Pflanzenvielfalt macht den Garten reicher
Abwechslung macht das Leben spannend. Das gilt auch für den Garten. Wer viele verschiedene Gehölze, Stauden und Blumenzwiebeln gepflanzt hat, kann bedeutend mehr entdecken als jemand, in dessen Garten nur wenige unterschiedliche Pflanzen wachsen. Eine große Artenvielfalt tut auch der Tierwelt gut: Mittlerweile ist der Artenreichtum in Städten vielerorts größer als auf dem Lande, wo durch intensive Bodennutzung und großflächige Monokulturen Lebensräume verschwinden. Gartenbesitzer können mit ihrer Pflanzenauswahl dazu beitragen, verschiedenen Tieren Schutz und Nahrung zu bieten. Tiere kennen schließlich keine Grenzen: Viele benachbarte Gärten bilden für sie zusammen einen großen Lebensraum. Ein abwechslungsreich angelegter Garten kann außerdem das ganze Jahr hindurch auf ganz unterschiedliche Weise interessante Eindrücke bieten. Gräser zum Beispiel beeindrucken oft mit ihrem filigranen, zierlichen Wuchs und ihrer spielerischen Leichtigkeit, wenn sie sich sanft im Wind wiegen oder wenn silbrige Blüten im Gegenlicht leuchten. Doch sie können selbst im Winter, noch lange nach der Blütezeit, eine besondere Wirkung haben. Wenn sie nicht aus falsch verstandenem Ordnungssinn im Herbst zurückgeschnitten werden, verwandeln sich ihre trockenen Blüten- oder Samenstände durch Tautropfen, Schnee oder Raureif zu wunderbaren zarten Skulpturen oder schimmern sanft in der Wintersonne. Aber nicht nur das: Werden sie erst im Frühling zurückgeschnitten, können sie kleinen Tieren im Winter Unterschlupf bieten und eine Nahrungsquelle für hier überwinternde Vögel sein.
Auch viele Heckenpflanzen sind in mehrfacher Hinsicht wertvoll: Als Sichtschutz halten sie neugierige Blicke fern und verleihen einem Garten Privatsphäre. Wer relativ viel Platz hat oder ein langgestrecktes „Handtuchgrundstück" besitzt, kann die Fläche mit geschnittenen Hecken gut in mehrere unterschiedlich gestaltete Räume einteilen. Darüber hinaus bieten Hecken heimischen Tieren einen Rückzugsraum, Vögel können in ihnen nisten und kleine Säugetiere finden ihn ihnen Versteckmöglichkeiten. Sowohl Eiben als auch Hainbuchen lassen sich sehr gut schneiden. Sie werden deshalb gerne für Schnitthecken verwendet. Außerdem lassen sie sich gut als Formgehölze verwenden. Seit mehr als 500 Jahren werden Eiben als Hecken für die Gartengestaltung verwendet. Besonders in England sieht man viele eindrucksvolle Eiben, die durch regelmäßigen Schnitt zu immergrünen Skulpturen geformt wurden und den Ideenreichtum ihrer Besitzer widerspiegeln. Obwohl Eiben Nadelbäume sind, tragen sie keine Zapfen, sondern Beeren. Diese werden gerne von Vögeln gefressen. Während Eiben (Taxus) immergrün sind, färben sich die Blätter der Hainbuchen (Carpinus betulus) im Herbst leuchtend gelb. Oftmals bleiben die Blätter noch bis zum Frühling an den Zweigen. Hainbuchen sind im Winter transparenter als immergrüne Pflanzen und bieten gleichzeitig noch einen leichten Schutz vor Wind.
Die Vogelbeere (Sorbus), auch Eberesche genannt, ist eine arten- und sortenreiche Gattung, die für Mensch und Tier wertvoll ist. Besonders beeindruckend ist der reiche Fruchtschmuck dieser zumeist kleinen Bäume oder großen Sträucher. Die Früchte bleiben oft bis in den Winter hinein an den Zweigen und sind eine geschätzte Nahrung für Vögel. Die Beeren leuchten meistens orange oder rot, seltener finden sich rosafarbene, gelbe oder weiße Früchte. Die Blätter färben sich im Herbst je nach Art gelb, orange oder rötlich. Meistens sind sie gefiedert, aber es gibt auch Vogelbeeren mit elliptischen bis eiförmigen oder gelappten Blättern. Die Wuchsform und -höhe bietet ebenfalls Abwechslung. Neben locker wachsenden Arten und Sorten kommen auch Vogelbeeren mit einer dichten säulen- oder einer kegel- bis eiförmigen Krone vor, und auch mehrstämmige Vogelbeeren sind erhältlich. So gibt es manchmal selbst innerhalb einer Pflanzengattung eine große Auswahl. Diese Vielfalt trägt dazu bei, dass sich auch für kleine Gärten schöne Sorten der Vogelbeere finden lassen.
Pflanzen, die den Boden dicht bedecken, bereichern den Garten ebenfalls. Zum einen verhindern sie, dass der Boden nackt und langweilig wirkt, gleichzeitig schützen sie ihn auch vor Verdichtung, zu starker Austrocknung oder vor dem Verlust von Erde bei heftigen Regenfällen oder Wind. So fördern solche Pflanzen auch das Bodenleben: Kleine Tiere wie Springschwänze, Regenwürmer und Tausendfüßler tragen dazu bei, Blätter und andere organische Substanz zu zerkleinern und deren Bestandteile in den Nährstoffkreislauf zurückführen. Manche Bodendecker, wie das Dickmännchen (Pachysandra terminalis), auch Schattengrün genannt, sind immergrün. Das Schattengrün bildet etwa 20 Zentimeter hohe Blattteppiche, die den Boden das ganze Jahr über bedecken. So gibt es eine Vielzahl interessanter Pflanzen, die den Garten verschönern und ihn auch bereichern, indem sie unterschiedliche, wichtige Funktionen für Menschen und Tiere übernehmen.
© 7. Oktober 2011 - D&K-Media / PdM
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