Landtagswahl 2011: Rheinland-Pfalz hat gewählt - Rot-Grün wahrscheinlich
Rund 3,1 Millionen wahlberechtigte Bürger waren heute (27.03.2011) in Rheinland-Pfalz aufgerufen, über die Zusammensetzung des Landtages zu entscheiden. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,3 Prozent (2006: 58,2 Prozent). Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis kommt die SPD auf 35,7 Prozent (2006: 45,6 Porzent), die CDU auf 35,2 Prozent (2006: 32,8 Prozent), die Grünen auf 15,4 Prozent (2006: 4,6 Prozent), die FDP auf 4,2 Prozent (2006: 8,0 Prozent) und die Linke auf 3,0 Prozent (2006: WASG 2,6 Prozent). Kurt Beck bleibt damit auch nach 16 Jahren Ministerpräsident, verliert bei der Landtagswahl 2011 aber die absolute Mehrheit. Wahrscheinlich ist eine Koalition aus SPD und Grüne (Rot-Grün).
Kurt Beck hat in den letzten Jahren alle Höhen und Tiefen erleben müssen. 2006 gewann er die Landtagswahl und erzielte dabei sogar eine absolute Mehrheit. Kurze Zeit später übernimmt er das Amt des SPD Parteichefs. Aus jener Zeit stammt auch seine Schelte an einen Arbeitslosen, der sich seiner Meinung nach erst einmal waschen und rasieren sollte. In der Funktion des SPD-Vorsitzenden erblasste er so zunehmend und trat schließlich 2008 zurück. Seine Regierung in Rheinland-Pfalz kam unterdessen immer wieder wegen Skandalen rund um den Nürburgring nicht zur Ruhe. Erfolgreich zurück meldete sich Kurt Beck spätestens Anfang 2011 als die Hartz-IV-Verhandlungen zu scheitern drohten und er gemeinsam mit Horst Seehofer und Wolfgang Böhmer die Initiative ergriff. Seither hatten sich die Umfragewerte für die SPD in Rheinland-Pfalz stabilisiert. Für die Grünen wurden schon lange zweistellige Prozentwerte prognostiziert, welche vor allem vom Bundestrend resultieren.
Die CDU hat versucht mit ihrer jungen Spitzenkandidatin Julia Klöckner frischen Wind nach Rheinland-Pfalz zu bringen. Außerhalb von Rheinland-Pfalz hat man Julia Klöckner vielfach nur wahrgenommen, wenn sie wieder neue Vorwürfe in Sachen Nürburgring-Affäre gegen Kurt Beck anzubringen hatte. Dabei hatte die CDU selbst ein Problem, wurde doch der letzte Wahlkampf der CDU zum Teil sogar aus Steuergeldern finanziert. Der Lieblingspartner der CDU, nämlich die FDP, musste hingegen bis zuletzt zittern, ob sie die 5-Prozent-Hürde knacken kann. Für Die Linke sagten die letzten Wahlumfragen vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz gar nur 4 Prozent voraus, ein herber Rückschlag, wollte man doch bald in allen Landesparlamenten vertreten sein.
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