Bauen mit der Muskelhypothek: Bei Eigenleistungen durch Familie und Freunde lauern einige Gefahren

Samstag, 01.10.2016 |
Florian Haas, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e.V.
Florian Haas, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e.V.
© djd/Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende

(djd). Trotz der historisch niedrigen Zinsen: Der Bau eines Hauses bleibt für die meisten Bundesbürger die größte Investition des Lebens. Früher oder später stellen sich viele Bauherren die Frage, ob und wie sich die Baukosten reduzieren lassen. Fast immer wird dann auch das Thema Eigenleistung diskutiert. Was ist bei der "Muskelhypothek" zu beachten?

Unverzichtbar: Die Bauhelfer-Unfallversicherung

Wer baut, freut sich über jede Hilfe von Freunden und Familienmitgliedern. Aber: Jeder fünfte Arbeitsunfall passiert Schätzungen zufolge auf einer Baustelle, gerade bei Nichtfachleuten ist das Unfallrisiko hoch. "Der Bauherr muss seine nicht gewerblichen Bauhelfer in jedem Fall bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) anmelden und Beiträge entrichten", so Florian Haas, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e.V. Dabei seien der Bauherr selbst und seine Familie aber nicht mitversichert. Die private Bauhelfer-Unfallversicherung dagegen beinhalte den Schutz für die Helfer, den Bauherrn und seine Familie und zahle unabhängig von den Leistungen der Berufsgenossenschaft die versicherte Leistung bei Invalidität. Mitglieder der Schutzgemeinschaft etwa können von günstigen Konditionen bei Abschluss dieser Versicherung profitieren, Informationen dazu gibt es unter www.finanzierungsschutz.de.

Ersparnis eventuell geringer als gedacht

Die Erbringung von Eigenleistungen auf der Baustelle erfordert viel Zeit, ein Laie erledigt spezielle Arbeiten nicht annähernd so schnell wie die Profis. "Wenn man deshalb später ins neue Heim einziehen kann und weiter Miete bezahlen muss, geht das zu Lasten der Ersparnis", warnt Florian Haas. Ein weiterer oft nicht einkalkulierter Kostenfaktor sei das Baumaterial, das der Bauherr selbst beschaffen müsse, auch dadurch falle der Spareffekt geringer aus.

Achtung Schwarzarbeit!

Aus Freundes- und Nachbarschaftshilfe kann schnell Schwarzarbeit werden: Drückt man dem netten Handwerksmeister von nebenan als Dankeschön für seine Hilfe 500 Euro in die Hand, wurde die Grenze bereits überschritten. "Der Fiskus zeigt hier im Zweifelsfall wenig Milde", mahnt Florian Haas.

Einfluss auf die Gewährleistung

Durch Eigenleistungen können Bauherren unter Umständen Gewährleistungsansprüche verlieren. Gerade wenn Bauleistungen im Wechsel zwischen Baufirma und Bauherr erbracht wurden, ist bei Auftreten eines Baumangels oft schwer oder gar nicht festzustellen, was die Ursache dafür ist. "Der Umfang der Eigenleistung und die daraus folgende Gewährleistungsproblematik sollten deshalb so eindeutig wie möglich im Bauvertrag vereinbart werden. Wir raten Bauherren, den Bauvertrag von einem Fachmann juristisch prüfen zu lassen", so Florian Haas.

Termine sind einzuhalten

(djd). Werden Eigenleistungen im Bauablauf erbracht, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die vom beauftragten Unternehmen vorgegebenen Termine eingehalten werden. Viele Gewerke können erst erbracht werden, wenn eine vorherige Leistung abgeschlossen ist. So kann die Sanitärendinstallation erst erfolgen, wenn die Fliesen an der Wand sind. "Wenn der Fliesenleger seine Arbeit nicht aufnehmen kann, weil der in Eigenleistung eingebrachte Estrich falsch oder noch gar nicht gelegt wurde, verzögert sich die gesamte Fertigstellung", warnt Florian Haas, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e.V. Erbringe der Bauherr seine Eigenleistungen nicht termingerecht und verzögere sich dadurch der Bauablauf, könne er schadensersatzpflichtig werden.


