Deutsches Trinkwasser erhält wieder die Note "sehr gut“

Donnerstag, 12.02.2015 | Tags: Umwelt
  • Deutsches Trinkwasser: Grenzwerte nur selten überschritten - Nitrat könnte Kostentreiber für manche Wasserwerke werden.
    Deutsches Trinkwasser: Grenzwerte nur selten überschritten - Nitrat könnte Kostentreiber für manche Wasserwerke werden.
    © dpp
  • Trinkwasser aus großen zentralen Anlagen besitzt in Deutschland eine sehr gute Qualität. Das ist das Ergebnis des aktuellen Berichts zur Trinkwasserqualität, der heute vom Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht wurde. Grenzwertüberschreitungen sind nach wie vor absolute Einzelfälle. Selbst der Problemstoff Nitrat, der im Grundwasser teilweise in hohen Konzentrationen auftritt - insbesondere dort, wo intensive Landwirtschaft betrieben wird - überschreitet im Trinkwasser seit mehreren Jahren nicht mehr den Grenzwert. Auch bei fast allen mikrobiologischen und chemischen Qualitätsanforderungen halten mindestens 99 Prozent der überwachten Proben die strengen rechtlichen Vorgaben ein. Grundlage sind die Meldungen der Bundesländer an das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das UBA.

    Maria Krautzberger, UBA-Präsidentin sagt: "Das Trinkwasser in Deutschland kann man ohne Bedenken trinken - insbesondere aus größeren Wasserversorgungen ist es flächendeckend sogar von exzellenter Qualität. Außerdem wird es anders als Flaschenwasser sehr häufig kontrolliert - zum Teil gar täglich. Trinkwasser aus dem Hahn ist auch billiger: Ein Zweipersonenhaushalt zahlt in Deutschland im Mittel pro Person für die Verwendung von täglich 121 Litern Trinkwasser 27 Cent pro Tag. Ein einziger Liter Mineralwasser kostet in der Regel deutlich mehr."

    Das UBA hat im aktuellen Bericht für die Jahre 2011 bis 2013 die Ergebnisse der Untersuchungen aus allen größeren Wasserversorgungen veröffentlicht - diese versorgen rund 90 Prozent der Bevölkerung in Deutschland.

    Für Nitrat, das aus Kunstdünger und Gülle ins Grundwasser gelangen kann, bestätigen die neuen Daten den zuvor schon beobachteten rückläufigen Trend: Überschritten im Jahr 1999 noch 1,1 Prozent der überwachten Proben die Grenzwerte, liegt der Anteil seit 2009 bei nahezu null Prozent. Allerdings erlauben diese Daten zu Nitratgehalten im Trinkwasser keinen Rückschluss auf den Nitratgehalt im Grundwasser oder in Gewässern: Dort steigt die Nitratkonzentration durch die Düngeaktivitäten in der Landwirtschaft häufig sogar weiter an. Das Trinkwasser selbst ist fast allerorten unbelastet - nur ein Promilleteil der Trinkwasser-Proben aus den größeren Wasserversorgungen liegt in Deutschland über dem Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat/Liter.

    Für die Einhaltung des Grenzwertes sorgen die Wasserversorger: Einige verdünnen zu stark belastetes Grundwasser mit unbelastetem Wasser und stellen so die Trinkwasserqualität sicher. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger sieht beim Nitrat vor allem die Landwirtschaft in der Pflicht: "Wir müssen unser Grundwasser besser schützen - und dazu vor allem die Nitrateinträge aus der Landwirtschaft senken. Immer mehr Wasserversorger befürchten nämlich, dass in ihrer Nähe bald nicht mehr genügend unbelastetes Grundwasser für die Trinkwassergewinnung bleibt. Dann müssten diese Wasserversorger das Nitrat technisch aus dem Grundwasser entfernen oder von weit herholen. Im Extremfall könnte das pro Kubikmeter Wasser (das sind 1000 Liter) rund einen Euro mehr für uns Verbraucherinnen und Verbraucher auf der Wasserrechnung bedeuten. Ein Zweipersonenhaushalt mit 80 m2 zahlt dann nicht wie bislang durchschnittlich 95 Euro pro Jahr, sondern eher 140 Euro."

