Regelungslücke bei alkoholisierten Radfahrern schließen

Sonntag, 25.01.2015 | Tags: Verkehrssicherheit
Fahrradfahren nach starkem Alkoholkonsum gefährdet die eigene Gesundheit wie auch die anderer Verkehrsteilnehmer.
Fahrradfahren nach starkem Alkoholkonsum gefährdet die eigene Gesundheit wie auch die anderer Verkehrsteilnehmer.
© dpp-AutoReporter 

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) sorgt sich um die Sicherheit zahlreicher Fahrradfahrer, die trotz erheblichen Alkoholkonsums am Straßenverkehr teilnehmen. "Das hohe Unfallrisiko wird unterschätzt, sie gefährden nicht nur sich selbst, sondern stellen auch eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer dar", sagt DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf. Deshalb empfiehlt der DVR dem Gesetzgeber, einen Ordnungswidrigkeitentatbestand für Fahrradfahrer einzuführen, die eine Blutalkoholkonzentration (BAK) von 1,1 Promille und mehr aufweisen. Erwiesenermaßen treten ab einem Wert von mehr als 1,0 Promille grundsätzlich Ausfallerscheinungen auf.

Die derzeitige Rechtslage lässt es aber zu, dass Fahrradfahrer bis zu einer BAK von 1,5 Promille (zuzüglich 0,1 Promille Sicherheitszuschlag) Alkohol trinken und trotzdem Fahrrad fahren dürfen - es sei denn, es sind deutliche Anzeichen für die Fahrunsicherheit beweisbar. Der DVR fordert den Gesetzgeber auf, diese "Regelungslücke" zu schließen und zum Schutz der Verkehrsteilnehmer - analog der 0,5-Promillegrenze des Paragrafen 24 a Straßenverkehrsgesetz (StVG) bei Kraftfahrzeugführern - einen Verkehrsordnungswidrigkeitentatbestand für Fahrradfahrer einzuführen.

"Damit würde ein deutliches Signal für die Verkehrssicherheit gesetzt. Mehr als 84 Prozent der alkoholisiert an Verkehrsunfällen mit Personenschaden beteiligten Radfahrer weisen BAK-Werte von 1,1 bis 3,0 Promille und mehr auf. Bei fast jedem vierten Alkoholunfall war ein Fahrradfahrer der Hauptverursacher", erläutert Eichendorf. Neueste Ergebnisse einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) und des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Düsseldorf zeigen, dass ab mehr als 0,8 Promille die "groben" Fahrfehler zunehmen. Testpersonen, die unter kontrollierten Bedingungen Alkohol getrunken und anschließend auf dem Fahrrad einen realitätsnahen Parcours zu bewältigen hatten, machten ab etwa 1,0 Promille BAK deutlich mehr Fehler.

Auch die Experten des kommenden 53. Verkehrsgerichtstages vom 28. bis 30. Januar 2015 in Goslar beschäftigen sich mit der Frage, ob neue Promillegrenzen für Radfahrer eingeführt werden sollen. Der DVR und andere Organisationen haben sich in den letzten Jahren mit zahlreichen Präventionsangeboten und Kampagnen darum bemüht, deutlich zu machen, dass der Konsum von Alkohol und die Teilnahme am Straßenverkehr, ob als Führer eines Kraftfahrzeuges oder als Fahrradfahrer, nicht miteinander vereinbar sind. (dpp-AutoReporter)


Das könnte Sie auch interessieren

(DJD). Seit Jahren steigt die Zahl der Menschen in Deutschland mit Schlafstörungen. Eine aktuelle Studie der Krankenkasse Barmer aus dem vergangenen Jahr geht davon aus, dass sieben Prozent der Bevölkerung mit Schlafproblemen zu kämpfen hat, das wären sechs Millionen Menschen und damit 36 Prozent mehr als noch im Jahr 2012. "Schlafstörungen erhöhen das Risiko... weiterlesen

(DJD). Die Elemente Wasser und Luft spielen in Bad Griesbach seit genau 50 Jahren eine ganz besondere Rolle. Die Annahme, dass sich tief unter dem idyllischen Ort im Rottaler Bäderdreieck ergiebige Quellen mit heilkräftigem Wasser befinden, bewahrheitete sich am 6. Dezember 1973. Damals schoss das „flüssige Gold“ aus der Nikolausquelle in 1.522 Metern Tiefe in Form... weiterlesen

Die Magical Hydrangea repräsentiert robuste Hortensien für den Garten, die während ihrer langen Blütezeit mehrfach ihre Farben wechseln. Anfänglich präsentieren sich ihre Knospen in frischem Grün und nehmen im Verlauf der Zeit - je nach Sorte - allmählich rosafarbene, blaue oder sogar rote Nuancen an. Im Herbst erstrahlen sie dann in der Regel in einem... weiterlesen

(DJD). Eine wichtige Maßnahme, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, ist die Reduzierung von Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor. Vor diesem Hintergrund arbeiten auch die Paketdienste entschieden daran, ihre Fahrzeugflotten auf Elektromobilität sowie andere alternative Antriebe und Kraftstoffe umzustellen. In deutschen Städten passiert schon viel: Allein der Paketdienst... weiterlesen

"Linoleum - Das All und all das" läuft ab 15.02.2024 im Kino.
© HappySpots / Filmplakat: Camino Filmverleih

Ab 15.02.2024 im Kino: "Linoleum - Das All und all das"

Der leidenschaftliche, aber erfolglose Wissenschaftler Cameron stürzt in eine böse Midlife-Crisis. Ein neuer Nachbar, der wie die bessere Version von ihm selbst erscheint, bringt sein ruhiges Vorstadtleben durcheinander. Seine Karriere implodiert, seine Ehe steht vor dem Scheitern. Als eines Morgens die Überreste einer abgestürzten Raumkapsel in... weiterlesen