Ansteckende Blutarmut bei Pferden kann tödlich sein
Eine EIA-Infektion kann innerhalb von zwei bis sieben Wochen zum Tod des Tieres führen.
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Im September 2006 mussten in Thüringen und Sachsen 18 Pferde getötet werden, die mit dem Virus Equine Infektiöse Anämie (EIA) infiziert waren. Es waren die ersten Ausbrüche der ansteckenden Blutarmut seit einigen Jahren. Es handelt sich dabei um eine unheilbare Krankheit, die Einhufer, also Pferde, Ponys, Esel, Maultiere und Maulesel, befallen kann. Normalerweise tritt diese Krankheit vorwiegend in Afrika, Asien, Australien, Nord- und Südamerika sowie Ost- und Südeuropa auf.
Der Verlauf der Erkrankung ist unterschiedlich. Eine Infektion kann innerhalb von zwei bis sieben Wochen zum Tod des Tieres führen. Die Anämie (Blutarmut) entsteht durch die Auflösung der roten Blutkörperchen. Die Symptome der Krankheit weisen nicht sofort auf eine EIA-Infektion hin, vielmehr können sie ebenfalls bei anderen Infektionskrankheiten auftreten.
Zudem gibt es verschiedene Krankheitsverläufe:
Die akute Erkrankung bringt in schweren Fällen hohes Fieber zwischen 40 und 42 Grad Celsius mit sich. Die Tiere wirken apathisch und weisen Blutungen in den Bindehäuten und Schleimhäuten auf, besonders unter der Zunge. Hinzu können blutiger Durchfall, Herz-Kreislaufstörungen und bei andauernder Krankheit eine bemerkbare Anämie kommen.
Der chronische Verlauf äußert sich in Form von Krankheitsschüben, die alle vier bis sechs Wochen auftreten und drei bis fünf Tage andauern. Die chronische Erkrankung macht sich durch wiederkehrende Fieberphasen, Gewichtsabnahme und Abgeschlagenheit bemerkbar. Häufig frisst das Tier schlechter und weist Wasserablagerungen, so genannte Ödeme, auf. Während dieser Krankheitsschübe ist das Virus im Blut der Tiere nachweisbar.
Schätzungsweise 30 bis 90 Prozent der infizierten Tiere weisen jedoch keinerlei klinische Symptome auf.
Übertragen wird die ansteckende Anämie hauptsächlich durch Insekten, z. B. durch die große Pferdebremse oder den Wadenstecher, eine kleine Fliege, die auch als gemeine Stechfliege oder Stallfliege bekannt ist. Diese Insekten tragen das Virus an ihren Mundwerkzeugen und können es so von einem zum anderen Tier transportieren. Das Virus bleibt dort jedoch nur etwa 30 Minuten infektiös, so dass eine Übertragung über weite Strecken nicht möglich ist. Die Ansteckungsgefahr der Tiere untereinander ist nicht sehr hoch, es sei denn, sie haben engen Kontakt, z. B. wie eine Stute mit ihrem Fohlen. Auch eine intrauterine Übertragung ist möglich.
Feststellen lässt sich die Krankheit durch den Nachweis von Antikörpern im Blut. Werden diese gefunden, wird davon ausgegangen, dass es sich um ein infiziertes Tier handelt. Es gibt keinen wirksamen Schutz, da Impfstoffe oder eine Antikörpertherapie noch nicht entwickelt wurden. Infizierte Tiere bleiben lebenslange Krankheitsträger und sind nicht heilbar, daher müssen Tiere mit einem positiven Befund getötet werden, um einer Ausbreitung vorzubeugen.
© April 2007 - Deutsches Grünes Kreuz e.V. / Friedrich-Loeffler Institut
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