Lieber gemeinsam als einsam: Warum Hunde Sozialkontakte mit Artgenossen brauchen

Im Alter reicht vielen Hunden die Gesellschaft ihrer menschlichen Besitzer.
Im Alter reicht vielen Hunden die Gesellschaft ihrer menschlichen Besitzer.
© djd/Agila/Sven Brauers

(djd). Erziehung ist bei der Hundehaltung das A und O. Sie erleichtert den Umgang im Alltag und schützt den Hund auch in gefährlichen Situationen. Doch "Sitz", "Platz" und "Bleib" sind nicht das einzige, was bei der Erziehung eine Rolle spielt. Auch das Verhalten anderen Hunden gegenüber will gelernt sein. Und dies ist eine Aufgabe, die der Halter nicht alleine übernehmen kann - hier ist vom Welpenalter an das Zusammensein mit anderen Hunden gefragt. "Was beim Menschen die Familie, Freunde und Lehrer sind, ist bei Hunden seit jeher das Rudel. Dazu gehört für unsere Haushunde auch der Mensch", erklärt Franziska Obert, Expertin der Agila Haustierversicherung. "Soziale Kontakte mit anderen Hunden sind jedoch unbedingt notwendig, um ein artgerechtes Verhalten zu ermöglichen."

Die Körpersprache anderer Hunde kennenlernen

Für Welpen sind soziale Kontakte mit anderen Hunden am wichtigsten, denn nur so werden sie sozialisiert: Der junge Hund lernt die Körpersprache anderer Hunde, die Grenzen und Regeln des Zusammenseins sowie angemessenes Verhalten in bedrohlichen Situationen. Diese Erziehungsarbeit beugt auch möglichen Verhaltensstörungen wie etwa falsch antrainiertem Bellen zum Selbstschutz oder Aggressivität gegenüber Artgenossen vor. Bei der ersten Kontaktaufnahme eines Welpen mit fremden Hunden sollten die Hundehalter unbedingt anwesend sein, um bei Unstimmigkeiten eingreifen zu können. Aufgrund des Mutterinstinkts eignen sich für Welpen soziale Kontakte mit erwachsenen Hündinnen besonders gut.

Wählerisch im Alter

Die meisten Hunde werden ohne Kontakt zu Artgenossen auf lange Sicht nicht glücklich. Dennoch ist der Stellenwert sozialer Kontakte zwischen Vierbeinern, ebenso wie bei Menschen, je nach Lebensphase unterschiedlich. Grundsätzlich nimmt das Bedürfnis nach solchen Kontakten mit steigendem Alter ab: Erwachsene Hunde werden wählerischer bei der Auswahl ihrer Kameraden, Hundesenioren gehen kaum mehr neue Bindungen ein. Sie verzichten häufig sogar auf das Beschnuppern fremder Artgenossen und sind mit der Gesellschaft ihrer Besitzer und langjähriger Hundefreunde zufrieden.

Eine Frage der Sympathie

Generell entscheiden Hunde, ähnlich wie Menschen, auf der Grundlage von spontaner Sympathie, ob sie mit einem Artgenossen in Kontakt treten möchten oder nicht. Wichtig: Diese Entscheidung sollte unbedingt dem Hund überlassen werden. "Für entspannte Hundetreffen empfehlen sich Spaziergänge in kleiner Gruppe mit viel Auslauf", rät Agila-Expertin Obert. "Dabei kann jeder Hund entscheiden, wie viel Nähe oder auch Freiraum er zwischen sich und seinen Artgenossen braucht."

Wenn das Treffen eskaliert: Eingreifen im Notfall

(djd). Vorsicht ist bei aggressiven Hunden geboten. Hetzen, das Umwerfen anderer Tiere oder extrem ungestüme Begegnungen rühren oft daher, dass ein Hund aufgrund mangelnder Sozialisierung das Verhalten seiner Artgenossen nicht versteht. Entwickelt sich eine ernsthafte Rauferei, sollten Hundehalter Ruhe bewahren, die Tiere sofort trennen und sich mit dem eigenen Vierbeiner entfernen. Wenn die Situation dennoch eskaliert und Schäden wie Bissverletzungen entstehen, sind Besitzer mit einer Hundehaftpflichtversicherung vor dadurch fälligen Kosten geschützt. Weitere Informationen rund um Versicherungsfragen gibt es unter www.agila.de.


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