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Hochwasser an Oder und Neiße: Höchste Alarmstufe 4 ausgelöst

Das letzte Oder Hochwasser rüttelt bei den Bewohnern noch immer schlimme Erinnerungen wach.

Das letzte Oder Hochwasser rüttelt bei den Bewohnern noch immer schlimme Erinnerungen wach.

© Rolf Handke /

Flutwelle aus Polen erreicht Brandenburg früher als erwartet.

Früher als ursprünglich erwartet hat die Flutwelle aus Polen Brandenburg erreicht. Die Pegel von Oder und Neiße steigen stark an. Ab Mittwoch (26. Mai 2010) um 18 Uhr gilt für die betroffenden Abschnitte an der Oder die höchste Alarmstufe 4. Auslöser war der Pegelstand bei Ratzdorf, der zu dieser Zeit die Marke von 5,9 Meter überschritten hat. In Frankfurt/Oder wurden bereits Sansäcke an die Bewohner der Südlichen Vorstadt ausgegeben, da dieser Bereich besonders gefährdet sei. Auf polnischer Seite in Slubice hat der dortige Bürgermeister den Bewohnern empfohlen, die Stadt zu verlassen. Unterdessen werden für Polen am Donnerstag und Freitag neue ergiebige Regenfälle vorhergesagt, die die Lage noch weiter verschlimmern könnte.

Deichläufer beobachten rund um die Uhr die Lage. Zahlreiche Helfer stehen bereit, um Sandsäcke zu füllen und Deiche zu sichern. Branedenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat inzwischen seinen Urlaub abgebrochen. Die brandenburgische Umweltministerin Anita Tack (Die Linke) will sich am Donnerstag vor Ort ein Bild von der Lage machen. Das Hochwassermeldezentrum in Frankfurt (Oder) ist ab sofort rund um die Uhr besetzt. Ab Donnerstag wird unter der Rufnummer 0335-5603167 ein Bürgertelefon geschalten. Auskünfte werden täglich zwischen 7 und 22 Uhr erteilt.

Was aber tun, wenn man selbst von Hochwasser oder Überschwemmungen betroffen ist? Hausbesitzer, welche eine zusätzliche Deckung der Elementarschäden in ihrer Gebäudeversicherung vereinbart haben, haben gute Karten. Bei Hochwasser übernimmt die Versicherung die entstehenden Kosten für Trockenlegung und Erneuerung der Fußböden. Schäden an Einrichtungsgegenständen und an Haushaltszubehör können in der Hausratversicherung über eine Zusatzabdeckung versichert werden. Wichtig ist bei solchen Schadensfällen, den Versicherer schnellstmöglich zu informieren. Viele Versicherer haben dafür eine rund um die Uhr besetzte Schadenhotline. Mit Aufräumarbeiten wie dem Auspumpen des Kellers darf erst begonnen werden, wenn der Wasserstand außen wirklich sinkt. Andernfalls kann das Mauerwerk unterspült werden und es zu Problemen mit der Statik kommt. Sinkt der Wasserstand, ist Eile bei den Folgearbeiten angesagt. Nach dem Auspumpen unbedingt Dreck und Schlamm beseitigen und eine erste Bestandsaufnahme der Schäten vorbereiten.

© 26. Mai 2010 - D&K-Media mit Material von R+V-Infocenter

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