Das könnte Sie auch interessieren

Das ARD Vorabendprogramm wird heute (19.03.2026) um 18 Uhr zum Schauplatz eines musikalischen Gipfeltreffens, wenn Moderator Kai Pflaume zu einer neuen Runde "Wer weiß denn sowas?" einlädt. In der Manege des Wissens stehen sich diesmal zwei Größen der Unterhaltungsbranche gegenüber, die normalerweise die großen Bühnen füllen. Während die... weiterlesen

Mit dem neuesten DonnerstagsKrimi aus der Bozen-Krimi-Reihe führt die ARD ihre Zuschauer heute (19.03.2026) um 20:15 Uhr tief in die harten wirtschaftlichen Realitäten Südtirols. Die Episode "Rebenblut" markiert den 22. Film der erfolgreichen DonnerstagsKrimi-Reihe und rückt ein Thema ins Zentrum, das die Region wie kaum ein anderes prägt: den Weinbau. Doch statt... weiterlesen

(DJD). Wenn es um die häusliche Pflege geht, fällt ehrliche Kommunikation in der Familie oft schwer. Denn das Spannungsfeld zwischen den Bedürfnissen und Wünschen der pflegebedürftigen Menschen und den Möglichkeiten und Grenzen ihrer Angehörigen ist groß und birgt viel Konfliktpotenzial. „Unserer Erfahrung nach steht in einer Pflegesituation... weiterlesen

Das Grauen kehrte am 11. April 1986 in eine kleine Kiez-Kneipe in Berlin-Charlottenburg ein und hinterließ eine Wunde, die bis heute nicht verheilt ist. Heute Abend (18.03.2026) um 20:15 Uhr rollt die Fahndungssendung "Aktenzeichen XY... Ungelöst" im ZDF den schrecklichen Mord an Renate Pollaczeck (44) neu auf, um dem Täter nach fast vier Jahrzehnten endlich das Handwerk zu... weiterlesen

Eine neue Ausgabe der beliebten Quizshow "Wer weiß denn sowas?" sorgt heute (18.03.2026) um 18 Uhr in der ARD für geballte Rätselspannung im Vorabendprogramm. Moderator Kai Pflaume führt gewohnt souverän durch die Sendung, in der die beiden Teamchefs Bernhard Hoëcker und Wotan Wilke Möhring um den Sieg kämpfen. Als prominente Unterstützung sind... weiterlesen

Jeder kennt das Bild des Bernhardiners mit dem kleinen Fässchen um den Hals, doch kaum jemand kennt die wahre Geschichte dahinter. Inspiriert von den realen Begebenheiten um den legendären Lawinenhund, der zwischen 1800 und 1812 über 40 Menschen das Leben rettete, kommt mit Mein Freund Barry ein bildgewaltiges und herzerwärmendes Abenteuer in die Kinos. Die... weiterlesen

Wer heute Abend (18.03.2026) um 20:15 Uhr ZDFneo einschaltet, begibt sich auf eine Zeitreise in die düsteren Gassen von Münster, als die Krimireihe "Wilsberg" noch mit einer ungewohnten Härte experimentierte. In der Episode "Bittere Pillen" taucht der eigenwillige Privatdetektiv Georg Wilsberg, gewohnt knorrig gespielt von Leonard Lansink, in ein Milieu ein, das im deutschen... weiterlesen

Heute Abend (18.03.2026) um 20:15 Uhr im ZDF wird es bei "Aktenzeichen XY... Ungelöst" besonders perfide: Rudi Cerne präsentiert einen Fall aus Köln, der das Urvertrauen in die Staatsgewalt erschüttert. Es ist ein Szenario, das sich niemand vorstellen möchte: Man schläft friedlich vor dem Fernseher ein, nur um Sekunden später in einem wahrgewordenen... weiterlesen