Kollegin Julie senkt tierisch das Stressniveau: Bürohunde können das Betriebsklima nachhaltig verbessern

Das ist Bürohündin Julie: Sie empfängt morgens aufmerksam jeden Mitarbeiter und ist bei allen Kolleginnen und Kollegen ein gern gesehener Gast.
Das ist Bürohündin Julie: Sie empfängt morgens aufmerksam jeden Mitarbeiter und ist bei allen Kolleginnen und Kollegen ein gern gesehener Gast.
© djd/UDI

(djd). Hunde gelten als die treuesten Freunde des Menschen. Ihre sozialen Eigenschaften könnten auch im Büro zum Tragen kommen: Hier können sie den Stresspegel senken, die Stimmung und das Betriebsklima verbessern und manchmal sogar als Seelentröster fungieren, wenn jemand allzu sehr unter Druck steht. Dennoch sind Hunde in deutschen Büros noch kaum verbreitet. Grundsätzlich entscheidet immer der Chef, ob Mitarbeiter ihre Hunde an den Arbeitsplatz mitnehmen dürfen, er kann diese Entscheidung zudem jederzeit widerrufen. Mit den rechtlichen Fragen rund um das Thema Hunde im Büro hat sich auch die Stiftung Warentest ("Test", Heft 2/2018) ausführlich beschäftigt.

Bundesverband Bürohund betreibt Aufklärung

Ausdrücklich für mehr Vierbeiner in deutschen Unternehmen setzt sich der 2014 gegründete Bundesverband Bürohund e.V. (BVBH) mit Sitz in Berlin ein. Dabei geht es vor allem um eine vereinfachte Zulassung von Hunden in Büros. Der Verband will die Vorteile von Bürohunden für und in Unternehmen bekannt machen und Arbeitnehmer wie Arbeitgeber dabei unterstützen, einen Bürohund gewinnbringend für alle Seiten in den Unternehmensalltag zu integrieren. Tipps und Informationen gibt es unter www.bv-buerohund.de. Der Verband empfiehlt etwa jeder Firma, eine schriftliche, sogenannte Dog Policy zu verfassen. Darin können die wichtigsten Regeln für den Umgang mit Hunden im Betrieb festgehalten werden. In der Vereinbarung sollte stehen, wie viele Hunde insgesamt in der Firma oder pro Büroetage erlaubt sind, dass der Halter des Bürohundes eine Haftpflichtversicherung für den Vierbeiner braucht und dass er für Sauberkeit und Gesundheit des Tieres zu sorgen hat.

Dabei sein ist für Julie alles

Julie heißt die Bürohündin beim unabhängigen Nürnberger Finanzdienstleister UDI. Das Unternehmen hat sich bereits seit 20 Jahren auf umweltfreundliche Geldanlagen im Wachstumsmarkt "Grünes Geld" spezialisiert; der Bürohund ist Mitglied im BVBH. "Julie lockert das ganze Team auf", sagt Anette Rehm, Leiterin der Marketing-Abteilung. Deshalb sei die Anwesenheit der Border-Terrier-Dame mit ihren dunklen Knopfaugen sogar ausdrücklich erwünscht, auch bei Konferenzen. Falls einem Kollegen einmal die Ideen ausgehen, streichelt er Julie ein paar Minuten - danach geht es meist mit neuer Power weiter. Anette Rehm räumt allerdings auch ein, dass sich nicht alle Hunderassen gleichermaßen als Bürohund eignen: "Es gibt eben Hunde wie unseren kuscheligen kleinen Border Terrier, die gesellig sind und einfach nur überall dabei sein wollen." Ein Vierbeiner, der knurrender Weise den Schreibtisch von Herrchen oder Frauchen verteidigen wolle, tauge dagegen eher nicht als Bürohund.

"Bürohundtag" 2018

(djd). Am 22. Juni 2018 findet ein weltweiter "Nimm-deinen-Hund-mit-zur-Arbeit-Tag" statt. Er wurde ursprünglich durch eine überregionale Vereinigung von Tiersittern ins Leben gerufen. Zu diesem besonderen Tag, der ebenso im Zeichen der Burnout-Prophylaxe steht, sollten auch deutsche Unternehmen ihre Mitarbeiter mit ihrem entspannten Hund willkommen heißen. Alle Informationen zur Aktion gibt es unter www.bürohundtag.de. In Deutschland wird der Aktionstag beispielsweise unterstützt durch den Bundesverband Bürohund e.V. (BVBH).


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