Urlaub im Garten: Mit Farbe durch den Sommer
Erholung ist keine Sache der Entfernung, sondern der Umgebung. Auch vor der eigenen Balkon- oder Wohnungstür kann es so schön sein, dass man sich in kürzester Zeit wie in einem kleinen Urlaub fühlt. Für viele Menschen wird deshalb der Garten in der warmen Jahreszeit zum Urlaubsziel, für andere wird der Balkon zur grünen Insel im Häusermeer. Blätterrauschen, zwitschernde Vögel und viel Grün helfen, einen Gang zurückzuschalten und den Sommer draußen zu genießen. Zur Urlaubsstimmung tragen auch die Pflanzen bei, die im Garten oder auf dem Balkon wachsen. Einige rufen Bilder vom sonnigen Süden wach, wie der Lavendel, der selbst auf einem Balkon noch Platz findet. Sein silbriges Laub ist typisch für Pflanzen, die normalerweise in wärmeren und somit auch trockeneren Regionen wachsen: Silbrige Blätter haben oft feine Härchen, die für die helle Farbe verantwortlich sind und einen Verdunstungsschutz bilden.
Auch auf Rosen muss ein Balkongärtner nicht verzichten, denn viele Sorten gedeihen gut in Gefäßen, wenn diese ausreichend groß sind. Töpfe für Rosen müssen allerdings recht hoch sein, denn Rosen haben lange Wurzeln. Wer einen Garten nutzen kann, hat erheblich mehr Auswahl: Rosen sind sehr vielseitige Gehölze, nicht nur wegen der vielen Blütenfarben und -formen, sondern auch wegen ihres Wuchses und ihrer Höhe. Manche verzaubern zudem mit ihrem angenehmen Duft. Kletterrosen erzeugen schnell romantische Gartenbilder, sie können Türen oder Fenster wie ein blühender Rahmen umranken oder an Torbögen emporwachsen. Wildrosen erfreuen Mensch und Tier, denn sie wirken mit ihren einfachen Blüten besonders natürlich. Aus den Blüten entwickeln sich später die Hagebutten, die für die Tierwelt wertvoll sind und sich auch gut für herbstliche Dekorationen eignen. Die meisten Rosensorten werden jedoch wegen ihrer üppigen, dicht gefüllten oder sehr elegant und edel geformten Blüten ausgewählt.
Eine Pflanze mit Urlaubsflair ist auch die Bauern-Hortensie (Hydrangea macrophylla), von der viele Sorten erhältlich sind. Es gibt zwei große Gruppen von Bauern-Hortensien. Sie unterscheiden sich in der Form ihrer Blütenstände: Am bekanntesten sind die Hortensien mit großen, kugelförmigen Blütenständen vor allem in Rosa-, Rot- oder Blautönen, wie sie zum Beispiel häufig in der Bretagne oder auch in alten Bauerngärten zu sehen sind. Zusätzlich zu diesen oft als Ball-Hortensien bezeichneten Sorten gibt es auch die sogenannten Lacecap-Hortensien. Die Bezeichnung geht zurück auf das englische Wort ‘lace‘ für Spitze und ‘cap‘ für Haube oder Hütchen. In der Tat, die eher flachen Blütenstände dieser Hortensien sind so filigran, dass sie an feine Spitze erinnern. Sie sind schirmförmig und wirken sehr nostalgisch, ihre auffallenden Randblüten umgeben die kleinen, unscheinbaren Blüten in der Mitte.
Der Perückenstrauch (Cotinus coggygria) ist ein Ziergehölz, das mit seinen auffallenden Fruchtständen beeindruckt. Sie umgeben den Strauch - nach der Blüte im Sommer - wie fedrige, lockere Wolken. Auf manchen Betrachter wirken sie wie Perücken. Dieser Eindruck hat zu dem ungewöhnlichen deutschen Namen geführt. Das natürliche Verbreitungsgebiet der bisher wenig bekannten Perückensträucher reicht von Südosteuropa bis Ostasien. Die Blätter sind markant eiförmig bis elliptisch. Neben der grünblättrigen Art gibt es eine Sorte, die auch wegen ihrer Blattfarbe sehr auffällt: ‘Royal Purple‘ hat schwarzrote Blätter mit einem leicht metallischen Glanz und bildet einen schönen Kontrast zu grünlaubigen Gehölzen.
In Form geschnittene Bäume haben eine besondere Ausstrahlung. Sie sehen nicht nur interessant aus, sie können auch sehr nützlich sein. In Dachform gezogen sind sie an heißen Sommertagen gute Schattenspender, die transparenter wirken als ein festes Sonnendach. Formbäume benötigen auch weniger Platz als jene, die nicht geschnitten werden. Die Größe wird durch die Schere begrenzt und so können zum Beispiel Linden mit kastenförmiger Krone oder wie ein Spalier geschnitten auch in einem Vorgarten wachsen. Sie schützen das Haus in der warmen Jahreszeit vor zu viel Sonne und lassen im Winter viel Licht durch. Damit sie weiterhin so schön in Form bleiben, ist ein jährlicher Schnitt nötig. Den können zum Beispiel die Fachleute aus dem Garten- und Landschaftsbau durchführen.
Für leuchtende Farben sorgt der Phlox, eine Staudengattung, die wegen der leuchtenden Blütenfarben mit deutschem Namen auch Flammenblume genannt wird. Das Farbenspektrum reicht von erfrischendem Weiß über Rosanuancen bis hin zu kräftigen roten und violetten Tönen und zu Sorten mit zweifarbigen Blüten. Es gibt aber auch Sorten mit Pastelltönen. Phlox ist eine typische Cottage- und Bauerngartenpflanze. Es gibt sowohl Sorten, die im Frühling blühen, als auch solche, die im Sommer ihre Blüten öffnen und von denen manche einen angenehmen, intensiven Duft verströmen. Die Höhe des Sommer-Phlox variiert, manche Sorten werden 130 Zentimeter hoch, andere nur etwa 70 Zentimeter. So lassen sich auch Flammenblumen für kleine Stadtgärten finden. Als Schnittblumen bringen sie die Farben des Sommers sogar auf den Frühstückstisch - für einen guten Start in den Sommerurlaub zuhause.
© 8. Juni 2011 - D&K-Media / PdM
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