    Grenzwertüberschreitungen für das giftige Schwermetall Blei kommen nur noch selten vor (in weniger als 0,1 Prozent der Proben). Schuld daran sind übrigens nie die Natur oder das Wasserwerk, sondern bleihaltige Leitungen oder Armaturen in den Häusern und Wohnungen selbst. Veraltete Installationen sind meist auch die Ursache, wenn zu viel Kupfer, Nickel und Cadmium im Wasser ist. Dagegen hilft nur, zertifizierte Leitungen und Armaturen einzubauen. Für Blei gilt seit dem 1. Dezember 2013 ein Grenzwert von zehn Mikrogramm pro Liter Trinkwasser, und die Betreiber von Wasserversorgungsanlagen sind verpflichtet, darüber zu informieren, wenn noch Blei in ihrer Anlage verbaut ist - auch dann, wenn der Grenzwert eingehalten ist. (dpp)


    Das könnte Sie auch interessieren

    In der zweiten Folge der Sommerstaffel von "Grill den Henssler", die VOX am Sonntag, den 16.08.2020 um 20:15 Uhr zeigt, trifft es Steffen Henssler besonders hart. Der Koch-King und HSV-Fan muss, nach verlorener Wette gegen Moderatorin Laura Wontorra, zum heutigen Koch-Battle nicht nur im verhassten Werder Bremen-Trikot antreten, seine Herausforderer sind zudem eine eingeschworene... weiterlesen

    (djd). Wer eine Terrasse neu anlegen oder sanieren möchte, sollte auf hochwertige Dielen achten. Denn die Beläge im Freien sind dauerhaft einer hohen Belastung ausgesetzt. Im Sommer werden sie durch die alltägliche Nutzung strapaziert und oft von direkter Sonneneinstrahlung getroffen. Im Winter trotzen sie Regen und Schnee. Gleichzeitig gibt es einen Trend zum... weiterlesen

    "Ich werde noch ne Schippe drauflegen" verspricht Sonia Liebing für ihr zweites Album "Absolut", welches am 25. September 2020 erscheinen wird. Der erfolgreiche Single Vorbote "Ich will mit dir (nicht nur reden)" gibt davon bereits einen guten ersten Eindruck, da der Titel nur so vor Lebensfreude und Energie sprüht. Trotzdem war es eine starke Ansage von Sonia, wenn man bedenkt,... weiterlesen

    (djd). Das Meeresrauschen, die frische Ostseeluft, ein klarer Sternenhimmel, der Strand: Dieses faszinierende nächtliche Erlebnis können sich Liebespaare, Freundinnen oder junge Kleinfamilien am Strand des Ostseebades Eckernförde gönnen. Dort stehen zwei wetterfeste und gemütliche Schlafstrandkörbe sowie zwei "Sleeperoos" den Gästen zur Verfügung. Nach... weiterlesen

    London 1944: Der polnische Offizier Jan Nowak-Jezioranski, der als Abgesandter im Londoner Exil lebt, wird mit einer wichtigen Mission beauftragt und begibt sich mitten in der Nacht auf die gefährliche Reise nach Zabno, Polen. Verfolgt von feindlichen Geheimdiensten, riskiert er sein Leben, um eine wichtige Nachricht zu überbringen, die über das... weiterlesen

    (djd). Warmwasser und Heizung ohne hohe Energiekosten: Dank der Kraft der Sonne werden Hausbesitzer zu Energiesparern und Umweltschützern. Solarthermie ist eine nachhaltige und effiziente Technologie, die nicht nur die Haushaltskasse, sondern auch die Umwelt schont. Einfache und individuelle Installation Beratung zu Dimensionierung und Art der... weiterlesen

    Wie wird eine waschechte Prinzessin zum gefeierten Popstar? Welcher falsche Mausklick macht Teenie-Schwarm Justin Bieber weltberühmt? Warum steht Hollywood-Schnuckel Mark Wahlberg jede Nacht um zwei Uhr auf? In "Die Besten!" präsentiert Annemarie Carpendale am 13.08.2020 um 20.15 Uhr auf ProSieben 33 sexy Boys, wilde Mädchen und beliebte... weiterlesen