Fahrrad-Diebstahl: Ältere Fahrräder bei Dieben besonders beliebt
Wer dem Fahrrad-Diebstahl vorbeugen möchte, der sollte Geld in ein Bügelschloss investieren und stets Rad und Rahmen an vorhandene Vorrichtungen befestigen.
© Bertel / Pixelio.de
Wie aus der "Fahrradstudie 2010" des Deutschen Ring hervorgeht, sind ältere und preiswerte Fahrräder bei Dieben am beliebesten. Dies liegt daran, dass preiswerte oder gebraucht Modelle am weitesten verbreitet sind. Viele dieser Räder kosten zwischen 100 und 300 Euro. Etwa 20 Prozent der Fahrräder ist aus zweiter Hand. Der günstige Kaufpreis verleitet viele Fahrradbesitzer dazu, ihren Drahtesel nur ungenügend zu sichern. Laut "Fahrradstudie 2010" des Deutschen Ring liegt der Durchschnittswert eines gestohlenen Fahrrads bei 360 Euro. Diese älteren, günstigen Räder werden von den Dieben meist für den Eigengebrauch entwendet.
Radfahrer sparen oft besonders bei der Auswahl des Schlosses. So nutzen etwa 60 Prozent der Halter preiswerte Seil- oder Kabelschlösser. Deren mit Kunststoff ummantelten Stahlseile sind elastisch und lassen sich leicht handhaben. Für den Fahrraddieb genügt ein Bolzenschneider, um solche Schlösser zu knacken. Einen deutlich besseren Schutz vor Diebstählen bieten Bügelschlösser. Solche Modelle mit bis zu 16 Millimeter dicken Metallbügeln sind allerdings teurer. Nur ein Viertel der Befragten Fahrradbesitzer sind bereit, in ein hochwertiges Fahrradschloss zu investieren. Teure Premium-Bikes werden seltener gestohlen, da deren Besitzer häufig auch Geld für ein sicheres Schloss investieren.
Laut "Fahrradstudie 2010" des Deutschen Ring wurde bereits jedem zweiten Bundesbürger einmal das Fahrrad gestohlen. Sicherheitsexperte Jens Christian Berggreen verweist darauf, dass es sich beim Fahrrad-Diebstahl häufig um einen Gelegenheitsdiebstahl zum eigenen Gebrauch handelt. Entscheidend für den Täter ist dabei, dass ein Fahrradschloss möglichst schnell aufgebrochen werden kann. Dauert es zu lang, bleibt der Diebstahl meist im Versuch stecken. Von daher lohnt sich die Investition in ein hochwertiges Schloss, zumal jährlich nur etwa 10 Prozent der etwa 350.000 angezeigten Fahrrad-Diebstähle aufgeklärt werden.
Entscheidend ist auch, wo Sie Ihr Fahrrad abstellen. Wer der Meinung ist, dass Diebe sich an stark frequentierten Orten wie Schulen, Universitäten oder Bahnhöfen nicht trauen, der irrt. Solche öffentlichen Plätze sind Tatschwerpunkte. Das Bearbeiten eines Fahrradschlosses fällt schließlich an einer belebten Einkaufsstraße weniger auf als auf einem ruhigen Hinterhof. Auf die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit an stark frequentierten Orten kann kaum noch getraut werden. Auch gemeinschaftlich genutzte Fahrradkeller etwa in Mehrfamilienhäusern oder Studentenwohnheimen erweisen sich als besonders diebstahlsgefährdet. Auch in solchen Räumen können Diebe meist ungestört Schlösser knacken. In abschließbaren Räumen am Arbeitsplatz oder im eigenen Haus können Fahrräder am sichersten abgestellt werden. Das Fahrrad sollte dabei stets mit Rad und Rahmen an vorhandene Vorrichtungen wie einem Ständer befestigt werden.
Über die Deutscher-Ring-Fahrradstudie: Die Deutscher-Ring-Fahrradstudie ist Teil einer panelbasierten Internetbefragung unter mehr als 4.000 Personen in sechs europäischen Ländern. Diese wurden über ihr Nutzungsverhalten von Rad und Schutzmitteln wie beispielsweise Helme sowie die Wahrnehmung von Risikofaktoren bei Erwachsenen und Kindern unter 15 Jahren befragt. 1.003 Personen nahmen aus Deutschland daran teil. Die Studie wurde von den Deutscher Ring Versicherungsgesellschaften und der Baloise Group in Auftrag gegeben und von Januar bis März 2010 vom I-Lab der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich und der Universität St. Gallen durchgeführt.
© 26. September 2010 - D&K-Media nach (ots)
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Informationen:
Deutscher Ring Ludwig-Erhard-Str. 22 20459 Hamburg www.DeutscherRing.de |
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