Gute Scheibenwischer schaffen Sicht und Sicherheit

Dienstag, 21.10.2014 | Tags: Sicherheit, Praxistipps
Gute Scheibenwischer sorgen für klare Sicht.
Gute Scheibenwischer sorgen für klare Sicht.
© dpp-AutoReporter

Etwa jedes zweite Jahr kaufen sich Autofahrer neue Scheibenwischer. Tun die jetzigen Wischer noch zuverlässig ihren Dienst oder ist für gute Sicht eine Neuanschaffung fällig? Ein eingehender Blick auf die Scheibenwischer ist gerade jetzt vor dem Winter angebracht. Praxistipps von TÜV SÜD.

Schlecht wirkende Wischer müssen nicht unbedingt sofort ausgetauscht werden. Manchmal genügt auch die sorgfältige Reinigung. Eine gewöhnliche Nagelbürste ist dafür sehr gut geeignet. Quer zur Gummileiste bürsten! Am besten klappt das Putzen bei abmontierten Wischern. Zumeist genügt Wasser mit Spülmittel oder Autoshampoo für ein gutes Ergebnis. Bei hartnäckigem Schmutz helfen ein Küchentuch und unverdünnter Frostschutz für Scheibenwaschanlagen. Lösungsmittel wie Verdünnung oder Benzin sind dagegen ungeeignet. Sie zerstören zumindest den dünnen Auftrag einer Graphitverbindung, mit der hochwertige Wischgummis beschichtet sind. Das Gummimaterial selbst leidet ebenfalls unter falschen Reinigungsmethoden und kann dadurch dauerhaft unbrauchbar werden.

An Schlieren müssen übrigens nicht die Wischblätter schuld sein, sondern es kann an der Scheibe liegen. Wachs- oder Silikonreste, beispielsweise aus der Waschstraße, lassen sich mit Fensterreiniger oder einem speziellen Reinigungstuch entfernen. Ist die Scheibe aber durch Steinschläge oder Kratzer beschädigt, hilft auch dies nicht mehr. Dann sind ein Austausch oder die inzwischen ausgereifte Reparatur nötig.

Wechsel: Generell halten die Profis von TÜV SÜD die jährliche Erneuerung bei konventionellen Scheibenwischern für eine gute Richtschnur und raten zu Produkten renommierter Marken.

Der höhere Preis lohnt sich in der Regel dank der längeren Lebensdauer und des besseren Wischerergebnisses. Manche Hersteller preisen das Naturgummi ihrer Wischblätter besonders an. Dabei ist synthetischer Kautschuk für die Scheibenreinigung nichts Schlechtes. Das Optimum stellen Zweistoff-Mischungen dar, bei denen der obere Teil des Wischgummis aus Synthetik besteht und der auf der Scheibe liegende aus Naturgummi. Diesen Modellen macht auch Sommerhitze nicht so viel aus.

Upgrade: Heute verfügen neue Autos ab Werk oft über gelenklose Wischer, sogenannte Flatblades. Sie wischen wegen des gleichmäßigeren Anpressdrucks vor allem bei höheren Geschwindigkeiten sauberer. Die neue Technik lässt sich für viele ältere Autos nachrüsten. Flatblades sind allerdings teurer. Da sie auch länger halten - nach den Erfahrungen von TÜV SÜD bis zu zwei Jahre - spart der Autofahrer einen Teil des Mehrpreises wieder ein.

Arme: Bleibt der Durchblick trotz neuen Wischern und außen wie innen sauberer Scheibe eher mäßig, sind vielleicht die Wischarme selbst nicht in Ordnung. Rattert ein neues, qualitativ hochwertiges Wischblatt, liegt es möglicherweise nicht im richtigen Winkel auf der Scheibe an - oft die Folge von Vandalismus am Wischarm. Werkstätten können die so genannte Schränkung mit einer speziellen Lehre messen und korrigieren.

Rücksicht: Gern vergessen wird der Heckscheibenwischer. Den hat der Fahrer ja nicht stets vor Augen. Auch wird er beispielsweise beim Eiskratzen oft stiefmütterlich behandelt. Bei einem alterschwachen Wischblatt kann später einmal die Gummilippe abreißen. Am Heck wird so etwas nicht gleich bemerkt. Im noch besten Fall ist die Sicht beim nächsten Regen nicht mehr gewährleistet. Zu befürchten ist aber, dass Metallteile des Wischblatts die Scheibe zerkratzen.(dpp-AutoReporter)


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