Landtagswahl 2011: Sachsen-Anhalt hat gewählt - Schwarz-Rot oder Rot-Rot
Rund 2 Millionen wahlberechtigte Bürger waren heute (20.03.2011) in Sachsen-Anhalt aufgerufen, über die Zusammensetzung des Landtages zu entscheiden. Die Wahlbeteiligung lag bei 51,2 Prozent (2006 bei nur 44,4 Prozent). Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis kommt die CDU auf 32,5 Prozent (2006: 36,2 Prozent), die SPD auf 21,5 Prozent (2006: 21,4 Prozent), die Linkspartei auf 23,7 Prozent (2006: 24,1 Prozent), die FDP auf 3,8 Prozent (2006: 6,7 Prozent), die Grünen bei 7,1 Prozent (2006: 3,6 Prozent) und die NPD bei 4,6 Prozent (und damit nicht im Landtag!). Die bisherige Große Koaltion bestehend aus CDU und SPD könnte also bequem weiter regieren. Rein rechnerisch ist auch eine Koaltion aus SPD und Linkspartei (Rot-Rot) möglich.
Egal wie mögliche Koaltionsverhandlungen ausgehen werden, steht aber schon fest, dass der neue Ministerpräsident nicht Wolfgang Böhmer heißen wird. Er tritt mit seinen 75 Jahren nicht mehr an. Spitzenkandidat der CDU ist der bisherige Wirtschaftsminister Reiner Haseloff. Zusammen mit Angela Merkel war sein Hauptthema im Wahlkampf natürlich die Warnung vor Rot-Rot. Bundespolitische Themen wie die Plagiats-Affäre um Karl-Theodor zu Guttenberg oder die Ereignisse um die Atom-Katastrophe von Japan scheinen nur am Rand zu interessieren, alle Umfragen zuvor bescheinigten der CDU nur leichte Verluste.
SPD Spitzenkandidat Jens Bullerjahn wird wohl bis zuletzt darauf gehofft haben, dass die Linkspartei stärker abscheidet als die SPD. Einer seiner wenigen Aussagen in Sachen Koalition war nämlich, dass die SPD in diesem Fall keinen Vertreter der Linkspartei zum Ministerpräsidenten wählt. So hätte er ohne viele Erklärungen weiter in der Großen Koalition bleiben können. Die SPD hat natürlich kein Interesse an einer Koalition mit der Linkspartei, immerhin stehen am kommenden Wochenende die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg an. Ein rot-rotes Bündnis in Magdeburg würde dort in der letzten Wahlkampfwoche zum totalen Lagerwahlkampf führen.
Linke-Spitzenkandidat Wulf Gallert träumte unterdessen selbst noch am Wahltag davon, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt zu werden. Die Grünen konnten sich sicher sein, im neuen Landtag vertreten zu sein dank des bundespolitischen Trends. Zittern bis zum Schluss musste unterdessen die FDP und es scheint tatsächlich nicht für die FDP zu reichen. Umfragen vor der Wahl prophezeiten auch der NPD den Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt. Dank der höheren Wahlbeteiligung sieht es so aus, als bliebe Sachsen-Anhalt das erspart.
© 20. März 2011 - D&K-Media (aktualisiert am 21.03.2011)
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