigkeit dasteht, entschied sich Gerd Horsink für die Erstellung einer Klimabilanz.
Um einschätzen zu können, wo Einsparpotenzial vorhanden ist und wie gut er im Vergleich zu anderen Betrieben in puncto Nachhaltigkeit dasteht, entschied sich Gerd Horsink für die Erstellung einer Klimabilanz.
© djd/LVN/Andreas Dittmer

(djd). Der Anteil der Landwirtschaft an den gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland liegt nach Angaben des Umweltbundesamts seit Jahren unverändert zwischen 6 und knapp unter 7,5 Prozent. Doch wie sieht der CO2-Fußabdruck des eigenen Betriebs aus? Wo können Emissionen eingespart werden? Milchbauer Gerd Horsink aus Niedersachsen wollte Fakten und hat sich eine Klimabilanz erstellen lassen.

Horsink bewirtschaftet einen Milchkuhbetrieb mit rund 130 Hektar und 190 Kühen. Um überhaupt erst einmal einschätzen zu können, wo Einsparpotenzial vorhanden ist und wie gut er im Vergleich zu anderen Betrieben in puncto Nachhaltigkeit dasteht, entschied er sich 2017 für die Erstellung einer Klimabilanz. Ergebnis: Er war bereits besser als der Durchschnitt seiner Vergleichsgruppe. Hier wirkte sich vor allem eine eigene Biogasanlage positiv aus. Im nächsten Schritt prüfte und verbesserte er die Bereiche, in denen noch Einsparpotenzial vorhanden war. Dank optimierter Abläufe sank der Stromverbrauch, eine neue Photovoltaikanlage versorgt den Hof nun mit grünem Strom. Durch die gasdichte Güllelagerung und spätere bodennahe Ausbringung auf dem Feld werden zudem weniger Emissionen freigesetzt. Ein positiver Nebeneffekt: Das Drehen an kleinen Stellschrauben zog gleichzeitig Kostensenkungen und eine Gewinnsteigerung nach sich.

Nicht alles ist realisierbar

Zur Eiweißversorgung füttert Horsink seinen Kühen unter anderem auch Sojaextraktionsschrot. Dies stammt zwar aus zertifiziertem Anbau, trotzdem würde er es gerne durch Raps vom eigenen Feld ersetzen. Doch dann bekommt später die Biogasanlage Probleme mit den höheren Schwefelgehalten. Gerd Horsink sucht weiter nach Wegen, Treibhausgase einzusparen: „Wir möchten unseren Teil zum Klimaschutz beitragen und bleiben dran." Aber: „Wir liefern Qualitätslebensmittel. Das geht nicht ganz ohne Emissionen.“

"My KuhTube" und „Milchlandpreis für nachhaltiges Wirtschaften“

Wer sich Horsinks Betrieb näher anschauen möchte, kann dies unter www.mykuhtube.de. In kurzen Videos zeigen Landwirte die Arbeit auf ihren Milchbauernhöfen und nehmen die Zuschauer mit hinter die Kulissen. Gerd Horsink filmte seine Stallbau- und Klimamaßnahmen und erklärt, welche Überlegungen und Maßnahmen notwendig waren. Seine Familie zählt zudem zu den Gewinnern des „Milchlandpreises“. Mit dem Preis zeichnet die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e. V. (LVN) seit 2001 Höfe aus - Informationen unter www.milchlandpreis.de. Basis für die Beurteilung in diesem Wettbewerb sind die vier Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie, Tierwohl und Soziales. Im Dezember 2020 wurde der Preis bereits zum 20. Mal verliehen.


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