Gut trainiert und nur mit Helm - Hohes Unfall-Risiko für radfahrende Kinder
"Schau nach vorn!" Ohne diesen Satz kommen Eltern, die ihrem Nachwuchs das Radfahren beibringen, nicht aus. Zu oft bleibt der Blick links am niedlichen Hündchen oder rechts an der Baustelle hängen – und schon ist der Verkehr vergessen. Kein Wunder, dass Kinder besonders gefährdet sind, mit dem Rad zu verunglücken. Die Zahl der tödlichen Fahrradunfälle bei Kindern ist im vergangenen Jahr um 78 Prozent gestiegen, meldet das Statistische Bundesamt. "Ein verkehrssicheres Fahrrad und ein guter, TÜV-geprüfter Fahrradhelm sollten selbstverständlich sein", empfiehlt Uwe Dresel von der DAK. Allein durch den Helm können Kopfverletzungen nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zu 80 Prozent verhindert werden.
"Ebenso wichtig ist es aber auch, mit den Kindern das Fahren zu trainieren", rät DAK-Sportwissenschaftler Dresel weiter. "Die Bewegungsabläufe müssen ihnen in Fleisch und Blut übergehen. Denn wer nicht lange überlegen muss, wo Klingel und Bremse sind, kann sich besser auf den Straßenverkehr konzentrieren." So sei es beispielsweise wichtig, dass Kinder auch mit einem Arm lenken könnten, um beim Abbiegen deutlich die Richtung anzuzeigen.
Gefährlich ist es dagegen, wenn Eltern ihre Sprösslinge zu sehr behüten – und sie lieber überall mit dem Auto hinfahren statt sie zu selbständigen Verkehrsteilnehmern zu erziehen. Dresel: "Dann fehlt den Kleinen nicht nur die Bewegung, sondern auch der selbstverständliche Umgang mit Ampelmännchen und Zebrastreifen."
© August 2006 - DAK
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