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Schnüffeln im Dienst der Wissenschaft

Positiver Stress für die Nase: Teilnehmer Frank Kopp (rechts) vom BFW Würzburg beim Riech-test mit dem Kölner Arzt Sebastian Beyer.

Positiver Stress für die Nase: Teilnehmer Frank Kopp (rechts) vom BFW Würzburg beim Riech-test mit dem Kölner Arzt Sebastian Beyer.

© BFW Würzburg

Blinde Teilnehmer des BFW Würzburg unterstützen Studie zum Riechen

Blinde und stark sehbehinderte Rehabilitanden des Berufsförderungswerkes (BFW) Würzburg, Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte, unterstützen eine wissenschaftliche Studie der Universität zu Köln. Die Untersuchung des Kölner Arztes Sebastian Beyer soll herausfinden, inwiefern blinde und stark sehbehinderte Menschen durch ihre geschärften Restsinne tatsächlich besser riechen können als Normalsichtige.

"In dieser Größenordnung ist die Studie in Deutschland wohl noch nicht durchgeführt worden" erläutert der Arzt Sebastian Beyer seine ungewöhnliche Doktorarbeit. Grund genug für ihn, dies jetzt mit einer aussagekräftigen Zahl an Testpersonen und wissenschaftlich fundiert nachzuholen. Sein erster Eindruck nach der Untersuchung am BFW Würzburg: "Menschen mit eingeschränktem Augenlicht schildern die von ihnen wahrgenommenen Gerüche schneller". Inwiefern sie tatsächlich auch ein besseres "Näschen" besitzen als Normalsichtige, möchte er vorerst nicht preisgeben. Das genaue Ergebnis seines Riechtests mit über 100 Personen, je zur Hälfte mit einem Restvisus kleiner zehn Prozent oder normalsichtig, wird im Rahmen seiner Promotion in den nächsten Monaten veröffentlicht.

Rund 30 blinde und stark sehbehinderte Teilnehmer des BFW Würzburg meldeten sich, um ihr Riechorgan für eine halbe Stunde in den Dienst der Wissenschaft zu stellen. Sebastian Beyer und seine Kollegin Kirstin Kröll untergliederten den Test mit jedem Probanden in drei Teile. Zunächst ermittelten sie durch Riechstifte den Schwellenwert, ab dem die Testperson einen bestimmten Duft sicher wahrnimmt. In der zweiten Testreihe wurde abgeklärt, ob ein Geruch von zwei anderen unterschieden werden kann. Im dritten und letzten Abschnitt durften die Probanden schließlich Riechstifte mit Alltagsgerüchen erschnüffeln, die mit Hilfe vorgegebener Antworten zu identifizieren waren.

"Der letzte Teil war der Beste" sagt Frank Kopp, einer der freiwilligen "BFW-Schnüffler". Der 38-Jährige ist gelernter Einzelhandelskaufmann. Als die Sehbehinderung zu stark wurde, um seinen Beruf bei einem schwäbischen Herrenausstatter weiter auszuüben, suchte er die Unterstützung des in Veitshöchheim ansässigen Bildungszentrums. Nun lautet Kopps neues Berufsziel Informatikkaufmann. "Die Untersuchung machte mich einfach neugierig. Zudem ist sie eine willkommene Abwechslung zum täglichen BFW-Unterricht" erläutert er seine Motivation zum Mitmachen. Angenehm waren für ihn und seine Nase nicht alle Gerüche. "Der Riechstift mit Knoblauch war die Härte" erinnert er sich und betont, dass die allgemeine Rückmeldung der getesteten BFW-Teilnehmer sehr positiv ist. Sein Resümee: "Die Teilnahme hat allen viel Spaß gemacht. Jetzt sind wir gespannt, was dabei herauskommt."

Näheres über die Arbeit und die Ziele des BFW Würzburg finden Sie im Internet unter www.bfw-wuerzburg.de.

© Februar 2007 - Marcus Meier, PR + Marketing / BFW Würzburg

Informationen:
BFW Würzburg
Helen-Keller-Straße 5
97209 Veitshöchheim
www.bfw-wuerzburg.de
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