Studie: Jeder fünfte Gründer in Deutschland hat einen Migrationshintergrund

Mittwoch, 20.04.2016 | Bewertung:
  • Rund jeder fünfte Gründer hierzulande ist Migrant - die Menschen leisten somit einen maßgeblichen Beitrag zum Gründungsgeschehen in Deutschland.
    Rund jeder fünfte Gründer hierzulande ist Migrant - die Menschen leisten somit einen maßgeblichen Beitrag zum Gründungsgeschehen in Deutschland.
    © djd/KfW Bankengruppe/thx
  • (djd). Migranten spielen beim Gründungsgeschehen in Deutschland eine bedeutende Rolle. Immerhin rund jeder fünfte Gründer hierzulande ist dem "KfW-Gründungsmonitor 2015" zufolge Migrant, hat also eine ausländische Staatsbürgerschaft oder die deutsche Staatsbürgerschaft nach der Geburt erworben. In konkreten Zahlen ausgedrückt: Allein im Jahr 2014 haben 179.000 Migranten eine Existenzgründung umgesetzt.

     

    Positive Impulse für das Gründungsgeschehen in Deutschland

    Im Durchschnitt leisten Migranten einen überdurchschnittlichen Gründungsbeitrag in Deutschland: Vor der Gründung sind sie zwar häufiger arbeitslos als deutsche Gründer - mit der Gründung schaffen sie dann aber im Durchschnitt häufiger und mehr Arbeitsplätze. Das verstärkt die positiven Impulse, die generell von der Gründungstätigkeit für die deutsche Volkswirtschaft ausgehen. "Migranten gehen ihre Gründungsprojekte offensiver an, selbst wenn die Gründung eine Entscheidung aufgrund fehlender Erwerbsalternativen war. Mit ihrer größeren Gründungsneigung und höherem Beschäftigungseffekt leisten Migranten somit einen wichtigen Beitrag zum Gründungsgeschehen in Deutschland", erklärt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Migranten gründen zudem auch jünger als der Durchschnittsgründer und häufiger im Vollerwerb, speziell die Gründungsneigung unter Akademikern ist dabei außergewöhnlich hoch. Migranten starten relativ oft im Handel - aber auch überdurchschnittlich oft mit Marktneuheiten.

    Kein Zusammenhang zwischen Abbruchrisiko und Staatsangehörigkeit

    Migranten sind allerdings nach ihrem Start häufiger und schneller bereit, ihre Existenzgründung auch wieder abzubrechen: Drei Jahre nach Gründung bestehen 70 Prozent aller Existenzgründungen noch, bei Migranten sind es 60 Prozent. Dies ist hauptsächlich mit dem niedrigeren Gründungsalter, dem häufigerer Start aus der Arbeitslosigkeit heraus sowie die vergleichsweise stärkere Ansiedlung der Migranten im Handel zu erklären. "Für das Abbruchrisiko ist nicht die Staatsangehörigkeit der entscheidende Faktor", sagt Dr. Jörg Zeuner, "sondern die Erfahrung und das Wissen der Gründer sowie welche Projekte sie verwirklicht haben." Insgesamt spiele aber der Arbeitsmarkt für Migranten eine größere Rolle. Sie beendeten ihre Selbstständigkeit eher wieder, wenn sich attraktive Jobmöglichkeiten böten.

    Migranten als Gründer - die Fakten im Überblick

    (djd). Der "KfW-Gründungsmonitor 2015" ergab:

    • Rund jeder fünfte Gründer in Deutschland ist Migrant, hat also eine ausländische Staatsbürgerschaft oder die deutsche Staatsbürgerschaft erst nach der Geburt erworben.
    • 2014 haben 179.000 Migranten eine Existenzgründung umgesetzt.
    • Obwohl Migranten vor der Gründung häufiger arbeitslos sind als deutsche Gründer, schaffen sie mit der Gründung durchschnittlich mehr Arbeitsplätze, sie leisten somit einen überdurchschnittlichen Gründungsbeitrag.
    • Migranten sind allerdings nach dem Start auch öfter und schneller bereit, die Existenzgründung wieder abzubrechen: Drei Jahre nach Gründung bestehen 70 Prozent aller Existenzgründungen noch, bei Migranten sind es 60 Prozent.

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