Wo die Feldlerche wieder Heimat findet: Moderne Solarparks als wertvolle Lebensräume

Freitag, 31.07.2026 |
Durch flexible Mahd- und Beweidungskonzepte entstehen unter und zwischen PV-Modulen Naturrefugien, die auf intensiv bewirtschafteten Agrarflächen fehlen.
Durch flexible Mahd- und Beweidungskonzepte entstehen unter und zwischen PV-Modulen Naturrefugien, die auf intensiv bewirtschafteten Agrarflächen fehlen.
© DJD/Bundesverband Neue Energiewirtschaft/Wattmanufactur

(DJD). Das Trillern, Zirpen, Rollen und Pfeifen der Feldlerche gehörte einst zum typischen Klangbild der deutschen Kulturlandschaft im Sommer. Heute ist der Vogel, der bereits 1998 und 2019 zum „Vogel des Jahres“ gekürt wurde, deutlich seltener geworden. Eine intensive Landwirtschaft, große zusammenhängende Ackerflächen und der Verlust strukturreicher Lebensräume erschweren dem bekannten Bodenbrüter vielerorts das Überleben.

Umso bemerkenswerter sind die Ergebnisse aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen aus modernen Freiflächenanlagen. An zahlreichen Standorten wurden dort bereits wenige Jahre nach der Errichtung deutlich höhere Feldlerchenbestände festgestellt als auf den direkt umliegenden Landwirtschaftsflächen.

Diese positive Entwicklung zeigt eindrucksvoll, wie schnell die Natur auf neue, ungestörte Lebensräume reagieren kann. Unter und zwischen den installierten Solarmodulen entstehen ganz unterschiedliche Licht-, Feuchtigkeits- und Temperaturverhältnisse. Diese kleinräumige Vielfalt schafft schützende Habitate, die in der intensiv genutzten Agrarlandschaft inzwischen extrem selten geworden sind und von denen auch die Feldlerche massiv profitiert.

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Ein echter Gewinn für Insekten, Vögel und Fledermäuse

Die Feldlerche ist dabei nur ein Beispiel für eine weitreichende Entwicklung, die Biologen beobachten. Gut geplante Solarparks entwickeln sich im Laufe der Zeit zu wertvollen Rückzugsräumen für Pflanzen und Tiere.

  • Verzicht auf Chemie: Weil die eingezäunten Flächen in der Regel überhaupt nicht gedüngt oder mit chemischen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden, können sich über die Jahre artenreiche Wildblumenwiesen entwickeln.
  • Wachsende Nahrungskette: Mit den neu entstehenden Blütenpflanzen wächst die Zahl der Insekten rasant an – und damit automatisch das wichtige Nahrungsangebot für viele gefährdete Vogelarten, Fledermäuse und nützliche Kleinsäuger.

Unabhängige Studien haben in solchen Anlagen eine beeindruckende Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten nachgewiesen. Wer tiefer in die ökologischen Zusammenhänge zwischen Solarenergie und Biodiversität eintauchen möchte, findet auf der Informationsplattform Sonne sammeln zahlreiche wissenschaftliche Hintergrundinfos, Praxisbeispiele und aktuelle Forschungsergebnisse. Die Untersuchungen belegen eindeutig, dass Solarparks weit mehr sein können als reine Energieerzeuger: Sie schaffen wertvolle, geschützte Ausgleichsflächen.

Energiewende und Naturschutz gemeinsam denken

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse machen klar, dass Solarparks nicht zwangsläufig in Konkurrenz zum klassischen Naturschutz stehen müssen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer sorgfältigen ökologischen Planung und einer schonenden Pflege der Freiflächen.

Erfolgsfaktor Pflege: Flexible Mahd- und Beweidungskonzepte (beispielsweise durch Schafe), ausreichend große Abstände zwischen den einzelnen Modulreihen und die gezielte Förderung heimischer Vegetation können den ökologischen Nutzen zusätzlich steigern.

Die vorliegenden Untersuchungen weisen darauf hin, dass die langfristige Pflege eines Solarparks oft sogar einen größeren Einfluss auf die lokale Artenvielfalt hat als die rein technische Bauweise der Anlage selbst. Wo die Feldlerche wieder ungestört singt, zeigt sich, wie eine durchdachte Energiewende nicht nur dem weltweiten Klima, sondern auch dem regionalen Naturschutz dienen kann.

Quelle: DJD / Bundesverband Neue Energiewirtschaft


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