Wenn Bello zuschnappt: Haustierbisse werden oft unterschätzt
Die DAK informiert, wie man bei richtig reagiert wenn Hunde oder Katzen zugebissen haben.
In den letzten Wochen gab es vermehrt Schreckensmeldungen in Verbindung mit Hunden. In Cottbus hat ein Husky-Mischlingshund ein Baby totgebissen, in Salzkotten wurde ein 11-jähriger Junge von einer Dogge schwer verletzt und in Niedersachsen wurde ein 71-jähriger von seinem eigenem Jagdhund angegriffen. Aber nicht nur diese ganz schlimmen Fälle fordern Beachtung, denn Haustierbisse werden im Allgemeinen oft unterschätzt.
In Deutschland leben 5 Millionen Hund und 8 Millionen Katzen als Haustiere. Im gesundheitswesen werden pro Jahr 30.000 bis 50.000 Bissverletzungen registriert. Vor allem Kinder sind davon betroffen. Vor allem die Infektionsgefahr wird dabei von den Eltern unterschätzt. Dabei ist bekannt, dass sich etwa 50 Prozent der Wunden nach einem Katzenbiss entzünden. Bei Hundebissen ist es etwa jede zehnte Wunde. Bisswunden sollten deshalb unter fließendem Wasser ausgewaschen und steril abgedeckt werden. Man sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Griffbereit sollte man seinen Impfausweis halten. Gerade wenn ein fremdes Tier zugeschnappt hat, kommt es auf den vorhandenen Impfschutz an. Durch die Keime im Tierspeichel können Wundstarrkrampf auch Tollwut ausgelöst werden. Da bei einem fremden Hund nicht festgestellt werden kann, ob dieser gegen Tollwut geimpft wurde, wird der Arzt in jedem Fall eine Impfung gegen Tollwut nachimpfen. Beim Tetanusschutz kann man im Impfausweis nachschauen, ob der Impfschutz noch ausreicht.
Bei Entzündungen wird der Arzt einen Verband mit desinfizierender Salbe anlegen. Vorbeugend kann auch ein Antibiotikum gegeben werden. Bei Verletzungen an Händen, Füßen und Gelenken können die Zähne und Krallen der Haustiere schnell eine Sehne erwischen. Das verletzte Glied sollte deshalb bis zur Behandlung hochgehalten werden.
Werden entzüdete Blutwunden nicht rechtzeitig behandeln, kann dies zur Blutvergiftung (Sepsis) führen. Ein roter Streifen auf der Haut von der Wundes aus ist aber kein Zeichen für eine Blutvergiftung, auch wenn dies oft behauptet wird. Vielmehr deutet dieser rote Streifen auf eine Entzündung der Lymphgefäße (Lymphangitis) hin. Da diese unbehandlet zur Blutvergiftung werden kann, sollte diese auch behandelt werden. Typische Symptome für eine Blutvergiftung sind Fieber, schnelle und flache Atmung, beschleunigter Herzschlag und Verwirrung. Auch hier gilt der Grundsatz, auch bei geringste Verdacht einen Arzt aufsuchen,
Wie kann man aber Haustierbissen vorbeugen? Selbst noch so vertraute Hunden und Katzen schnappen unter Stress gelegentlich zu. Kindern sollte man vermitteln, mit den Haustieren besonders respektvoll und besonnen umzugehen. So sollten Hunde und Katzen beim Fressen prinzipiell in Ruhe gelassen werden. Auch im Schlaf sollten die Haustiere weder gestreichelt noch aus dem Körbchen genommen werden. Möchte ein Kind einen fremden Hund streicheln, sollte der Besitzer unbedingt vorher zustimmen. Am besten läßt man den Hund vorsichtig an der Hand schnuppern, damit sich dieser mit dem fremden Geruch vertraut machen kann. Manche Katzen mögen zum Beispiel zu langes Streicheln nicht, deshalb sollte man hier auf die Körpersprache der Tiere achten. So kann man vermeiden, dass der Schmusekater seine Krallen einsetzt.
© 13. Mai 2010 - D&K-Media/DAK
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