24-Stunden-Job - oder pflegen lassen?
Männer setzen mehr Hoffnungen auf die Zeit nach der Berufsphase als Frauen: so das Ergebnis einer unter 500 Bundesbürgern für die Allianz Deutschland AG durchgeführten aktuellen Umfrage der GfK-Marktforschung. Danach freuen sich 63 Prozent der deutschen Männer auf den Ruhestand. Doch nur knapp 56 Prozent der Frauen sehen der neuen Freiheit erwartungsfroh entgegen. Erstaunlich groß ist das Vertrauen der Befragten in ihre Angehörigen: Gut 70 Prozent rechnen damit, dass sie von ihren "Lieben" versorgt würden und nicht ins Heim müssen - auch hier sind Männer optimistischer als Frauen.
Mit gutem Grund: Die Last der häuslichen Pflege - oft genug ein 24-Stunden-Job - liegt laut Experten zu 73 Prozent auf den Schultern des schwachen Geschlechts. Und da Männer nur selten pflegen, ist auch die von 28 Prozent der befragten Frauen geäußerte Angst, selbst pflegebedürftig zu werden, nicht ganz unberechtigt.
Dennoch ist den Deutschen der Gedanke ans Pflegeheim nicht fremd, denn die Kosten für die Unterbringung werden inzwischen deutlich realistischer eingeschätzt. Knapp ein Drittel rechnet mit 2.000 bis 3.000 Euro, 21 Prozent gehen von 3.000 bis 4.000 Euro im Monat aus. Die Realität liegt dazwischen: Im Bundesdurchschnitt kostet ein vollstationärer Pflegeplatz etwa 3.000 Euro. Doch solange nur rund 12 Prozent der Menschen eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen haben, dürfte bei solchen Dimensionen so manche Lebensplanung ins Wanken geraten.
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