Mehr als Pflicht: Der Energieausweis als Sanierungskompass für Immobilieneigentümer

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Wer ein Haus verkaufen, neu vermieten oder verpachten möchte, kennt die rechtlichen Vorgaben genau. Doch der Ausweis ist weit mehr als eine formale Bürokratiehürde beim Notartermin. Richtig gelesen deckt das Dokument energetische Schwachstellen der Gebäudehülle sowie der Heiztechnik auf und liefert wertvolle Anhaltspunkte für eine zielgerichtete Modernisierung.
Neue Regeln ab 2027: Was das Gebäudemodernisierungsgesetz verlangt
Zum 1. Januar 2027 treten mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) umfassende Neuerungen in Kraft. Ein gültiges Dokument wird künftig auch bei der bloßen Verlängerung bestehender Miet-, Pacht- oder Leasingverträge Pflicht. Wer bereits ein gültiges Papier besitzt, muss dieses zwar nicht sofort ersetzen, bei einer Neuausstellung gelten jedoch erweiterte Informationspflichten:
- Flächenbezogene Werte: Primär- und Endenergie werden zusätzlich als Gesamtwerte ausgewiesen.
- Transparenz bei Emissionen: Detaillierte Angaben zu Treibhausgasemissionen, der Art der Energiequelle sowie am Gebäude erzeugter erneuerbarer Energie werden Pflicht.
- Trennung nach Gebäudetyp: Verbrauchsausweise sind künftig grundsätzlich reinen Wohngebäuden vorbehalten. Für Nichtwohngebäude wird der Bedarfsausweis zum Standard.

Änderung möglich.
Wer Vorgaben ignoriert, unvollständige Pflichtangaben in Immobilienanzeigen macht oder falsche Daten vorlegt, riskiert empfindliche Bußgelder.
„Wer eine wirklich belastbare Grundlage für eine anstehende Sanierung wünscht, sollte von Anfang an einen Bedarfsausweis wählen.“
– Jennifer Kreibich, Geschäftsführerin des ETC Hamburg
Bedarfsausweis und individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)
Im Gegensatz zum Verbrauchsausweis bewertet der Bedarfsausweis die Substanz des Gebäudes sowie die Anlagentechnik völlig unabhängig vom Heizverhalten der bisherigen Bewohner. Um aus den Ergebnissen konkrete Schritte abzuleiten, empfiehlt sich bei größeren Vorhaben ein sogenannter individueller Sanierungsfahrplan. Dieser strukturiert die anstehenden Gewerke sinnvoll durch und verhindert teure Fehlplanungen.
Qualifizierte Unterstützung bei Modernisierungskonzepten, staatlichen Förderungen sowie messtechnischen Überprüfungen wie dem Blower-Door-Test bietet beispielsweise das ETC Energie und Thermografie Centrum Hamburg. Eine herstellerneutrale Beratung wird zudem staatlich gefördert: Für Ein- und Zweifamilienhäuser liegt der Zuschuss bei bis zu 650 Euro, bei Mehrfamilienhäusern bei maximal 850 Euro.
Quelle: DJD / ETC Energie und Thermografie Centrum Hamburg








