Vorbeugung ist möglich - Verengte Halsschlagader kann Schlaganfall auslösen

Prof. Dr. Horst Wilhelm Kniemeyer, Klinikdirektor der Klinik für Gefäßchirurgie und Phlebologie im Elisabeth-Krankenhaus Essen.
© EKE / St. Elisabeth-Stiftung Essen
Der Schlaganfall ist eine der häufigsten und bedeutendsten Erkrankungen, die die Blutgefäße betreffen. Er ist heute die dritthäufigste Todesursache. Nach den Daten der Weltgesundheitsorganisation sind im Jahr 2005 weltweit 5,7 Millionen Menschen an einem Schlaganfall gestorben. In Deutschland erleiden jährlich etwa 220.000 Menschen einen Schlaganfall. Bei über 30.000 von ihnen wird dieser durch eine Karotisstenose ausgelöst – durch eine Verengung der Halsschlagader.
Erhöhtes Schlaganfallrisiko durch Karotisstenose
"Eine der Hauptursachen eines Schlaganfalls sind – neben Herzerkrankungen – Erkrankungen der hirnversorgenden Blutgefäße und des Hirngefäßsystems", erläutert Prof. Dr. Horst-Wilhelm Kniemeyer, Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie und Phlebologie im Elisabeth-Krankenhaus Essen. "Am häufigsten betroffen sind die vorderen Halsschlagadern, die das meiste Blut vom Herzen zum Gehirn befördern. Haupterkrankung ist die Arteriosklerose – umgangssprachlich auch als Gefäßverkalkung bezeichnet. Darunter versteht man eine Ablagerung von Blutfetten, Thromben, Bindegewebe und Kalk in den Blutgefäßen. Wird die Halsschlagader durch die Ablagerungen in der Gefäßwand eingeengt, entsteht die so genannte Karotisstenose. Sie stellt, wenn sie hochgradig ist, immer ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall dar."
"An der Verengung oder dahinter können sich Blutgerinnsel ablagern. Lösen sich Teile der Ablagerungen und werden mit dem Blutstrom weggeschwemmt, können sie ein wichtiges Blutgefäß im Gehirn verstopfen. Die Folge: es kommt zur Durchblutungsstörung des Gehirns und einer Mangelversorgung der Nervenzellen mit Sauerstoff, wodurch dann der Schlaganfall ausgelöst wird. Im günstigsten Fall erleiden die von diesen Blutgefäßen versorgten Hirnregionen nur einen vorübergehenden Sauerstoffmangel und können sich teilweise wieder regenerieren. Im Extremfall gehen größere Gehirnanteile unwiderruflich zugrunde."
Mittels Duplexsonographie, einer speziellen Ultraschalluntersuchung, bei der die hirnversorgenden Blutgefäße dargestellt werden – und/oder einer Magnetresonanz-/CT-angiographie und -tomographie – wird der Grad der Stenose diagnostiziert. Engen die Ablagerungen die Halsschlagader hochgradig – d.h. um mehr als 80 Prozent – ein, ist eine Behandlung dringend zu empfehlen. Es ist nachgewiesen, dass die Beseitigung einer solchen Karotisstenose mit die wirksamste Form der Schlaganfallprophylaxe darstellt. Auch bei schon erlittenem Schlaganfall kann durch diese Therapie eine Verschlechterung bzw. ein erneuter Schlaganfall vermieden werden.
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