Schwimmspaß: Je früher sich Kinder ans Wasser gewöhnen, desto besser
Schwimmen will gelernt sein: Die Angebote hierfür reichen vom Babyschwimmen über Eltern-Kind-Unterricht bis hin zu Kursen für Kinder, in denen die Technik verfeinert wird. "Schwimmen ist gesund – dabei werden alle Muskeln beansprucht und gleichzeitig die Gelenke geschont", weiß Dr. Michael Held, Arzt beim AOK-Bundesverband.
Eltern können schon Babys spielerisch mit dem Wasser vertraut machen. "Kleinkinder lernen zwar noch nicht, sich selbstständig über Wasser zu halten. Aber sie verlieren die Scheu und proben Bewegungsabläufe, die ihnen später das Schwimmenlernen erleichtern", sagt Dr. Held. Dieses Ziel haben auch Babyschwimmkurse, die bereits für sechs Wochen alte Säuglinge angeboten werden. Sie können darin ein Gefühl für Sicherheit im Wasser entwickeln.
Darauf aufbauend empfehlen sich Eltern-Kind-Schwimmkurse für Kinder bis vier Jahre. Hier trainieren die Kleinen Fortbewegungsmöglichkeiten im Wasser wie das "Hundepaddeln". Neben den anfänglichen Schwimmerfolgen stärkt das gemeinsame Erlebnis mit Vater oder Mutter das Eltern-Kind-Verhältnis. "Das fördert die Bewegungsfreude, die Lernbereitschaft und die natürliche Neugier des Kindes", so Dr. Held.
Lernen in Gruppen
Fünfjährige sind bereits in der Lage, Arm- und Beinbewegungen zu koordinieren. Kurse für diese Altersgruppe gibt es in öffentlichen Schwimmbädern, Vereinen, privaten Schwimmschulen oder bei der Deutschen-Lebens-Rettungs- Gesellschaft (DLRG). "Neben dem Ziel, schwimmen zu lernen, ist hier auch das Miteinander wichtig", sagt Dr. Michael Held, "die Kinder lernen dabei, in der Gruppe miteinander umzugehen." Wenn sich das Kind im Schwimmkurs wohlfühlt und gemeinsam mit Gleichaltrigen lernt, ist zudem die Motivation größer.
Welcher Unterricht in der Nähe des Wohnortes empfehlenswert ist, können die Eltern bei der DLRG in Erfahrung bringen. "Schwimm-Kursleiter sollten ausgebildet und im Umgang mit Kindern erfahren sein. Erkundigen Sie sich am besten danach, bevor Sie Ihr Kind anmelden", rät Dr. Held. Bei der Auswahl des Kurses sollten Eltern auch auf eine kleine Teilnehmerzahl achten. Nur dann kann sich der Lehrer optimal um alle Kinder kümmern.
Regelmäßig üben
Geduldige Eltern können ihrem Nachwuchs auch selbst das Schwimmen beibringen. Dabei sollten sie allerdings auf Schwimmflügel verzichten. "Die halten zwar das Kind an der Oberfläche, aber es treibt wie eine Boje im Wasser, und Schwimmbewegungen sind gar nicht möglich", warnt der Arzt. Besser sind Schwimmkissen, die den Kindern um die Taille gebunden werden. Dadurch haben die sie die Arme und Beine frei und können sich so wesentlich besser fortbewegen.
Wie schnell ein Kind das Schwimmen erlernt, richtet sich nach den Vorkenntnissen und der Häufigkeit des Trainings. Aber: Eltern sollten ihre Kinder nicht unter Leistungsdruck setzen. Die Freude am Wasser steht an erster Stelle. Kann das Kind dann schwimmen, ist vor allem eines angesagt: regelmäßig üben. Hier appelliert Dr. Held an die Vorbildfunktion der Eltern: "Kinder schauen sich die Verhaltensweisen ihrer Eltern ab. Gehen diese viel schwimmen, werden die Kinder das automatisch selbst gerne tun."
© August 2007 - AOK
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