Entspannen bei der Feldarbeit: Ökologisch betriebene Höfe bieten freiwilligen Helfern eine Auszeit vom Alltag

Auf einem Biohof im hessischen Oberellenbach helfen Freiwillige, Gemüse vom Pferdeacker zu ernten.
Auf einem Biohof im hessischen Oberellenbach helfen Freiwillige, Gemüse vom Pferdeacker zu ernten.
© djd/wwoof Deutschland

(djd). Immer mehr Menschen sehnen sich nach Entschleunigung und einem bewussteren Lebensstil. Sie wollen wissen, woher die Lebensmittel stammen, die auf ihren Teller kommen und legen Wert darauf, dass ökologische Standards beachtet werden. Das wachsende Interesse an Bioprodukten muss nicht beim Einkauf enden. Denn es gibt Möglichkeiten selbst aktiv zu werden - mit einem Freiwilligenaufenthalt auf dem Biobauernhof. Hier können Verbraucher lernen, was es bedeutet, als Kleinbauer oder Selbstversorger naturbelassene Nahrungsmittel nachhaltig herzustellen und Tiere artgerecht zu halten, indem sie als freiwillige Helfer selbst Hand anlegen. Eine Bezahlung gibt es dafür nicht, gerade daraus erwächst aber die Chance auf eine ungezwungene Lernsituation, von der beide Seiten profitieren.

Naturverbundenen Lebensstil kennenlernen

Zu tun gibt es auf ökologisch betriebenen Höfen mehr als genug: Zäune reparieren, Unkraut zupfen, Obst und Gemüse ernten gehören ebenso dazu wie Ziegen und Kühe melken, Hühner füttern oder Imkern. Wer einen geeigneten Hof sucht, kann bei Wwoof Unterstützung finden. Wwoof steht für World-wide opportunities on organic farms. Das weltweite Netzwerk wird von der Idee getragen, Menschen zusammenzubringen, die einen naturverbundenen Lebensstil auf dem Land führen oder aktiv kennen lernen wollen. Unter www.wwoof.de können Interessierte eine Mitgliedschaft anmelden. Allein in Deutschland erhalten Mitglieder Zugang zu den Kontaktdaten von über 500 Höfen in Deutschland, mit denen sie selbst einen Aufenthalt vereinbaren können. Wer im Ausland "wwoofen" möchte, kann seine Mitgliedschaft bei einer der 50 Landesorganisationen weltweit anmelden (z.B. Kanada, Frankreich, Chile etc.).

Ausgleich zum Arbeitsalltag

Der gemeinnützige Verein kommt nicht nur bei jungen Menschen zwischen 20 und 30 Jahren gut an, die nach dem Abitur, der Ausbildung oder dem Studium die Welt kennenlernen und zugleich eine Sprache lernen wollen. Auch Berufstätige, die einen aktiven Ausgleich zum Arbeitsalltag suchen, finden auf den Höfen eine sinnvolle Beschäftigung im Kreis von Gleichgesinnten. Jeder Helfer sollte mindestens 18 Jahre alt sein - nach oben gibt es keine Altersbeschränkung. Allerdings ist eine gewisse körperliche Fitness Voraussetzung, um bei den täglich anfallenden Tätigkeiten auch mitmachen zu können. Vorkenntnisse in der Landwirtschaft sind nicht erforderlich. Erwartet wird lediglich die Bereitschaft, sich auf ein einfaches Leben einzulassen und neue Dinge zu lernen. Helfer sind auf den Höfen als Gäste untergebracht und werden als solche willkommen geheißen und verpflegt.

Freude bei freiwilliger Arbeit 

(djd). Rund 3.300 Mitglieder hat Wwoof in Deutschland. Etwa die Hälfte der Helfer, die sich für mindestens ein bis zwei Wochen oder mehrere Monate auf einem ökologischen Hof nützlich machen, kommen aus aller Welt - darunter Frankreich, USA, Kanada und Südostasien. Die teilnehmenden Höfe verpflichten sich, ihre Gäste freundlich aufzunehmen und auf freiwilliger Basis in den Arbeitsalltag einzubinden. Eine Weisungsbefugnis gegenüber den Helfern besteht nicht. Diese Freiwilligkeit kommt gut an. Die Möglichkeit, ein altes Handwerk zu erlernen und alte Obst- und Gemüsesorten anzubauen, die Freiheit auf Geld zu verzichten, ein wertschätzender Umgang und interessante Kontakte, sind weitere Aspekte, die für einen Hofaufenthalt sprechen. Infos gibt es unter www.wwoof.de.


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