ADAC-Schulbustest: Unpünktlich, überfüllt und zu schnell unterwegs
Die Benutzung von Schulbussen sollen den Eltern der Schüler auch ein Gefühl der Sicherheit geben: "Mein Kind kommt sicher in die Schule". Der aktuelle ADAC-Schulbustest brachte aber gravierende Mängel ans Tageslicht. Insgesamt 36 Strecken in zwölf Bundesländern wurden dazu untersucht. Die Tester vom ADAC waren entsetzt, dass Raserei an der Tagesordnung zu sein scheint. Auf 34 der 36 untersuchten Strecken wurde die Höchstgeschwindigkeit überschritten. Das schlägt sich auch auf die Gesamtbewertung nieder. 10-mal wurde die Testnote "gut" vergeben, weitere 18 Strecken retteten sich mit "ausreichend". Bei 8 Teststrecken kamen die Tester zum erschreckenden Urteil "mangelhaft".
Testsieger wurde der Schulbus auf der Linie 861 von Nordend nach Grabow in Eberswalde (Bundesland Brandenburg). Hier gab es keine Geschwindigkeitsüberschreitungen. Die Busfahrer hielten sich an die Straßenverkehrsordnung und passten die Fahrweise auch an winterliche Straßenverhältnisse an. Die Testhaltestellen der Linie 861 waren in Schulnähe. Die Busse waren pünktlich und nicht überfüllt.
Schlusslicht ist die Linie 676 von Langwaden nach Bensheim (Bundesland Hessen). Statt erlaubter 60 km/h wurden hier von einer Testerin 100 km/h mit dem GPS-Gerät gemessen. Haltestellen waren teilweie 500 Meter weit von der Schule entfernt und hatten keinen Wetterschutz. Außerdem verhielten sich Schüler hier nicht angemessen, was am Zustand der Busse abzulesen ist. In den Bussen auf dieser Linie fehlten Nothämmer, ein Fahrkartenautomat war defekt und es gab Schmierereien.
Zusammenfassend kann man sagen, dass neben den Tempoverstößen vor allem überfüllte und unpünktliche Busse auffielen. Egal ob Nothämmer fehlten oder scharfe Kanten und Stolperschwellen für Verletzungsgefahr sorgten - solche Busse sind als Schulbus eine Gefahr für die Schüler. Ebenso beanstandet wurden fehlende Fahrpläne an den Haltestellen wie auch ungepflegte Haltestellen. Auf der anderen Seite muss auch das Verhalten der Schüler bemängelt werden. Vielfach wurde beim Ein- und Aussteigen gedrängelt. Nicht immer wurden im Bus alle vorghandenen Sitze genutzt. Ganz gefährlich ist die Unsitte, über die Fahrbahn zu laufen, bevor der Bus abgefahren ist.
Was schlägt der ADAC zur Verbesserung vor? Wegen fehlenden Geldes müssen Busunternehmer oft zu knapp kalkulieren, was auch zu unrealistischen Fahrplänen führt. Aus dieser Misere können nur höhere Fördermittel herausführen. Ins Auge gefasst werden sollten Schulungen sowohl für Busfahrer als auch für die Schüler. Außerdem fordert der ADAC mehr Polizeikontrollen im Bereich des Schülerverkehrs. Runde Tische mit Vertretern von Kommunen, Schulen, Busunternehmen und Eltern könnten ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.
© 19. Mai 2010 - D&K-Media
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Informationen:
ADAC e.V. Am Westpark 8 81373 München www.adac.de |
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