"Der Austausch mit anderen Betroffenen kann wertvoll sein" - Mentale Gesundheit bei Diabetes: Expertin gibt Tipps

Donnerstag, 21.03.2024 |
Die Mainzer Diplom-Psychologin Susanne Baulig hat wertvolle Tipps für die mentale Gesundheit von Menschen, die von Diabetes betroffen sind.
Die Mainzer Diplom-Psychologin Susanne Baulig hat wertvolle Tipps für die mentale Gesundheit von Menschen, die von Diabetes betroffen sind.
© DJD/BSKOM/privat

(DJD). Zum Leben mit Diabetes gehören die guten Momente mit Blutzuckerwerten im grünen Bereich und dem Gefühl, alles im Griff zu haben. Aber es gibt auch die Ängste und Unsicherheiten wegen schlechter Werte, die komischen Blicke von Außenstehenden beim Blutzuckermessen oder das Gefühl, dass einem alles zu viel wird. Umfragen haben ergeben, dass viele Betroffene deshalb auch mentale Schwierigkeiten haben: Ein Drittel aller Menschen mit Diabetes sind von psychischen Problemen betroffen; Patientinnen und Patienten mit diesem Krankheitsbild haben ein doppelt so hohes Risiko, an einer Depression zu erkranken. Infos zum Thema mentale Gesundheit bei Diabetes gibt es etwa unter www.roche.de/diabetes-mental.de. Dipl.-Psychologin Susanne Baulig, Leiterin des Schwerpunkts Psychodiabetologie an der Poliklinischen Institutsambulanz für Psychotherapie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, beantwortet die drei wichtigsten Fragen:

Mit welchen Themen kommen Patientinnen und Patienten zu Ihnen?

Am häufigsten begegnen uns Depressionen, gefolgt von Essstörungen, die meistens in Form von unkontrollierten Essattacken auftreten. An dritter Stelle kommen Angststörungen im Hinblick auf Hypoglykämien. All diese Diagnosen werden oft von Akzeptanzproblemen begleitet, die dazu führen, dass Patientinnen und Patienten ihren Diabetes am liebsten verleugnen möchten oder es nicht schaffen, sich gut um ihn zu kümmern.

Warum sind überdurchschnittlich viele Menschen mit Diabetes von psychischen Problemen betroffen?

Bereits die Diagnose und das damit verbundene Wissen, dass man unter einer chronischen Erkrankung leidet und seinen Lebensstil ändern muss, kann ungemein belastend sein. Dazu kommt, dass Diabetes niemals Pause macht und die Therapie viel Eigenverantwortung und Selbstkontrolle im Alltag erfordert, was sich ebenfalls auf die Psyche auswirken kann. Ein weiterer Aspekt sind Ängste vor möglichen Folgeerkrankungen und akuten Krisensituationen wie Hypoglykämien. Außerdem leiden Betroffene öfter unter Schuld- und Schamgefühlen – verstärkt durch eine Stigmatisierung von Diabetes, die es noch immer in unserer Gesellschaft gibt.

Wie können Menschen mit Diabetes ihre mentale Gesundheit stärken?

Der Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr wertvoll sein, da man sich besser verstanden und nicht so alleine fühlt. Außerdem kann man sich gegenseitig motivieren und mit Tipps unterstützen. Wenn sich zeigt, dass professionelle Hilfe gewünscht und benötigt wird, findet man unter www.roche.de/diabetes-mental eine Übersicht mit Anlaufstellen.


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