Flexible Arbeitswelt: Unternehmen müssen Mitarbeiter vor Überforderung schützen

Bei der Einführung mobiler und flexibler Arbeitsformen darf das Thema Arbeitsschutz nicht zu kurz kommen - über zwei Drittel der Arbeitnehmer vermissen in ihren Betrieben eine entsprechende Digitalstrategie.
Bei der Einführung mobiler und flexibler Arbeitsformen darf das Thema Arbeitsschutz nicht zu kurz kommen - über zwei Drittel der Arbeitnehmer vermissen in ihren Betrieben eine entsprechende Digitalstrategie.
© djd/randstad

(djd). Beim Thema Arbeitsschutz geht es längst nicht mehr nur um Sicherheitskleidung und Rückenschule - große Gesundheitsgefahren lauern auch in der Digitalisierung der Arbeitswelt. Vor allem die permanente Erreichbarkeit kann bei Arbeitnehmern enormen Stress verursachen. Einer Randstad Umfrage zufolge empfindet weit mehr als jeder Zweite die Verschmelzung von Privat- und Berufsleben als Belastung. Bei der Einführung mobiler und flexibler Arbeitsformen darf deshalb das Thema Arbeitsschutz nicht zu kurz kommen - über zwei Drittel der Arbeitnehmer vermissen in ihren Betrieben allerdings eine entsprechende Digitalstrategie.

Ungesunde Verschmelzung

"Flexibles Arbeiten wird häufig mit einer höheren Work-Life-Balance in Verbindung gebracht. Schließlich kann man sich die Zeit weitestgehend frei einteilen. Wer aber rund um die Uhr auf seine Arbeit zugreifen kann, wird es schwer haben, ein Ende zu finden und Ruhezeiten einzuhalten", so Klaus Depner, Manager Health & Human Safety beim führenden Personaldienstleister Randstad Deutschland. Verschiedene Studien hätten gezeigt, dass digitales und mobiles Arbeiten dazu führten, dass Arbeitnehmer auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten ihrer Tätigkeit nachgingen, es fände eine Entgrenzung und Verlängerung der Arbeitszeit statt. "Dabei ist die Verschmelzung von Beruflichem und Privatem auf Dauer für beide Parteien ungesund - auf regelmäßige und ständige Überlastung folgen vermehrt krankheitsbedingte Ausfälle, die aufgefangen werden müssen", warnt Depner, in seinem Unternehmen Experte für alle Fragen rund um Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter.

Betriebliche Regelungen notwendig

Wenn hohe Anforderungen zu Überforderung führen, können psychische Ermüdung, ermüdungsähnliche Zustände oder eine völlige Erschöpfung eintreten. "Typische Symptome sind dann etwa innere Unruhe, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und das Gefühl, mit allem überfordert zu sein", so Depner. Damit es dazu nicht komme, sollten Unternehmen betriebliche Regelungen für flexibles und mobiles Arbeiten aufsetzen. Auch im Zuge der Digitalisierung sei der Arbeitgeber dazu verpflichtet, die Arbeit so zu gestalten, dass eine Gefährdung für die physische und psychische Gesundheit der Beschäftigten vermieden werde: "Das Arbeitsschutzgesetz, insbesondere dessen Grundgedanke der Prävention, gilt unverändert und darf bei Arbeit 4.0 nicht ausgeklammert werden." So müssten etwa die Ruhe- und Pausenzeiten eingehalten werden. Und wer im Rahmen seiner Fürsorgepflicht als Arbeitgeber verhindern möchte, dass die Mitarbeiter auch in der Freizeit E-Mails beantworten, könne auf Systeme zurückgreifen, die eine Weiterleitung in Abwesenheitszeiten verhindern.

Mitarbeiter "mitnehmen"

(djd). Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt hat tiefgreifende Konsequenzen für die meisten Arbeitnehmer. Um die Akzeptanz für die Veränderungen zu erhöhen, sollten Unternehmen darauf achten, dass die Mitarbeiter auf die "Digitalisierungsreise" mitgenommen werden, mahnt Klaus Depner, Manager Health & Human Safety beim führenden Personaldienstleister Randstad Deutschland: "Ein solcher Changeprozess verlangt nach Verständlichkeit und Transparenz in der Kommunikation in Richtung der Mitarbeiter. Statt über Überforderungen sollten die Arbeitnehmer Schritt für Schritt an die mit der Digitalisierung verbundenen neuen Herausforderungen herangeführt werden." Das schaffe Vertrauen und stärke die Bindung ans Unternehmen.


Das könnte Sie auch interessieren

Ein turbulent-witziges Animationsabenteuer für die ganze Familie erobert am 3. September 2026 die Leinwände: Port au Prince Pictures bringt mit „Arnie & Barney – Retten das Wasser“ zwei sympathisch-schusselige Kultfiguren aus dem beliebten Biene-Maja-Universum erstmals in einer eigenen Hauptrolle ins Kino. Der Film verbindet rasante Action mit reichlich Humor... weiterlesen

(DJD). Die Hitzewellen im Juni und Juli 2026 haben gezeigt, dass tropische Tage und Nächte in Deutschland längst keine Ausnahmen mehr sind. Da wächst der Wunsch nach einer Abkühlung direkt vor der Haustür. Ein eigener Pool ist heute schneller, unkomplizierter und günstiger umsetzbar, als viele vermuten. Auch das Vorurteil, dass private Schwimmbecken... weiterlesen

Unter der Moderation von Laura Wontorra geht die beliebte Sommer-Edition auf der Magdeburger Seebühne in die nächste Runde. Das Promi-Team tritt diesmal unter der Anleitung von Koch-Coach Max Stiegl an, um mit außergewöhnlichen Kreationen die Jury rund um Reiner Calmund, Jana Ina Zarrella und Joachim Llambi zu überzeugen. Das erkochte Preisgeld wird wie gewohnt... weiterlesen

(DJD). Schläge, sexuelle Übergriffe, Drohungen: Das eigene Zuhause ist besonders für Frauen der gefährlichste Ort. Häusliche Gewalt nimmt in Deutschland seit Jahren zu. Alle zwei Minuten wird ein Mensch Opfer von häuslicher Gewalt. Rund 70 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Fachleute gehen jedoch von deutlich höheren Zahlen aus, denn das Dunkelfeld ist... weiterlesen

Für dieses besondere Musik-Ranking wurden die Playlists angesagter Party-DJs aus ganz Deutschland ausgewertet und in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Media Control in einer repräsentativen Umfrage analysiert. Das Ergebnis ist eine hochkarätige Top 50 der besten Dance-Tracks der letzten 50 Jahre, die generationsübergreifend zum Mitsingen und Tanzen... weiterlesen

(DJD). Der medizinische Fortschritt kann Patientinnen und Patienten zu mehr Lebenszeit und höherer Lebensqualität verhelfen. Die Entwicklung moderner Medikamente, zu denen auch die sogenannten Biologika gehören, gewinnt daher zunehmend an Bedeutung. Dabei handelt es sich um zielgerichtet wirkende Moleküle, die es ermöglichen, Krankheiten zu behandeln, die bisher... weiterlesen

Ein aufrüttelnder, wütender und hochaktueller Justiz-Thriller über Rassismus, Seilschaften und den Mut zum Widerstand: Am 27. August 2026 kommt mit „Staatsschutz“ der dreifach prämierte Berlinale-Erfolg von Regisseur Faraz Shariat in die deutschen Kinos. Basierend auf jahrelangen Recherchen erzählt der Film mit enormer... weiterlesen