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Flüssigkeitszufuhr im Alter: Warum Senioren nicht durstig sind

Senioren müssen ausreichend trinken

Senioren müssen ausreichend trinken

© Chrionny / Pixelio.de

Alte Menschen trinken häufig zu wenig, vor allem ungenügend Wasser. Ursache dafür sind möglicherweise alternde Sinneszellen, die das Durstgefühl regulieren. Dies kann dazu führen, dass ältere Menschen zunehmend austrocknen. Folglich laufen viele Stoffwechselvorgänge im Körper träge ab oder sind gestört.

Australische Wissenschaftler und Forscher aus den USA fanden jetzt heraus, wodurch sich das Trinkverhalten im Alter ändert. Michel Farell und seine Kollegen des Howard Florey Instituts in Melbourne erforschten, dass bei Senioren eine bestimmte Hirnregion, der anteriore cinguläre Cortex, der hinter der Stirn in einem Abschnitt des Frontallappens sitzt, weniger aktiv ist als bei jungen Menschen. Dadurch verspüren sie keinen Durst, auch wenn der Körper dringend Flüssigkeit benötigt.

Trinken, bis der Durst gestillt ist

Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler, nachdem sie Testpersonen in zwei Gruppen untersuchten. Die Menschen der Senioren-Gruppe waren zwischen 65 und 74 Jahre alt, die jungen Leute der Kontroll-Gruppe 21- bis 30-jährig. Für die Studie mussten die Probanden eine salzige Lösung trinken, die großen Durst auslöst. Danach sollten die Versuchsteilnehmer so viel Flüssigkeit zu sich nehmen, bis ihr Durst gestillt war.

Geringes Durstgefühl führt zu Flüssigkeitsmangel

Herrscht im Körper Flüssigkeitsmangel, nimmt die Konzentration bestimmter Salze zu und löst Durst aus. Wird dieses Gefühl z.B. mit Wasser gestillt, melden spezielle Sensoren im Mund und im Magen dem Gehirn, dass der Ausgleich erfolgt ist. Das Gehirn reagiert sofort, indem das Trinkbedürfnis aufgehoben wird. Aufgrund der Untersuchungen vermuten die Wissenschaftler, dass die Sensoren diese wichtige Aufgabe ungenau ausführen und sie die getrunkene Flüssigkeitsmenge nur schätzen. Denn die Beobachtungen ergaben, dass Senioren deutlich weniger tranken um den Durst zu stillen als die Gruppe mit den jungen Menschen. Obwohl die Senioren nicht durstig waren, konnte durch Blutanalyse belegt werden, dass sie dennoch einen deutlichen Flüssigkeitsmangel aufwiesen. Bilder der Computertomographen belegten, dass sich der anteriore cinguläre Cortex bereits nach einer kleinen Trinkmenge bei den Senioren passiv verhielt. Die Wissenschaftler vermuten jetzt, dass dies der Grund dafür ist, warum ältere Menschen austrocknen. Vor allem an heißen Sommertagen kann dies im schlimmsten Fall tödlich enden.

© Juli 2008 - Medicalpress.de

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