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Landtagswahl 2011: Baden-Württemberg hat gewählt - Rot-Grün unter Führung der Grünen scheint möglich

Ergebnisse der Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg

Ergebnisse der Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg laut vorläufigem amtlichen Endergebnis

© Grafik: D&K-Media

Rund 7,8 Millionen wahlberechtigte Bürger waren heute (27.03.2011) in Baden-Württemberg aufgerufen, über die Zusammensetzung des Landtages zu entscheiden. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,3 Prozent (2006: 53,4 Prozent). Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis kommt die CDU auf 39 Prozent (2006: 44,2 Prozent), die SPD auf 23,1 Prozent (2006: 25,2 Porzent), die Grünen auf 24,2 Prozent (2006: 11,7 Prozent), die FDP auf 5,3 Prozent (2006: 10,7 Prozent) und die Linke auf 2,8 Prozent (2006: WASG 3,1 Prozent). Damit reicht es definitiv nicht für Schwarz-Geld. Die Frage ist, traut sich die SPD eine Koalition unter Führung der Grünen zu oder flüchtet sie in die bequeme Große Koalition?

Die CDU konnte die Landtagswahl 2006 gewinnen. An der Spitze stand zunächst Ministerpräsidenten Günther Oettinger, im Februar letzten Jahres übergab er seine Amtsgeschäfte an Stefan Mappus. Seine Regierung steckt jedoch in einer tiefen Krise. Das Bahn-Projekt Stuttgart 21 avancierte im Herbst letzten Jahres zum Dauerthema. Mappus ist absoluter Befürworter des von Gegnern als Millionengrab bezeichneten Bahnhofsneubaus. Weiterhin steht er auch in der Kritik in Sachen EnBW-Übernahme, Ablehnung der Steuerbetrugsdaten und seine Äußerungen über Homosexualität. Schlimmer kann es für einen Ministerpräsidenten schon nicht mehr kommen, und doch kam es schlimmer. Nach Erdbeben, Tsunami und Atom-Katastrophe hat der bekennende Atomkraft-Befürworter Mappus noch eine Baustelle mehr. Nach Merkels Atomkraft-Moratorium und Brüderles Hinweis, dass es sich beim Moratorium um Wahltaktik handelt, warnte Mappus kurz vor der Wahl noch einmal vor einem zu schnellen Ausstieg aus der Atomkraft. Wahlumfragen vor der Landtagswahl 2011 sahen auch in Baden-Württemberg die FDP um 5 Prozent. Schwarz-Gelb hofft aber noch auf einem Trick. Das Wahlrecht in Baden-Württemberg ist dank Ausgleichs- und Direktmandaten sehr kompliziert. So könnte es sein, dass Schwarz-Gelb weniger Prozentpunkte der Wählerstimmen auf sich vereint als Rot-Grün, am Ende aber mehr Abgeordnetensitze stellen kann.

Seit Herbst letzten Jahres im Aufwind sind auch in Baden-Württemberg die Grünen. Hier ist es nicht nur der bundespolitische Aufwärtstrend, sondern Themen wie Stuttgart 21 oder die Debatte um die Atomkraft. Zeitweilig konnten die Grünen in Wahlumfragen sogar die SPD überflügeln. Damit hätte erstmals in der Geschichte ein Grüner Ministerpräsident werden können. Spitzenkandidat Winfried Kretschmann gefällt sich in dieser Rolle. Nils Schmid heißt der Spitzenkandidat der SPD Baden-Württemberg bei der Landtagswahl am 27. März 2011. Sollte die SPD vor den Grünen liegen, könnte er der nächste Ministerpräsident von Baden-Württemberg werden, sofern es für Rot-Grün reichen würde. Keine Rolle wird wohl die Linke spielen, denn auch in Baden-Württemberg kam sie bei den Wahlumfragen kaum über 4 Prozentpunkte hinaus.

© 27. März 2011 - D&K-Media

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