Höhepunkt des Winzerjahres: Die Weinlesezeit in Rheinhessen ist immer etwas Besonderes

Samstag, 17.09.2022 |
Motivierte Erntehelfer: Zur Weinlese in Rheinhessen treffen sich Menschen aller Nationen.
Motivierte Erntehelfer: Zur Weinlese in Rheinhessen treffen sich Menschen aller Nationen.
© djd/www.rheinhessenwein.de/Dieth+Schröder

(djd). Es riecht nach reifen Trauben und jungem Wein, in den Weinbergen und auf den Straßen herrscht geschäftiges Treiben: Für die Winzerinnen und Winzer ist die Zeit der Weinlese eine Zeit der Extreme und immer etwas Besonderes. Arbeiten rund um die Uhr, um aus dem, was ein Jahr lang gewachsen ist, das Optimum herauszuholen. Auch in Deutschlands größtem Weinbaugebiet Rheinhessen bedeutet der neue Jahrgang wieder eine Herausforderung.

Zwischen Handlese und Hightech

Was macht das Wetter? Wann ist der richtige Zeitpunkt für welchen Weinberg? Wie ist das Zusammenspiel von Süße und Säure in den Beeren? Wie gesund sind die Trauben, wie hoch sind die Erträge? Das sind nur einige Fragen, die die Winzerinnen und Winzer jedes Jahr umtreiben. Wann die Weinlese startet, ist abhängig von der Reife der Trauben, von Wetter, Rebsorte und Lage. "2022 ist ein frühes Jahr, wir legen schon im September los", meint etwa Kai Schätzel aus dem rheinhessischen Nierstein. Mindestens fünf Wochen dauert die Lese. Schätzel erntet in den Niersteiner Hängen ausschließlich in Handarbeit: Dabei werden nach und nach diejenigen Trauben aus dem Weinberg und auf die Kelter gebracht, die eine optimale Reife haben. Das mehrstufige Vorgehen ist zwar aufwändig, gibt dem Winzer aber mehr Flexibilität, um die Trauben in bester Qualität zu lesen: "Ein Vollernter macht gute Arbeit, aber er kann nicht mehrfach in den Weinberg, um einzelne Trauben herauszuholen. Für uns ist das wichtig, da wir jeder einzelnen Traube ihr richtiges Zeitfenster geben, und sie dann ernten, wenn sie reif ist", so Schätzel - eine Voraussetzung für erstklassigen Wein.

Ein guter Winzer braucht viel Gespür

Die Witterung im Herbst fordert von den Weingütern ein perfektes Timing. Heiße Tage bedeuten Lese in den frühen Morgenstunden und eine zügige Verarbeitung im Keller. Starke Niederschläge wiederum erfordern eine extreme Schlagkraft im Weinberg. In diesem Jahr sind es erneut Trockenheit und große Hitze, die den Winzern zu schaffen machen: "Es ist warm, es ist heiß und wir haben wenig bis fast gar keine Niederschläge. Das führt zu extremem Stress für die Reben, gerade in den steilen Lagen", so Schätzel. Aber die Reben, die die Hitze überstanden haben, haben auf jeden Fall genügend Sonne für eine gute Reife mitbekommen. Kai Schätzel freut sich auf die Ernte: "Die Weinlese ist arbeitsaufwändig, aber auch ein Fest der Ernte, bei dem wir die Belohnung für ein ganzes Jahr Arbeit einfahren." Unter www.rheinhessen.de finden Weinfreunde weitere Infos rund um den Weinbau in der Region und über die Aktion "Rheinhessen genießen", zu der die regionale Gastronomie von September bis November einlädt.


Das könnte Sie auch interessieren

Ein digitaler Albtraum bricht über das beschauliche Münster herein und bringt das Leben einer jungen Juristin komplett ins Wanken. Der Mainzer Spartensender ZDFneo wiederholt heute (20.05.2026) um 20:15 Uhr den packenden Münster-Krimi "Nackt im Netz" aus der "Wilsberg"-Reihe. Diese Episode begreift die digitale Bloßstellung dabei erfreulicherweise nicht als trockenes... weiterlesen

Eine manipulierte Gasleitung in einer Münchner Kleingartenkolonie bildet den Ausgangspunkt für eine packende Ermittlung im Krimi "Das Kamel und die Blume" aus der Reihe "München Mord", die das ZDF heute um 20:15 Uhr ausstrahlt. Die Wiederholung steht ganz im Zeichen der Erinnerung an den viel zu früh verstorbenen Hauptdarsteller Alexander Held. Der Charakterdarsteller,... weiterlesen

Der Präpariersaal der Westfälischen Wilhelms-Universität wird im Münster-Tatort "Eine Leiche zu viel", den das BR Fernsehen heute (19.05.2026) um 20:15 Uhr ausstrahlt, zum Schauplatz eines äußerst bizarren Verbrechens. Für die Medizinstudenten beginnt der reguläre Präparierkurs am anatomischen Institut, doch unter den Körperspenden befindet... weiterlesen

Die bewegten Anfänge einer absoluten Legende des deutschen Rock stehen im Mittelpunkt eines mitreißenden Spielfilms, den Kabel Eins anlässlich des 80. Geburtstages von Udo Lindenberg am vergangenen Sonntag heute (Dienstag, 19.05.2026) um 20:15 Uhr noch einmal ausstrahlt. Das Biopic "Lindenberg! Mach dein Ding" zeichnet den schwierigen Weg des Ausnahmekünstlers von der... weiterlesen

(DJD). Dort, wo alte Bäume tiefe Schatten werfen oder die Mittagssonne unbarmherzig brennt, kapitulieren viele Rasenflächen. Viele Gartenbesitzer kennen diese kahlen Stellen oder Bereiche, in denen das Moos langsam die Überhand gewinnt. Doch schwierige Standorte müssen kein Schicksal sein. Ob Lichtmangel, extreme Hitze oder ein stark verdichteter Boden – mit der... weiterlesen

Das Abendprogramm im ZDF steht heute (18.05.2026) ganz im Zeichen einer hochkarätig besetzten, tiefschwarzen Familienkomödie voller Intrigen und Geheimnisse. Zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr startet der zweiteilige Fernsehfilm "Mama ist die Best(i)e", der die Zuschauer in eine Welt voller Bosheiten, Luxus und alter Rechnungen entführt. In der Hauptrolle brilliert Adele... weiterlesen

Ein bitteres Phänomen von kollektiver Passivität und wegschauenden Zeugen bildet das Fundament für den Polizeiruf 110 "Vor aller Augen", der heute (18.05.2026) um 20:15 Uhr im MDR ausgestrahlt wird. Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski (Maria Simon) und Polizeihauptmeister Horst Krause (Horst Krause) übernehmen darin einen Fall, der die psychologische Sezierung einer von... weiterlesen