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500 Jahre Lutherbibel: In der Wartburgregion um Eisenach feiert man das Jubiläum

Vor 500 Jahren suchte Martin Luther Zuflucht auf der Wartburg - heute ist die "Wächterburg" ein beliebtes Ausflugsziel.
Vor 500 Jahren suchte Martin Luther Zuflucht auf der Wartburg - heute ist die "Wächterburg" ein beliebtes Ausflugsziel.
© djd/Eisenach Wartburgregion Touristik/Tobias Kromke

(djd). Gerade 15 Jahre alt war Martin Luther, als er Eisenach 1498 das erste Mal betrat, um hier die Schule zu besuchen. Er lebte im Haus der Familie Cotta, dem heutigen Lutherhaus. Zu dieser Zeit wusste er sicher noch nicht, dass er ein knappes Vierteljahrhundert später hier seine wohl schöpferischste Leistung vollbringen würde: die Übersetzung des Neuen Testaments. Dieses Jubiläum jährt sich 2021/2022 zum 500. Mal. Grund genug, sich einmal die Erinnerungsorte des großen Reformators näher anzuschauen.

Die Wartburg: 1.000 Jahre bewegte Geschichte

Eindrucksvoll und ein bisschen einschüchternd erheben sich die Mauern der Wartburg über Eisenach. Das Unesco-Welterbe, heute Sinnbild der Ökumene, kann auf eine fast 1.000-jährige bewegte Geschichte zurückblicken. Vor 800 Jahren war die Burg Lebensmittelpunkt von Elisabeth von Thüringen, einer ungarischen Prinzessin und Heiligen der katholischen Kirche. Drei Jahrhunderte später bot sie Martin Luther, dem geistigen Vater der Reformation, Exil. Eine Sonderausstellung auf der Burg zeichnet das Alltagsleben Luthers in der wehrhaften Festung nach. Informationen dazu und zu weiteren Veranstaltungen im Jubiläumszeitraum gibt es unter www.eisenach-luther.de.

Lutherbibel ausverkauft

Vielleicht war ein Stück weit Langeweile dabei, jedenfalls ließ Luther die Zeit in seiner bescheidenen Zelle nicht ungenutzt verstreichen, sondern schuf ein Werk von epochalem Ausmaß: eine Bibel für das Volk. Damit wollte er die Heilige Schrift auch den Menschen näherbringen, die griechische und lateinische Texte nicht lesen konnten. Und so übersetzte er in nur elf Wochen das Neue Testament ins Deutsche. Die 3.000 Exemplare waren in kürzester Zeit ausverkauft. 1522 erschien die nächste Auflage, und schließlich hatte Luther die Übersetzung des Alten Testaments abgeschlossen, sodass 1534 die erste komplette Lutherbibel dem Volk zur Verfügung stand. Zum 500-jährigen Jubiläum der Bibelübersetzung lässt man gleichzeitig die deutsche Sprache hochleben, denn Luther verwendete nicht einen der zahlreichen Dialekte, sondern übersetzte allgemein verständlich und schuf damit die Grundlage der deutschen Hochsprache. "Die Kraft der Worte" ist passend dazu das Motto der Festwoche im September, in der sich die evangelische Kirche in Eisenach der verbindenden und trennenden Kraft der Sprache widmet. 

Spiritueller Austausch

Auf dem rund 1.000 Kilometer langen „Lutherweg“ in Thüringen kommt man an vielen weiteren Erinnerungsorten vorbei, die zum spirituellen Austausch mit dem Reformator einladen. Auch das Glasbachtal bei Bad Liebenstein liegt auf dem Pilgerweg: An diesem Ort wurde Luther 1521 in Schutzhaft genommen und auf die Wartburg gebracht.


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