Florale Kunststückchen, die von der japanischen Küche inspiriert wurden
Von der Sushisierung unserer Gesellschaft
Noch vor ein paar Jahren war das Verlangen der Deutschen nach dem Verzehr rohen Fischs in etwa so groß wie das Verlangen nach Schäferhundcarpaccio. Zunächst galt der Genuss dieser Beraterpommes oder Matjes für Besserverdienende, wie Sushi von bösen Zungen genannt wurde, als elitär. Werber, Consulter, Kreative, Magersüchtige, kurzum chice, urbane und weltläufige Städter gehörten zunächst zur Klientel. Doch das änderte sich schnell.
Inzwischen gibt es die kompakten Reishäppchen beim Asia-Imbiss an der Ecke, in Plastik verpackt frisch oder tiefgekühlt im Discounter und in den Gourmet-Paradiesen großer Kaufhäuser. Keine Party, Gala oder Gebrauchtwagenmesse kommt ohne ein Sushi-Büffet aus. Es ist leicht, nicht fett, übersichtlich portioniert, man stinkt hinterher nicht nach Küche und die kleinen Reispäckchen mit rohem Fisch oder Gemüse kommen schnell, weil kalt.
Grund genug für uns, mit den asiatischen Köstlichkeiten ein wenig zu spielen und sie mit Blumen kreativ zu kombinieren. Die floralen Kunststückchen, die von der Sushisierung unserer Gesellschaft inspiriert wurden, sehen doch ausgesprochen appetitlich aus? Das Anfertigen von Plagiaten ist übrigens durchaus erwünscht!
© Oktober 2008 - BBH
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